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Nahost

Liveticker zum Großangriff auf den Iran: Teheran schlägt zurück ++  Unklarheit über Ali Chamenei

Israel und die USA greifen mehrere Städte im Iran an. Trump fordert das iranische Volk auf, die Regierung zu übernehmen. Der Konflikt weitet sich auf Nachbarländer aus. Alle Infos im Liveticker.

Die Streitkräfte der USA und Israels bombardieren Ziele in Irans Hauptstadt Teheran.
Die Streitkräfte der USA und Israels bombardieren Ziele in Irans Hauptstadt Teheran.SalamPix/Imago
ESKALATION IN NAHOST - DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
  • Israel hat am Samstagmorgen mehrere Angriffe auf den Iran gestartet. Teheran und weitere Städte sind betroffen.
  • US-Präsident Donald Trump teilte kurz darauf in einer Videobotschaft mit, auch die US-Armee habe „groß angelegte Kampfeinsätze im Iran“ begonnen.
  • Ziel der Angriffe sei die „Befreiung“ des iranischen Volks, so Trump.
  • Der Iran startete am Vormittag Gegenangriffe und schickte mehrere Wellen von Raketen in Richtung Israel. Angegriffen wurden auch  US-Militärbasen in Golfstaaten. Über Israel wurde der Ausnahmezustand verhängt.
  • Nach Einschätzung eines US-Beamten soll die Militäraktion „Epische Wut“ im Iran noch mehrere Tage andauern.
  • Seit Jahrzehnten streiten der Iran und der Westen über das Nuklearprogramm Teherans. Im Februar hatten die USA und der Iran die Verhandlungen wieder aufgenommen und sich in dieser Woche zuletzt getroffen. Trump zeigte sich am Freitag „unzufrieden“ mit dem Verlauf der Gespräche.
  • Nach Berichten aus Israel soll Irans oberster Führer Ayatollah Chamenei bei einem Angriff den Tod gefunden haben.

Samstag, 28. Februar

22.10 Uhr: Iran dementiert Tod Chameneis

Die USA und Israel gehen davon aus, dass der iranische Oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei bei einem israelischen Luftangriff am Samstag getötet wurde. Das berichtet das US-Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf israelische und US-amerikanische Regierungsquellen. Iran weist die Berichte zurück.

US-Präsident Donald Trump sagte dem Sender NBC News: „Wir sind uns sicher“, dass Chamenei tot sei – ebenso wie „die meisten“ der iranischen Führungsspitze. „Die Leute, die alle Entscheidungen treffen – die meisten von ihnen sind weg“, so Trump. Ein israelischer Offizieller bestätigte gegenüber Axios, dass Chameneis Leichnam aus seiner zerstörten Anlage geborgen worden sei.

Irans Außenminister Abbas Araghchi widersprach den Berichten in einem Interview mit NBC News deutlich. Die Lage sei unter Kontrolle, Israel und die USA hätten ihre Ziele verfehlt. „Fast alle Offiziellen sind sicher, wohlauf und am Leben“, sagte Araghchi. Auf die direkte Frage nach dem Schicksal von Präsident Massud Peseschkian und Oberster Führer Chamenei antwortete er: „Soweit ich weiß, ja, sie sind am Leben. Alle hochrangigen Offiziellen leben.“ Iran habe möglicherweise „ein oder zwei Kommandeure verloren, aber das ist kein großes Problem“.

20.55 Uhr: Israelische Medien melden Tod von Irans oberstem Führer Ayatollah Chamenei

Dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu wurde laut einem Bericht der Times of Israel ein Foto des Leichnams des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei vorgelegt. Das Bild soll zeigen, wie Khameneis Körper aus einer Anlage geborgen wurde. Weitere Details zu den Umständen des Todes oder zur Quelle des Fotos nannte der Bericht zunächst nicht. Eine offizielle Stellungnahme der israelischen Regierung lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

Ali Khamenei ist seit 1989 der Oberste Führer der Islamischen Republik Iran und damit die höchste politische und religiöse Autorität des Landes. Die iranische Regierung hatte seinen Tod dementiert. Der Politiker Ali Larijani, ein enger Vertrauter Khameneis, schrieb am  Samstagabend in einem Beitrag auf X: „Wir werden es die zionistischen Verbrecher und die niederträchtigen Amerikaner bereuen lassen.“ Larijani drohte, die „mutigen Soldaten und die große Nation Iran“ würden den „zum Untergang verdammten Unterdrückern der internationalen Ordnung eine unvergessliche Lektion erteilen“.

Ayatollah Ali Khamenei prägte die iranische Politik über mehr als drei Jahrzehnte.
Ayatollah Ali Khamenei prägte die iranische Politik über mehr als drei Jahrzehnte.Vahid Salemi/AP

20.16 Uhr: Netanjahu sieht Anzeichen für den Tod des iranischen Religionsführers

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat in einer Rede erklärt, dass der Komplex des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei in Teheran zerstört worden sei. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, dass „der Tyrann nicht mehr unter uns ist“, sagte Netanjahu laut AFP. Die Aussage des israelischen Regierungschefs steht in direktem Widerspruch zu Angaben des iranischen Außenministeriums, nach denen Irans Religionsführer „wohlauf“ sei. Zugleich kündigte Netanjahu an, dass Israel noch „Tausende Ziele des Terrorregimes” angreifen werde. Die Operation gegen den Iran werde „so lange wie nötig“ fortgesetzt. Netanjahu dankte dem US-Präsidenten Donald Trump für seine „historische Führungsrolle“.



20.02 Uhr: Iranischer Verteidigungsminister soll bei israelischen Angriffen getötet worden sein

Bei den israelischen Angriffen auf den Iran sind laut der Times of Israel zwei der ranghöchsten Militärvertreter des Landes ums Leben gekommen. Demnach wurden sowohl der Chef der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) Mohammad Pakpour als auch der iranische Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh bereits in der ersten Angriffswelle getötet. Die Informationen der Times of Israel stammen aus nicht namentlich genannten Quellen. Eine offizielle Bestätigung von iranischer oder israelischer Seite lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

Die IRGC, die Revolutionsgarden, gelten als mächtigste militärische Organisation des Iran und sind sowohl für die Landesverteidigung als auch für Auslandseinsätze zuständig. Der Verlust beider Führungspersönlichkeiten gleichzeitig würde die militärische Kommandostruktur des Iran massiv treffen. Weitere Details zu den Umständen der Angriffe oder möglichen zusätzlichen Opfern wurden zunächst nicht bekannt.

