Nahost

Iran-Liveblog: Israel droht mit Tötung von Chamenei-Nachfolger ++ Erster Rückholflug für Touristen soll abheben

Iranische Drohnen treffen US-Stützpunkte ++ Israel meldet Angriff auf Atomwaffen-Komplex ++ Nahost-Rückholflüge starten ++ Alle Infos im Liveticker

Eine Rauchwolke steigt nach erneuten israelischen Angriffen über Beirut auf.
Eine Rauchwolke steigt nach erneuten israelischen Angriffen über Beirut auf.Ibrahim Amro/AFP
ESKALATION IN NAHOST - DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
  • Israel hat am Dienstag eine neue Welle „umfangreicher Luftangriffe“ auf nach eigenen Angaben „militärische Ziele“ in Tehran und Beirut gestartet.
  • Auf Zypern wird nach einem Drohenangriff die Militärpräsenz erhöht.
  • Frankreich verlegt einen Flugzeugträger ins Mittelmeer.
  • Teheran beschießt weiterhin US-Militärbasen in weiteren Golfstaaten. Drohnen treffen dabei einen Stützpunkt und die US-Botschaft in Riad.
  • In KuwaitBahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar werden Militärbasen angegriffen.
  • Die US-Armee meldet die Zerstörung von Kommandoposten der Iranischen Revolutionsgarden.
  • Trump und Rubio hatten am Montag angekündigt, dass die schwersten Angriffe auf den Iran noch bevorstünden.
  • Laut Trump liegen die USA mit ihren Zielen der Militäraktion „Epische Wut“ vor dem Zeitplan.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA greift der Iran seit Samstag Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Golfregion an.



Mittwoch, 4. März

Hier lesen sie die aktuellen Entwicklungen im neuen Liveblog.

9:52 Uhr: Irans Außenminister wirft Trump vor, Wähler „verraten“ zu haben

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat erneut Kritik an US-Präsident Donald Trump geübt. Dieser habe die „die Diplomatie und die Amerikaner, die ihn gewählt haben, verraten“, erklärte er in einem Beitrag auf X.

„Wenn komplexe Atomverhandlungen wie ein Immobiliengeschäft behandelt werden und große Lügen die Realität verzerren, können unrealistische Erwartungen niemals erfüllt werden“, schrieb Araghtschi weiter. „Das Ergebnis? Aus Boshaftigkeit wird der Verhandlungstisch gesprengt.“

Am Samstag hatten Israel und die USA mit Angriffen auf den Iran begonnen. Vorherige Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter der Vermittlung des Oman hatten nicht zu einem Ergebnis geführt.

9:16 Uhr: Israel startet neue Angriffe auf Teheran

Israel hat nach eigenen Angaben mit erneuten Angriffen auf Teheran begonnen. Zuvor hatten iranische Staatsmedien über schwere Explosionen im Osten Teherans berichtet.

8:57 Uhr: Sri Lanka rettet Menschen von sinkendem iranischem Schiff

Das sri-lankische Militär hat am Mittwoch mindestens 30 Seeleute von einem sinkenden iranischen Schiff in der Nähe sri-lankischer Gewässer gerettet, teilte der Außenminister des Landes dem Parlament mit. Die sri-lankische Marine entsandte eine Rettungsmission, nachdem ein Notruf des Schiffes eingegangen war. Die Ursache des Untergangs war zunächst nicht bekannt.

8:15 Uhr: Bundesregierung will Rückholaktion starten

Die Bundesregierung will am Mittwoch ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere starten. Nach den Worten von Außenminister Johann Wadephul (CDU) ist ein erster Flug nach Maskat geplant, mit dem Menschen aus der Hauptstadt des Oman geholt werden sollen. Bereits am Dienstag kamen Urlauber mit den ersten Linienmaschinen nach Deutschland.

Seit dem Wochenende sitzen Zehntausende Menschen im Nahen Osten fest, die dort Urlaub machen oder einen dortigen Flughafen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten in der Region haben ihren Luftraum geschlossen, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest.

Laut Lufthansa soll ein Jet vom Typ Airbus A340-300 in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag die Menschen nach Hause bringen. Weitere Flüge sind dem Außenminister zufolge in den kommenden Tagen geplant.

8:06 Uhr: Israel droht mit Tötung von Nachfolger Chameneis

Jeder neue iranische Führer, der vom beratenden Rat der islamischen Geistlichen im Iran ausgewählt werde, wird nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz Ziel erneuter Angriffe werden.

„Jeder vom iranischen Terrorregime ernannte Anführer, der den Plan zur Zerstörung Israels, zur Bedrohung der Vereinigten Staaten, der freien Welt und der Länder der Region sowie zur Unterdrückung des iranischen Volkes weiterführt, wird ein unmissverständliches Ziel der Eliminierung sein“, sagte Katz laut Reuters am Mittwoch.