Die iranischen Revolutionsgarden bilden das militärische Rückgrat des Landes.
Die iranischen Revolutionsgarden bilden das militärische Rückgrat des Landes.dpa/Vahid Salemi

19.34 Uhr: Iranischer Roter Halbmond registriert mindestens 201 Tote bei US-israelischen Angriffen

Bei den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran sind nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds (IRCS) mindestens 201 Menschen getötet und fast 750 weitere verletzt worden. Dies berichtete die iranische Nachrichtenagentur Isna am Samstagabend unter Berufung auf die nationale Hilfsorganisation. Von den 31 Provinzen des Landes waren demnach 24 von den Angriffen betroffen. Es handelt sich um die ersten offiziellen iranischen Opferzahlen zu den Angriffen. Laut AFP erklärte der Rote Halbmond, in allen betroffenen Gebieten im Einsatz zu sein.

Die israelischen Streitkräfte (IDF) teilten am Samstag in einer Erklärung mit, dass rund 200 Kampfflugzeuge den koordinierten Angriff durchgeführt hätten. Die israelische Armee sprach von der größten Operation in der Geschichte der israelischen Luftwaffe. Zu den Zielen gehörten nach Angaben der IDF Luftverteidigungssysteme und ballistische Raketenwerfer im zentralen und westlichen Iran. Die Zerstörung dieser Anlagen habe die Lufthoheit über den Iran ausgeweitet und Teherans Fähigkeit eingeschränkt, ballistische Raketen auf Israel abzufeuern, so die israelischen Streitkräfte.

Rettungskräfte arbeiten an einem Schauplatz nach einem Angriff auf Teheran.
Rettungskräfte arbeiten an einem Schauplatz nach einem Angriff auf Teheran.Amir Kholousi/AP

18.44 Uhr: Indien ruft zu Deeskalation und Diplomatie auf

Indien hat am Samstag mit großer Besorgnis auf die militärische Eskalation im Nahen Osten reagiert, wie die Times of India berichtet. Das indische Außenministerium erklärte in einer Stellungnahme: „Indien ist zutiefst besorgt über die jüngsten Entwicklungen im Iran und in der Golfregion.“ Man fordere alle Seiten auf, Zurückhaltung zu üben, eine weitere Eskalation zu vermeiden und die Sicherheit der Zivilbevölkerung in den Vordergrund zu stellen. Dialog und Diplomatie müssten verfolgt werden, um Spannungen abzubauen. Die Souveränität und territoriale Integrität aller Staaten sei zu respektieren, so das Ministerium weiter.

Die indischen Botschaften in Teheran und Tel Aviv forderten ihre Staatsbürger auf, äußerste Vorsicht walten zu lassen, Bewegungen einzuschränken und den Sicherheitsanweisungen der jeweiligen lokalen Behörden zu folgen.

18.08 Uhr: Bundeskanzler Merz fordert sofortiges Ende der iranischen Angriffe

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den Iran am Samstagabend in scharfer Form zu einem sofortigen Stopp seiner militärischen Angriffe aufgefordert. In einer Erklärung, die über das Bundeskanzleramt verbreitet wurde, rief Merz den Iran „nachdrücklich dazu auf, die militärischen Schläge gegen Israel und unsere anderen Partner in der Region einzustellen“, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Nach den am Samstagmorgen gestarteten US-israelischen Militärschlägen gegen den Iran hatte Teheran mit Raketenangriffen auf Israel und US-Militärbasen in der Region reagiert.

Merz beschränkte seine Forderungen dabei nicht auf die aktuellen Kampfhandlungen. Der Iran müsse darüber hinaus „auch andere destabilisierende Aktivitäten in der Region und darüber hinaus unterlassen“, erklärte der Kanzler. Damit bezog sich Merz auf die weitreichenden Einflussbemühungen Teherans im Nahen Osten, etwa über verbündete Milizen in mehreren Ländern. Zugleich forderte Merz die iranische Führung auf, „die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung zu beenden“. Damit verwies der Bundeskanzler auf das Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen Protestbewegungen im Land.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) macht den Iran für destabilisierende Aktivitäten im Nahen Osten verantwortlich.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) macht den Iran für destabilisierende Aktivitäten im Nahen Osten verantwortlich.Imago/photothek

17.45 Uhr: Iranische Behörden: 85 Tote nach israelischem Angriff auf Mädchenschule

Bei einem israelischen Luftangriff auf eine Grundschule für Mädchen in der südiranischen Stadt Minab sollen nach Angaben iranischer Stellen 85 Menschen ums Leben gekommen sein. Dutzende weitere seien verletzt worden, berichtete die iranische Justizplattform Misan Online am Samstag. Zunächst hatten lokale Behörden die Zahl der getöteten Schulkinder laut der Nachrichtenagentur AFP mit 24 angegeben. Eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor. Nach am Samstagmorgen begonnenen US-israelischen Angriffen auf den Iran hatte 

Der iranische Präsident Massud Peseschkian verurteilte den Angriff laut AFP scharf: „Dieser barbarische Akt stellt eine weitere dunkle Seite in der Bilanz der unzähligen, von den Angreifern begangenen Verbrechen dar.“ Israel und die USA haben am Samstagmorgen gemeinsame Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Laut AFP erklärte die israelische Armee, zahlreiche militärische Ziele ins Visier genommen zu haben. Israel wirft dem Iran vor, bei seinen Gegenangriffen auf zivile Einrichtungen und Wohngebiete zu schießen.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian wirft Israel und den USA Kriegsverbrechen vor.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian wirft Israel und den USA Kriegsverbrechen vor.Vahid Salemi/AP

17.05 Uhr: Irans Revolutionsgarden erklären die Straße von Hormus für gesperrt

Schiffe in der Straße von Hormus empfangen nach Angaben eines Vertreters der EU-Marinemission Aspides Funksprüche der iranischen Revolutionsgarden, wonach kein Schiff die Meerenge passieren dürfe. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Beamten, der anonym bleiben wollte. Die Übertragungen erfolgen demnach über den UKW-Seefunk (VHF), den internationalen Standardkanal für die Kommunikation zwischen Schiffen und Küstenstationen. Der genaue Wortlaut lautet den Angaben zufolge: „No ship is allowed to pass the Strait of Hormuz“– kein Schiff dürfe die Straße von Hormus passieren.

Teheran hat eine solche Anordnung bislang nicht offiziell bestätigt, wie der Aspides-Vertreter gegenüber Reuters betonte. Die Straße von Hormus gilt als die weltweit wichtigste Exportroute für Erdöl. Zu den größten Ölproduzenten am Golf zählen Saudi-Arabien, der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und der Iran selbst. Iran droht seit Jahren damit, die Meerenge als Vergeltungsmaßnahme für einen möglichen Angriff auf die Islamische Republik zu blockieren. Eine tatsächliche Sperrung hätte weitreichende Folgen für die weltweite Energieversorgung und die Ölpreise.

Die Straße von Hormus ist als Öl-Exportroute von strategischer Bedeutung
Die Straße von Hormus ist als Öl-Exportroute von strategischer Bedeutungdpa

16.50 Uhr: Schwere Explosion auf der künstlichen Insel Palm Jumeirah in Dubai

Nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran hat es auf der bekannten künstlichen Insel „The Palm“ in Dubai eine Explosion gegeben. Mutmaßlich durch den Einschlag einer iranischen Rakete stehen demnach Teile des luxuriösen Fairmont The Palm Hotels in Flammen. Ein Augenzeuge sagte am Samstag, von einem Hotel auf der künstlichen Insel steige dichter schwarzer Rauch auf, außerdem habe er Krankenwagen gehört. Iran hat als Reaktion auf die US-israelischen Luftangriffe Ziele in Israel und anderen Staaten der Region angegriffen.

Wie die Times of Israel berichtet, wurden bei dem Angriff vier Menschen verletzt. Die Palmeninsel zählt zu den bekanntesten Bauwerken Dubais und ist ein Symbol für den wirtschaftlichen Aufstieg der Golfmetropole. Aus dem Bericht gehen die genauen Umstände des Angriffs, darunter der Zeitpunkt und die Art der eingesetzten Waffe, nicht hervor. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert. Auch von iranischer Seite liegt keine Stellungnahme vor. Auf Palm Jumeirah befinden sich zahlreiche Luxushotels, Wohnanlagen und touristische Einrichtungen. Ein Angriff auf dieses Wahrzeichen dürfte weitreichende Auswirkungen auf die Sicherheitswahrnehmung in der gesamten Golfregion haben.

Blick auf die künstliche Insel Palm Jumeirah am Persischen Golf
Blick auf die künstliche Insel Palm Jumeirah am Persischen GolfErich Meyer/Imago

16.35 Uhr: Auswärtiges Amt verschärft Reisehinweise, Deutsche sollen Libanon verlassen

Nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran hat die Bundesregierung die Reise- und Sicherheitshinweise für weite Teile des Nahen Ostens deutlich verschärft. Wie aus dem Auswärtigen Amt nach einer Sitzung des Krisenstabs am Samstag bekannt wurde, gelten nun für insgesamt zehn Länder der Region offizielle Reisewarnungen. Betroffen sind Bahrain, der Irak, Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, der Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate.

Darüber hinaus rief das Ministerium deutsche Staatsangehörige im Libanon dazu auf, das Land zu verlassen. Für den Iran bestand eine solche Ausreiseaufforderung nach Angaben des Auswärtigen Amts bereits zuvor. Reisewarnungen stellen die höchste Warnstufe des Auswärtigen Amts dar und gehen über bloße Sicherheitshinweise hinaus – sie enthalten die dringende Empfehlung, Reisen in die betroffenen Gebiete zu unterlassen oder diese zu verlassen.

15.40 Uhr: Irans Außenminister glaubt, Chamenei sei am Leben

Nach Angaben des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi ist der Oberste Führer des Landes, Ali Khamenei, „nach seinem Kenntnisstand“ noch am Leben. Das sagte er in einem Interview mit NBC News, nachdem der israelische Sender Channel 12 in der letzten Stunde berichtet hatte, Israel gehe davon aus, dass Khamenei bei den heutigen Luftangriffen „wahrscheinlich getötet“ worden sei. In dem Live-Gespräch sagte Araghtschi außerdem, dass zwei Kommandeure bei den Angriffen gestorben seien, die ranghohen Regierungsvertreter des Regimes jedoch überlebt hätten. Ihm zufolge sei „alles unter Kontrolle“.

15.20 Uhr: Angriffe in Golfstaaten gehen weiter

Bewohner und AFP-Korrespondenten in den Hauptstädten der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars und Bahrains berichten am Nachmittag von weiteren Explosionen, nachdem der Iran nach US- und israelischen Angriffen Wellen von Vergeltungsschlägen gestartet hatte.

Ein AFP-Korrespondent in Manama hörte mindestens zwei Explosionen, und Journalisten in Katar berichteten von einer neuen Welle von Detonationen. Auch Bewohner von Abu Dhabi hörten Explosionen. Zwei Zeugen teilten der AFP zudem mit, dass sie Rauch von der Basis Al Dhafra in Abu Dhabi aufsteigen sahen, auf der US-Truppen stationiert sind.

Rauch steigt nach einem mutmaßlich iranischen Raketenangriff über Abu Dhabi auf.
Rauch steigt nach einem mutmaßlich iranischen Raketenangriff über Abu Dhabi auf.AFP

15.12. Uhr: Katar, Saudi-Arabien und Oman fordern Ende der Kämpfe

Nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran haben Katar, Saudi-Arabien und der Oman alle Parteien zur Beendigung der Kämpfe aufgefordert. Der Emir von Katar und Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman forderten in einem Telefonat „eine sofortige Beendigung jeglicher Eskalation“, wie das Büro des katarischen Herrschers Scheich Tamim bin Hamad al-Thani am Samstag mitteilte. Auch das Außenministerium des Oman rief dazu auf, „die Militäreinsätze unverzüglich einzustellen“.

15.10 Uhr: Israel: Hinweise auf Tötung von Ali Chamenei

Laut einem Bericht des israelischen Fernsehsenders Channel 12, der sich auf ungenannte israelische Quellen beruft, gibt es wachsende Hinweise darauf, dass Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Chamenei bei einem israelischen Luftangriff getötet wurde. Eine offizielle Bestätigung liegt derzeit jedoch nicht vor. Chamenei gilt als mächtigster Mann des Iran und hat das letzte Wort in allen strategischen Entscheidungen des Landes.