Der Iran gab unterdessen bekannt, ab Mittwochabend eine dreitägige „Abschiedszeremonie“ für Chamenei zu beginnen, der durch US-amerikanische und israelische Angriffe getötet worden war.

7:40 Uhr: Menschenrechtsgruppe spricht von mehr als 1000 getöteten Zivilisten im Iran

Nach Angaben der US-basierten Menschenrechtsorganisation HRANA sind seit dem 28. Februar 1097 Zivilisten im Iran getötet worden. 181 der Opfer seien Kinder unter zehn Jahren. Zudem seien 5402 Zivilisten verletzt worden, hieß es. Weitere 880 gemeldete Todesfälle würden derzeit überprüft.

7:11 Uhr: Israel greift iranische Sicherheitskräfte an

Das israelische Militär erklärte am Mittwoch, Angriffe auf iranische Sicherheitskräfte in Teheran durchgeführt zu haben. Dabei wurden den Angaben zufolge Gebäude getroffen, die mit der Freiwilligentruppe der iranischen Revolutionsgarde in Verbindung stehen sollen, die an der Niederschlagung der Proteste im Januar beteiligt war.

Bei nächtlichen israelischen Angriffen auf Städte in der Nähe von Beirut wurden nach Angaben des  libanesischen Gesundheitsministeriums sechs Menschen getötet, wie AP berichtet. Die Angriffe seien ohne Vorwarnung erfolgt.

6:45 Uhr: Iran meldet „vollständige Kontrolle“ über Straße von Hormus

„Die Straße von Hormus steht derzeit unter der vollständigen Kontrolle der Marine der Islamischen Republik“, erklärte der Offizier der Revolutionsgarden, Mohammad Akbarzadeh, laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars.

Die USA hatten dieser Darstellung nur wenige Stunden zuvor widersprochen. Admiral Brad Cooper des US Central Command sagte, die USA hätten bereits 17 iranische Schiffe zerstört. „Seit Jahrzehnten behindert das iranische Regime die internationale Schifffahrt. Heute befindet sich kein einziges iranisches Schiff mehr im Arabischen Golf, in der Straße von Hormus oder im Golf von Oman“, sagte er demnach.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag erklärt, die US-Marine könnte notfalls Schiffe durch die wichtige Handelsroute für Öl und Gas begleiten. „Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren“, sagte er auf Truth Social.

6:20 Uhr: Sohn von Chamenei gilt als wahrscheinlicher Nachfolger

Medienberichten zufolge gilt Modschtaba Chamenei, der Sohn des von US-amerikanischen und israelischen Angriffen getöteten Ayatollah Ali Chamenei, als wahrscheinlicher Nachfolger. Bei einem Treffen hochrangiger Geistlicher am Dienstag erwies er sich als Favorit, wie die New York Times unter Berufung auf drei iranische Beamte berichtet. Demnach könnte seine Nachfolge bereits am Mittwoch verkündet werden. Es gebe jedoch Bedenken, dass er so in das Visier der USA und Israels gelangen könnte.

Auch der persischsprachige Auslandssender Iran International berichtete, Modschtaba Chamenei sei unter dem Druck der Revolutionsgarden zum nächsten Führer des Landes gewählt worden.

6:02 Uhr: Berichte: USA und iranisch-kurdische Milizen beraten über Angriffe

Iranisch-kurdische Milizen haben sich in den letzten Tagen mit den USA darüber beraten, ob sie iranische Sicherheitskräfte im Westen des Landes angreifen sollten, wie drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters berichteten. Eine endgültige Entscheidung stehe jedoch noch aus.

Der Sender CNN berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, die CIA arbeite daran, kurdische Gruppen zu bewaffnen, die über Tausende Kämpfer entlang der irakisch-iranischen Grenze verfügen. Geplant sei demnach, durch Angriffe auf iranische Sicherheitskräfte den Iranern erneute Proteste zu ermöglichen.

5:57 Uhr: US-Außenministerium gestattet Regierungsmitarbeitern in mehreren Ländern die Ausreise

Das US-Außenministerium hat Regierungsmitarbeitern und ihren Angehörigen in Zypern die Erlaubnis erteilt, das Land aufgrund des Krieges zu verlassen. Zuvor war ein britischer Luftwaffenstützpunkt von einer Drohne angegriffen worden. Ähnliche Regelungen wurden für Saudi-Arabien und den Oman getroffen.