Zuvor hatte der Sender berichtet, Chamenei sei „mindestens verletzt“ worden – eine Einschätzung, die nicht auf Satellitenbildern, sondern auf nachrichtendienstlichen Quellen beruhe. Der staatliche israelische Sender Kan bestätigte, dass kein Kontakt zu Khamenei bestehe und sein Zustand unbekannt sei. Eine angekündigte Ansprache Chameneis sei möglicherweise vorab aufgezeichnet worden.

Irans Oberster Führer Ali Khamenei am 17. Februar in Teheran
Irans Oberster Führer Ali Khamenei am 17. Februar in TeheranIranian President's Press Office/imago

15.02 Uhr: Iran dementiert Berichte über Tötung von Spitzenpersonal

Iranische Staatsmedien haben Berichte zurückgewiesen, wonach hochrangige politische Vertreter und der Chef der Armee des Landes bei einer Welle von US‑israelischen Angriffen heute getötet worden seien. Präsident Masoud Pezeshkian sei in Sicherheit, teilte sein Exekutivstellvertreter Mohammad Jafar Qaempanah in einem Beitrag auf X mit. Der Sohn des Präsidenten, Youssef Pezeshkian, schrieb zudem auf Telegram, dass „diesmal ihre Attentatsversuche nicht gelungen seien“.

Die Armee bestritt ebenfalls den Tod ihres Kommandeurs Generalmajor Amir Hatami. Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldet, dass auch Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf und der Leiter des Obersten Nationalen Sicherheitsrats (SNSC) Ali Larijani unverletzt geblieben seien. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) hatten mitgeteilt, dass ihre Angriffe in Teheran Orte ins Visier genommen hätten, an denen sich hochrangige politische und Sicherheitsvertreter versammelt hatten.

14.44 Uhr: Merz, Macron und Starmer verurteilen iranische Angriffe auf Staaten der Region

Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich haben in einer gemeinsamen Stellungnahme die iranischen Angriffe in der Region scharf verurteilt und Teheran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch sowie zur Achtung des Selbstbestimmungsrechts des iranischen Volkes aufgefordert.

Die drei Länder hätten den Iran wiederholt aufgefordert, „sein Nuklear- und Raketenprogramm einzustellen, destabilisierende Aktivitäten zu unterlassen und die Repression gegen die eigene Bevölkerung“ zu beenden. Die drei Staaten betonen weiter, nicht an den Militärschlägen beteiligt gewesen zu sein, stünden aber in engem Austausch mit den USA, Israel und regionalen Partnern.

14.37 Uhr: Flugverkehr im Nahen Osten lahmgelegt

Dieser Screenshot von flightradar24.com zeigt den Luftverkehr im Nahen Osten am 28. Februar 2026 um 14.37 Uhr deutscher Zeit. Flugzeuge meiden den Konfliktbereich zwischen Israel und Iran.

Flugzeuge meiden die Konfliktregion.
Flugzeuge meiden die Konfliktregion.Screenshot Flightradar

14.26 Uhr: Israelische Armee: Luftangriffe zielten auf Versammlungen hochrangiger Iraner

Die israelischen Streitkräfte haben bei ihren Luftangriffen auf den Iran eigenen Angaben zufolge auf Vertreter der iranischen Führungsriege gezielt. Die Armee habe am Samstagmorgen „gleichzeitig mehrere Orten in Teheran angegriffen, an denen sich hochrangige Vertreter der politischen und sicherheitspolitischen Führungsriege des Irans versammelt hatten“, erklärte die Armee im Onlinedienst X. Die Folgen der Angriffe würden derzeit ausgewertet.

14.17 Uhr: Offenbar vier Tote in Syrien

Nach Angaben der syrischen staatlichen Nachrichtenagentur Sana wurden in Syrien vier Menschen getötet, nachdem eine iranische Rakete ein Gebäude in der Industriezone der südlichen Stadt Sweida getroffen hatte. Die Rakete war vermutlich für Israel bestimmt, da Sweida nahe an von Israel kontrolliertem Gebiet liegt.

13.55 Uhr: Hamas reagiert auf Angriffe auf den Iran

Die Hamas hat die US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran verurteilt. Die Gruppe rief weiterhin zur Einheit in der muslimischen Welt auf, nachdem der Iran arabische Verbündete der USA in der Region angegriffen hat, darunter auch Katar, das die Hamas unterstützt. Die Hamas wirft den USA und Israel vor, die Landkarte der Region neu zeichnen zu wollen, „um ein ‚Großisrael‘ auf Kosten arabischer und muslimischer Gebiete zu errichten.“

13.39 Uhr: US-Beamter kündigt mehrtägige Operation an

US-Präsident Trump sagte am Samstagmorgen gegenüber der Washington Post, das Hauptziel der „großen Militäroperation“ sei demnach „Freiheit“ für die iranische Bevölkerung. Ein US-Beamter sprach laut dem Blatt von einer geplanten „mehrtägigen Operation“. Die USA bezeichneten den laufenden Angriff als „Operation Epische Wut“.

13.30 Uhr: Israels Armee: Hunderte Militärziele im Iran angegriffen

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge seit dem Morgen „Hunderte iranische Militärziele“ im Westen des Irans angegriffen. Ins Visier habe das Militär etwa Raketenwerfer genommen, hieß es in einer Mitteilung. Die Armee greife weiterhin Ziele im Westen des Irans an.

Israel und die USA hatten am Morgen mit Angriffen auf den Iran begonnen. Israels Ministerpräsident Netanjahu begründet die Angriffe auf Iran mit dem Schutz vor einer existenziellen Bedrohung durch Teheran. Laut einem israelischen Militärvertreter feuerte der Iran als Reaktion Dutzende Raketen Richtung Israel.

13 Uhr: Russland warnt vor „Ausbruch des Dritten Weltkriegs“

Russland hat ein sofortiges Ende der US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran gefordert. In einer Stellungnahme erklärte das russische Außenministerium laut Al Jazeera, die internationale Gemeinschaft müsse rasch eine objektive Bewertung der aus seiner Sicht unverantwortlichen Aktionen abgeben, die die Region weiter destabilisieren könnten. Die Situation müsse „auf den Weg einer politischen und diplomatischen Lösung zurückgeführt werden“.

Leonid Slutsky, Vorsitzender des Internationalen Ausschusses der russischen Staatsduma, sagte laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass: „Zweifellos erfordert die Situation eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Die Weltgemeinschaft muss ein Szenario verhindern, das den Ausbruch eines dritten Weltkriegs riskieren könnte“.

12.46 Uhr: Erste Einschätzung israelischer Beamter: Welche iranischen Führungspersonen wurden getroffen?

Israelische Beamte vermuten laut Informationen der Times of Israel, dass der Kommandeur der iranischen Islamischen Revolutionsgarde, General Mohammad Pakpour, wahrscheinlich bei den heutigen Morgenangriffen im Iran getötet wurde. Zudem gehen die Beamten davon aus, dass auch der iranische Verteidigungsminister und der Geheimdienstchef vermutlich getötet wurden. Diese Einschätzungen wurden bislang weder vom Iran noch von den IDF bestätigt.

Mehrere hochrangige Vertreter des iranischen Regimes und Militärs waren Ziel der heutigen Angriffe, darunter der Oberste Führer Ali Khamenei und Präsident Masoud Pezeshkian. Die genauen Ergebnisse der Angriffe sind derzeit jedoch unklar.

12.22 Uhr: Israel meldet weitere Angriffswelle aus dem Iran

In Israel heulen nach israelischen Angaben erneut die Sirenen angesichts eines neuen ballistischen Raketenangriffs aus dem Iran. Die IDF teilt mit, dass die Luftabwehrsysteme aktuell versuchen, die Geschosse abzufangen. Menschen in Israel werden erneut aufgefordert, sich in Schutzräume zu begeben.

Israelische Luftabwehrsysteme haben mehrere Raketen über dem Himmel Jerusalems abgefangen.
Israelische Luftabwehrsysteme haben mehrere Raketen über dem Himmel Jerusalems abgefangen.Gazi Samad/imago

12.19 Uhr: Zahl der Toten nach Angriff auf Schule nach iranischen Angaben auf 24 gestiegen

Bei dem Raketenangriff im Süden Irans ist die Zahl der getöteten Schülerinnen in einer Grundschule nach iranischen Angaben auf mindestens 24 gestiegen. Der staatliche Rundfunk bezog sich bei seiner Meldung auf den Landrat in dem betroffenen Kreis Minab.

12.09 Uhr: Chameneis Anwesen offenbar zerstört

Satellitenbilder zeigen nach Angaben der New York Times eine schwarze Rauchwolke und umfangreiche Schäden auf dem Gelände von Ali Khamenei, dem Obersten Führer Irans, in Teheran. Sein Aufenthaltsort ist derzeit unklar. Das von Airbus am Samstagmorgen aufgenommene Bild zeigt demnach eingestürzte Gebäude auf dem Gelände, das üblicherweise als Chameneis Wohnsitz und als Hauptort für die Begegnung mit hochrangigen Beamten dient.

11.52 Uhr: Pentagon nennt Militäraktion gegen Iran „Operation Epische Wut“

Das US-Militär hat die Angriffe auf den Iran laut einem Beitrag des Verteidigungsministeriums auf X als „Operation Epic Fury“ („Operation Epische Wut“) bezeichnet. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nannte die Operation seines Landes – die gemeinsam mit den US-Angriffen gestartet wurde – seinerseits als „The Roar of the Lion“ (Das Brüllen des Löwen“).

11.50 Uhr: Iran meldet fünf getötete Schülerinnen

Der Iran teilte am Samstag mit, dass bei den US‑israelischen Luftangriffen im Süden Irans fünf Schülerinnen einer Mädchenschule getötet worden seien. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete demnach, dass der Angriff in Minab in der Provinz Hormozgan stattgefunden habe. Die Iranische Revolutionsgarde unterhält eine Basis in der Stadt.

11.46 Uhr: Israelische Armee mobilisiert Zehntausende Reservisten

Das israelische Militär teilte unterdessen mit, dass in den kommenden Stunden und Tagen etwa 70.000 Reservisten einberufen werden sollen, hauptsächlich zur Verstärkung der Luftverteidigung des Landes, des Heimatfrontkommandos und der Grenzsicherung.

11.44 Uhr: Mindestens ein Toter in Abu Dhabi

Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate erklärte in einer Mitteilung, dass es eine Reihe iranischer ballistischer Raketen abgefangen habe und dass in der Hauptstadt Abu Dhabi ein mensch durch herabfallende Trümmer ums Leben gekommen sei. „Die VAE behalten sich das volle Recht vor, auf diese Eskalation zu reagieren und alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um ihr Territorium, ihre Bürger und Einwohner zu schützen“, hieß es in der Erklärung.

11.42 Uhr: Raketen in Jordanien abgefangen

Die staatliche Nachrichtenagentur Jordaniens berichtete außerdem, dass das Militär des Landes zwei ballistische Raketen abgefangen habe, die in seinen Luftraum gelangt seien, machte jedoch keine Angaben dazu, von wo die Raketen abgeschossen wurden.

11.40 Uhr: Großdemonstration in Berlin angekündigt

Berlin ist Schauplatz einer Großdemonstration zum Iran-Konflikt. Die Polizei bestätigte, dass eine Privatperson in den vergangenen Tagen einen Protestzug unter dem Motto „Für Frieden Freiheit Souveränität“ angemeldet hat. Er soll an diesem Sonnabend um 14 Uhr vom Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor führen. „Angekündigt wurden zunächst rund 3000 Teilnehmer“, sagte eine Sprecherin. Doch die Polizei gehe davon aus, dass deutlich mehr Menschen demonstrieren werden. Bisherige Iran-Demonstrationen waren „weitgehend störungsfrei“, hieß es. Das erwarte man auch für diesen Aufzug.

11.38 Uhr: Mindestens zwei Tote bei Angriff auf Stützpunkt pro-iranischer Gruppen im Irak

Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran ist auch im Irak ein Stützpunkt pro-iranischer Gruppen bombardiert worden. Dabei seien zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt worden, verlautete aus Kreisen der pro-iranischen paramilitärischen Katajeb Hisbollah. Laut der Gruppe Hasched-al-Schaabi, die die Opferzahl bestätigte, war es unklar, ob es sich um einen Angriff der USA oder Israels handelte.