Dienstag, 3. März

22.02 Uhr: Trump kündigt Schutz für Schiffsverkehr in Straße von Hormus an

Donald Trump will den vom Iran bedrohten Schiffsverkehr in der Straße von Hormus absichern. „Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die USA würden um jeden Preis den freien Energiefluss sicherstellen. Zudem wies Trump die US-Entwicklungsfinanzierungsbehörde DFC an, Risikoversicherungen und Garantien für den Seehandel in der Region anzubieten, insbesondere für Energietransporte.

Die strategisch wichtige Meerenge zwischen Iran und Oman ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Drohungen aus dem Iran hatten zuletzt die Energiemärkte verunsichert, die Preise für Öl und Gas stiegen deutlich. Auch China übt Druck auf den Iran aus, die Straße von Hormus wieder sicher zu machen.

21.40 Uhr: Chamenei wird in schiitischem Heiligtum beigesetzt

Der Leichnam des getöteten iranischen Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars in einem schiitischen Heiligtum in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden. Die Agentur, die den Revolutionsgarden nahesteht, berichtete, die Beisetzung werde voraussichtlich – ähnlich wie bei Chameneis Vater – hinter dem Schrein des achten schiitischen Imams Resa stattfinden. Das Mausoleum gilt als wichtigstes Heiligtum der Schiiten im Iran. Zuvor ist laut Fars eine öffentliche Abschiedszeremonie in Teheran geplant. Details zum Ablauf und Zeitplan sollen später bekanntgegeben werden.

21.25 Uhr: Frankreich verlegt Flugzeugträger ins Mittelmeer

Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges entsendet Frankreich den Flugzeugträger Charles de Gaulle ins Mittelmeer. Präsident Emmanuel Macron erklärte, er habe dem Trägerverband und seinen Begleitschiffen befohlen, Kurs auf die Region zu nehmen. Grund seien die „instabile Lage“ und die Ungewissheit der kommenden Tage.

Zudem sollen zusätzliche Rafale-Kampfjets, Luftabwehr- und luftgestützte Radarsysteme in verbündete Staaten verlegt werden, darunter Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate. Frankreich habe nach eigenen Angaben bereits Drohnen in „legitimer Verteidigung“ abgeschossen, um den Luftraum seiner Partner zu schützen. Macron teilte weiter mit, zwei französische Militärstützpunkte in der Region seien bei „begrenzten Angriffen“ beschädigt worden. Auch Zypern soll unterstützt werden. Eine französische Fregatte sowie Luftabwehrsysteme seien dorthin unterwegs.

20.25 Uhr: Israel meldet Angriff auf Atomwaffen-Komplex

Israel hat nach eigenen Angaben eine Einrichtung im Raum Teheran angegriffen, in der iranische Wissenschaftler heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen gearbeitet haben sollen. Der Armeesprecher Effie Defrin sagte, trotz schwerer Schäden am Atomprogramm im Krieg im Juni 2025 habe die iranische Führung weiter an „notwendigen Fähigkeiten“ zur Herstellung von Kernwaffen gearbeitet. Die Infrastruktur sei nach dem vergangenen Krieg in „geheime Bunker“ verlegt worden. Die israelische Armee veröffentlichte eine Karte, auf der die Anlage am westlichen Stadtrand von Teheran zu sehen ist.

Parallel dazu hatte die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) auf Grundlage aktueller Satellitenbilder „jüngste Schäden“ an der Urananreicherungsanlage in Natanz nuclear facility festgestellt. Teheran erklärte, die unterirdische Anlage sei bei Angriffen Israels und der USA getroffen worden. 

Nach dem Krieg im vergangenen Jahr hatte US-Präsident Donald Trump wiederholt erklärt, die nuklearen Fähigkeiten Irans seien „ausgelöscht“ worden. Die iranische Regierung sprach hingegen von schweren, aber nicht vollständigen Schäden.

19.50 Uhr: Hisbollah feuert erstmals seit Kriegsbeginn auf Großraum Tel Aviv

Die proiranische Miliz Hisbollah hat erstmals seit Beginn des Iran-Krieges wieder Raketen auf den Großraum Tel Aviv abgefeuert. Nach Angaben der israelischen Armee wurden mehrere Geschosse identifiziert, die aus dem Libanon auf Israel zuflogen. Die Luftabwehr habe die meisten abgefangen, ein Geschoss sei auf offenem Gelände niedergegangen. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, ein Mann habe sich verletzt, als er auf dem Weg in einen Schutzraum gestürzt sei. Er sei in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die Hisbollah hatte zuvor erklärt, die Angriffe seien eine Reaktion auf die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ali Chamenei. Israel reagierte nach Militärangaben mit Angriffen auf zahlreiche Ziele im Libanon, insbesondere im Süden des Landes sowie in den südlichen Vororten von Beirut, die als Hochburgen der Hisbollah gelten.