Hasched-al-Schaabi ist ein vom Iran unterstütztes Netzwerk ehemaliger Paramilitärs, die jetzt der regulären irakischen Armee angehören. Ihr gehören auch die Milizen Katajeb Hisbollah und Harakat al-Nudschaba an.

11.34 Uhr: Qatar Airways und Lufthansa setzen Flüge vorübergehend aus

Qatar Airways teilte mit, dass die Fluggesellschaft aufgrund der Schließung des Luftraums des Golfstaates vorübergehend alle Flüge von ihrem Drehkreuz in Doha ausgesetzt habe. Qatar Airways gehört zu den größten Fluggesellschaften des Nahen Ostens und befördert jährlich Millionen von meist Langstreckenpassagieren über Katar zu Zielen auf sechs Kontinenten. Ein genauer Zeitpunkt für die Wiederaufnahme wurde nicht genannt.

Auch die Lufthansa teilte mit sämtliche Flüge nach Israel bis zum 7. März zu streichen.

11.23 Uhr: Chamenei im Visier der Angriffe

Israelische Streitkräfte haben nach Angaben eines israelischen Regierungsvertreters gegenüber der israelischen Times of Israel am Morgen gezielte Angriffe auf den Obersten Führer des Iran, Ali Chamenei, und Präsident Masoud Pezeshkian durchgeführt. Neben den beiden höchsten Staatsmännern seien auch weitere ranghohe Vertreter des Regimes und militärische Kommandeure Ziele der Angriffe gewesen, so der Beamte weiter.

Es sei derzeit „nicht klar, dass Khamenei kein dramatisches Ereignis erlitten hat“, heißt es in dem Bericht von Channel 12 von israelischer Seite. Diese doppelte Verneinung lässt Raum für die Möglichkeit, dass der 85-jährige Oberste Führer – der als mächtigster Mann des Iran gilt und das letzte Wort in allen strategischen Entscheidungen des Landes hat – bei den Angriffen getroffen worden sein könnte. Eine offizielle Bestätigung von iranischer Seite über das Schicksal Chameneis liegt bislang nicht vor. Die Lage bleibt unübersichtlich, da sich die Angaben beider Seiten teilweise widersprechen.

11.13 Uhr: Krisenstab des Auswärtigen Amtes zusammengerufen

Wie das Auswärtige Amt mitteilte, soll der Krisenstab der Bundesregierung um 12 Uhr im Ministerium zusammenkommen. Das Auswärtige Amt stehe in engem und ständigem Kontakt mit den Botschaften im Iran und in Israel sowie weiteren Vertretungen in der Region, erklärte ein Sprecher.

Deutsche Staatsangehörige im Iran, in Israel und der weiteren Region seien aufgerufen, sich in der Krisenvorsorgeliste „Elefand“ zu registrieren. Dort kann man Kontaktdaten angeben, um Informationen und Unterstützung zu erhalten. Das Auswärtige Amt riet Deutschen außerdem, Anweisungen lokaler Behörden zu jeweils erforderlichen Maßnahmen zum Selbstschutz zu folgen.

11.07 Uhr: Merz wusste vorab von Angriff auf den Iran

Deutschland wurde nach Angaben eines Regierungssprechers am Samstag von Israel im Vorfeld der Angriffe informiert, und Bundeskanzler Friedrich Merz „verfolgt die Entwicklung genau und steht in enger Abstimmung mit europäischen Partnern.“ Merz habe sich mit den Fachministern aus den sicherheitsrelevanten Ressorts beraten und plane weitere Gespräche im Laufe des Tages, teilte Stefan Kornelius weiter mit.

In der Erklärung wurde weder Unterstützung noch Ablehnung der Angriffe zum Ausdruck gebracht. Merz soll nächste Woche in Washington Donald Trump treffen.

11.01 Uhr: Angriffe wohl auch in Saudi-Arabien

Zwei AFP-Korrespondenten in der saudi‑arabischen Hauptstadt Riad berichten am Vormittag von einem lauten Knall und mehreren Explosionen. Der Iran greift derzeit Golfstaaten an, in denen US-Militärstützpunkte in der Region stationiert sind. In der Vergangenheit hatte Teheran vor entsprechenden Gegenschlägen bei einem US-Angriff auf den Iran gewarnt.

10.48 Uhr: Iran bestätigt Angriffe auf vier US-Militärbasen

Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA vier US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Unter den Zielen war der Militärstützpunkt Al-Udeid in Katar, der Stützpunkt Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die US-Flotte in Bahrain, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete.

10.40 Uhr: Angriffe auf zahlreiche Nachbarländer gemeldet

Der Konflikt weitet sich auf weitere Länder in der Region aus. Explosionen wurden demnach in mehren Golfstaaten gemeldet. Es handelt sich offenbar um iranische Angriffe US‑Stützpunkte in den Ländern. Laut arabischen Medienberichten waren neben Bahrain auch in Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten laute Explosionen zu hören, als Vergeltung für die US‑ und israelischen Angriffe auf den Iran.

10.36 Uhr: Stützpunkt pro-iranischer Gruppen im Irak „bombardiert“

Im Irak ist offenbar ein Stützpunkt pro-iranischer Gruppen „bombardiert“ worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Sicherheitskreise.

10.34 Uhr: Angriffe weit umfangreicher als Militärschlag im Juni

Das Ausmaß der Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran, die am frühen Samstagmorgen begannen, scheinen weit umfangreicher zu sein als die von Präsident Trump im vergangenen Juni gegen den Iran angeordnete Militäroperation. In der ersten Welle führten die USA nach Angaben der New York Times Dutzende von Angriffen mit Kampfjets durch, die von Stützpunkten im Nahen Osten sowie von einem oder mehreren Flugzeugträgern gestartet wurden, so ein US-Beamter gegenüber dem Blatt.

Die Kampfflugzeuge sind Teil der größten US-Militäraufstellung in der Region seit dem Irak-Krieg 2003. Die Truppenaufstellung umfasst zwei Flugzeugträger, mehrere Zerstörer der Marine und mehr als 50 Kampfjets. Trump hatte in seiner Videobotschaft erklärt, die neue Kampagne werde „massiv“ sein.

10.24 Uhr: Kampfflugzeuge im Luftraum des Irak gesichtet

Kampfflugzeuge und Raketen wurden offenbar im Luftraum des Irak gesichtet, berichteten Zeugen und eine militärische Quelle der AFP.„Unsere Streitkräfte haben Kampfflugzeuge aus Richtung Israel entdeckt, die den Luftraum über Bagdad und anderen Provinzen durchquerten“, sagte die Quelle demnach und fügte hinzu, dass auch Raketen über der nördlichen Provinz Kirkuk gesichtet wurden. Der Irak hatte zuvor angekündigt, seinen Luftraum zu schließen.

„Wir sahen mehrere Raketen in geringer Höhe“ nahe dem Bezirk Daquq in Kirkuk, berichteten auch zwei weitere Zeugen der Nachrichtenagentur.

10.17 Uhr: Iran nimmt offenbar US-Basen in Bahrain ins Visier

Das Innenministerium von Bahrain hat mitgeteilt, dass Luftschutzsirenen ausgelöst wurden, um vor einem iranischen Angriff auf US-Militärbasen in dem Golfstaat zu warnen. Der Angriff geschehe als Vergeltung für die US- und israelischen Militärschläge auf den Iran am Morgen. Arabische Medien berichteten, dass der iranische Angriff begonnen habe und dass in der Hauptstadt Manama Explosionen zu hören und Rauch zu sehen gewesen sei.

10.07 Uhr: Houthi-Rebellen kündigen Wiederaufnahme von Angriffen auf Israel an

Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen haben offenbar beschlossen, Raketen- und Drohnenangriffe auf Schifffahrtsrouten und auf Israel im Rahmen ihrer Unterstützung für den Iran wieder aufzunehmen. Dies erklärten zwei hochrangige Houthi-Beamte unter der Bedingung gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Einer der Beamten sagte dem Bericht zufolge, der erste Angriff der Rebellen könnte bereits „heute Nacht“ erfolgen. Bislang gibt es noch keine offizielle Mitteilung der Houthi-Führung.

Die Rebellen hatten ihre Angriffe auf die Schifffahrtsroute am Roten Meer im Rahmen eines Abkommens mit der Trump-Regierung eingestellt, das auch US-Angriffe gegen die Houthis stoppte. Ihre Angriffe auf Israel hatten die Kämpfer nach einem Waffenstillstand im Oktober eingestellt, der die Kämpfe im Gazastreifen beendete.

10.03 Uhr: Explosionen in Bahrains Hauptstadt Manama

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP hat es am Vormittag ebenfalls Explosionen in der Hauptstadt des Bahrain gegeben. Inwiefern diese mit der Eskalation im Iran zusammenhängen war zunächst nicht bekannt.

9.50 Uhr: „Raketenwelle“: Iran bestätigt Gegenangriff

Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben eine Raketen- und Drohnenwelle auf Israel abgefeuert. Die Revolutionsgarden sprachen von einer „Antwort auf die Aggression des feindlichen und verbrecherischen Gegners“, wie aus einer Mitteilung der staatlichen Nachrichtenagentur Irna hervorging. Demnach seien auch Wohngebäude in Teheran getroffen worden.

9.28 Uhr: US-Angriff könnte mehrere Tage dauern

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen US-Beamten berichtet, plane Washington, dass die Angriffe auf den Iran mehrere Tagen andauern sollen.

Rauchsäulen über Teheran
Rauchsäulen über TeheranTasnim News Agency/imago

9.26 Uhr: Netanjahu spricht von „gemeinsamer Operation“ mit USA

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu verkündet in einer Videobotschaft an, dass Israel und die Vereinigten Staaten eine „gemeinsame Operation“ gegen die seiner Ansicht nach von Iran ausgehende „existenzielle Bedrohung“ gestartet hätten. Er erklärte, der amerikanisch-israelische Angriff auf die iranische Regierung könne „die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das mutige iranische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nimmt.“

9.23 Uhr: Iranische Staatsmedien melden Explosionen nahe von Nuklearzentrum

Iranische Staatsmedien haben Explosionen am Rande der Stadt Isfahan gemeldet. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Südöstlich von Isfahan liegt ein wichtiges Nuklearzentrum, das bereits im vergangenen Jahr bombardiert wurde.

9.15 Uhr: IDF: Iran startet Gegenangriff

Die israelische Armee (IDF) hat die Bevölkerung vor einem bevorstehenden Gegenschlag des Iran gewarnt: „Vor Kurzem wurden in mehreren Regionen des Landes Warnungen ausgelöst, nachdem Raketen aus dem Iran in Richtung des Staatsgebiets von Israel abgefeuert worden waren.“, schreiben die IDF in einer Mitteilung auf X.

„Zurzeit operiert die Luftwaffe, um an allen Orten, an denen es erforderlich ist, die Bedrohung abzufangen und zu bekämpfen.
Die Verteidigung ist nicht vollkommen dicht, daher ist es weiterhin unerlässlich, den Anweisungen des Heimatfrontkommandos Folge zu leisten“, heißt es weiter. Israelis werden aufgefordert Luftschutzräume aufzusuchen.

Menschen laufen in Tel Aviv zu Schutzräumen, nachdem die Sirenen ausgelöst wurden.
Menschen laufen in Tel Aviv zu Schutzräumen, nachdem die Sirenen ausgelöst wurden.Jack Guez/AFP

9.07 Uhr: Israelische Medien: Israel greift Einrichtungen von „Regime und Militär“ an

Israel nimmt bei seinem Angriff auf den Iran nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Einrichtungen der islamischen Führung und der Armee ins Visier. Die israelische Armee greife Ziele von „Regime und Militär“ an, berichtete am Samstagmorgen der israelische Sender Kan 11 unter Berufung auf einen israelischen Regierungsvertreter in seinem Laufband. Die Angriffe richteten sich demnach auch gegen Einrichtungen für „ballistische Raketen“.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete „sieben Raketeneinschläge“ in den Teheraner Vierteln Keschwardust und Pasteur, wo sich auch die Residenz des obersten geistlichen Führers des Iran, Ali Chamenei, befindet.

8.50 Uhr: Trump fordert Iraner auf, die Regierung zu übernehmen

Trump deutete in seiner Videobotschaft zudem an, dass das Ziel der andauernden Angriffe im Iran der Sturz des Regimes sein könnte. Er rief das iranische Volk dazu auf, die Gelegenheit zu ergreifen und die Regierung zu übernehmen. „An die Mitglieder der Islamischen Revolutionsgarde, der Streitkräfte und der gesamten Polizei: Ich sage heute Abend, dass Sie Ihre Waffen niederlegen müssen“. Sie würden dann „absolute Immunität“ erhalten, andernfalls drohe ihnen der „sichere Tod“, sagte Trump in der achtminütigen Videobotschaft.

Trump kündigte auch an, das iranische Raketenprogramm zerstören zu wollen. „Wir werden ihre Raketen zerstören und ihre Raketenindustrie dem Erdboden gleichmachen“, sagte der US-Präsident. „Wir werden ihre Marine vernichten.“

Das iranische Volk forderte er auf, Schutz zu suchen. „Bomben werden überall hinfallen“, so Trump.

8.42 Uhr: Trump bestätigt Angriff

In einer Videobotschaft in seinem Onlinedienst Truth Social hat US-Präsident Donald Trump einen US-Angriff auf den Iran bestätigt. Die USA hätten vor Kurzem einen „groß angelegte Kampfeinsätze im Iran“ begonnen „Unser Ziel ist es, das amerikanische Volk zu verteidigen, indem wir unmittelbar bevorstehende Bedrohungen durch das iranische Regime – eine brutale Gruppe sehr harter, schrecklicher Menschen – beseitigen“, sagt Trump. Er macht keine Angaben dazu, dass die Angriffe im Iran gemeinsam mit Israel durchgeführt werden.

Trump verkündet Angriffe auf den Iran.
Trump verkündet Angriffe auf den Iran.Realdonaldtrump via CNPl/imago

8.40 Uhr: Israel nennt Militäraktion „Brüllen des Löwen“

Israel hat seine Operation gegen den Iran „Lion’s Roar“ („Brüllen des Löwen“) genannt. Der Name wurde demnach von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu festgelegt, nachdem die IDF zuvor einen internen Namen für die Angriffe verwendet hatte. Der Name der letzten IDF-Operation, die sich gegen den Iran richtete, im Juni 2025, lautete „Rising Lion“.

8.35 Uhr: Israel und Iran sperren Luftraum

„Aufgrund der Sicherheitslage“ habe sie angeordnet, „den Luftraum des Staates Israel für zivile Flüge zu sperren“, erklärte Verkehrsministerin Miri Regev am Samstagmorgen. Auch die Luftfahrtbehörde des Iran teilte mit, dass der Luftraum des Landes „bis auf Weiteres“ gesperrt sei. Der Irak schloss seinen Luftraum ebenfalls, wie die irakische Nachrichtenagentur INA berichtete.

8 Uhr: Angriffe in weiteren Städten im Iran

Auch in Isfahan und weiteren iranischen Städten hätten Angriffe stattgefunden, berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

7.45 Uhr: Israelis sollen zuhause bleiben

In einer auf der Plattform X veröffentlichten Mitteilung gab die israelische Armee bekannt, dass ab dem heutigen Morgen um 8 Uhr eine Änderung der Verteidigungsrichtlinien des Heimatfrontkommandos in Kraft tritt. Demnach wird das gesamte Land von der Stufe „voller Aktivität“ auf die Stufe „essenzielle Aktivität“ herabgesetzt.

Bildungseinrichtungen bleiben demnach in Israel geschlossen, Versammlungen sind untersagt, und die Bevölkerung soll nur dann zur Arbeit erscheinen, wenn sie in einem als essenziell eingestuften Wirtschaftssektor tätig ist. Die Armee rief die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die Anweisungen des Heimatfrontkommandos über offizielle Kanäle zu verfolgen.

7.40 Uhr: Rauchsäulen über Teheran

Über der iranischen Hauptstadt Teheran waren nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP am Samstagmorgen mehrere dicke Rauchsäulen zu sehen gewesen. AFP-Journalisten berichteten zudem über ein Dröhnen über der Stadt, dessen Ursache zunächst nicht klar war. In den sozialen Medien kursierten die ersten Videos, die Explosionen in Teheran zeigen sollen.

7.30 Uhr: Israels Verteidigungsminister verkündet „Präventivschlag“

Israel hat einen Angriff auf den Iran gestartet. Das teilte Verteidigungsminister Israel Katz laut israelischen Medien mit. „Der Staat Israel hat einen Präventivschlag gegen den Iran durchgeführt, um Bedrohungen für den Staat Israel zu beseitigen“, sagt er.

Katz erklärte zudem, er habe einen „sofortigen Ausnahmezustand im gesamten Land“ ausgerufen. Das israelische Heimatfrontkommando der Armee forderte die Zivilbevölkerung auf, sich in der Nähe von Schutzräumen aufzuhalten und nicht zwingend notwendige Reisen zu unterlassen. Die Warnung sei ein „proaktiver Alarm“, um die Bevölkerung auf möglichen Raketenbeschuss vorzubereiten, erklärte die Armee.

Freitag, 27. Februar

Trump unzufrieden mit Verhandlungen mit dem Iran

Am Vortag der Angriffe hatte sich US-Präsident Donald Trump unzufrieden über die aktuellen Verhandlungen mit dem Iran geäußert. Er sei „nicht begeistert“ über den Verlauf der Gespräche über ein neues Atomabkommen, sagte Trump am Freitag in Washington. „Ich bin nicht glücklich darüber, dass sie nicht bereit sind, uns zu geben, was wir haben müssen“, sagte Trump zu Journalisten über die letzte Gesprächsrunde mit Teheran. „Wir wollen keine Atomwaffen für den Iran, und sie sagen diese goldenen Worte nicht.“

Teheran beharrt darauf, dass sein Atomprogramm ausschließlich zivilen Zwecken diene. Im vergangenen Juni hatten Israel und der Iran einen zwölftägigen Krieg gegeneinander geführt. Dabei hatten die USA an der Seite Israels eingriffen und iranische Atomanlagen bombardiert.

In den vergangenen Wochen bauten die USA ihre Militärpräsenz in der Region deutlich aus. Trump drohte dem Iran mehrfach mit einem Angriff und setzte Teheran eine Frist bis Anfang März, um sich mit Washington auf ein neues Abkommen zum iranischen Atom- und Raketenprogramm zu einigen. (mit AFP)