19.32 Uhr: Israel öffnet Luftraum für Rückholflüge

Israel will seinen seit Kriegsbeginn gesperrten Luftraum in der Nacht zu Donnerstag teilweise wieder öffnen. Ziel ist es, im Ausland gestrandete Israelis zurückzuholen, zitierte der Sender N12 Verkehrsministerin Miri Regev. Der Flugbetrieb am Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv soll schrittweise aufgenommen werden. Zunächst sind nur Ankünfte geplant, Abflüge ohne Passagiere. Pro Stunde soll zunächst ein Flugzeug landen, später zwei. Nach Regierungsangaben könnten so bis zu 10.000 Menschen pro Tag zurückkehren. Schätzungen zufolge sitzen mehr als 100.000 Israelis im Ausland fest.

Rom: Anhänger von Reza Palawi demonstrieren für einen freien Iran.
Rom: Anhänger von Reza Palawi demonstrieren für einen freien Iran.Cecilia Fabiano/dpa

18.45 Uhr: Merz und Trump sprechen über wirtschaftliche Folgen des Krieges

Beim Treffen im Weißen Haus haben Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Präsident Donald Trump auch die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Krieges thematisiert. „Natürlich trifft das unsere Wirtschaft“, sagte Merz mit Blick auf steigende Öl- und Gaspreise. Er hoffe, dass der Konflikt so schnell wie möglich beendet werde.

Trump stellte sinkende Energiepreise in Aussicht. „Wenn wir mit dem Iran fertig sind, werden die Ölpreise auf ein Niveau sinken, auf dem sie vorher nie waren“, sagte der Präsident.

Washington: US-Präsident Donald Trump empfängt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Weißen Haus.
Washington: US-Präsident Donald Trump empfängt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Weißen Haus.Kay Nietfeld/dpa

18.15 Uhr: Trump: Irans Militär „ausgeschaltet“

US-Präsident Donald Trump hat beim Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus erklärt, zentrale Teile der iranischen Streitkräfte seien „ausgeschaltet“ worden. „Sie haben keine Marine mehr. Sie ist ausgeschaltet. Sie haben keine Luftwaffe mehr. Sie ist ausgeschaltet“, sagte Trump im Oval Office. Auch die Luftabwehr und Radarsysteme des Iran seien „ausgeschaltet“.

Trump sprach von einem erfolgreichen Militäreinsatz der USA. „Wir machen das sehr gut. Wir haben ein großartiges Militär“, sagte er weiter. Unabhängig überprüfen lassen sich seine Angaben derzeit nicht.
Merz erklärte zu Beginn des Treffens, er sei „sehr froh“, in diesen herausfordernden Zeiten mit Trump zu sprechen. Beide seien sich einig, „dieses schreckliche Regime in Teheran loszuwerden“. Zudem wolle er über Handelsfragen und den Krieg in der Ukraine sprechen.

17.56 Uhr: Israel meldet Angriffe auf Raketenfabriken

Die israelische Luftwaffe hat am Dienstag im Iran nach Armeeangaben mehrere Produktionsstätten für ballistische Raketen angegriffen. Die Angriffe hätten sich „gezielt“ gegen Industrieanlagen gerichtet, die Waffen und insbesondere ballistische Raketen herstellten, erklärte die Armee. Insbesondere im zentraliranischen Isfahan seien „dutzende Ziele“ ins Visier genommen worden, darunter Abschussrampen und Lagerstätten.

17.50 Uhr: Länder starten Evakuierungen aus Nahost

Nach der Eskalation im Nahen Osten bringen mehrere Staaten ihre Bürger in Sicherheit. Spanien flog 175 Staatsbürger von Abu Dhabi nach Madrid aus, weitere Flüge sollen folgen. Nach Schätzungen aus Madrid halten sich rund 30.000 Spanier in der Konfliktregion auf, davon etwa 13.000 in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Großbritannien organisiert einen Charterflug von Maskat im Oman, zehntausende Briten in der Region registrierten sich beim Außenministerium. Polens Regierung bereitet ebenfalls eine Evakuierungsaktion vor; rund 14.000 Polen befinden sich nach Angaben aus Warschau in den Emiraten. Auch Deutschland startet am Mittwoch einen ersten Evakuierungsflug. Von Maskat aus sollen zunächst besonders Schutzbedürftige wie Alte, Kranke, Schwangere und Kinder ausgeflogen werden. Weitere Flüge sind geplant.

17.05 Uhr: Dach der US-Botschaft in Riad zerstört

Eine iranische Drohne hat nach Angaben aus einem internen Memorandum des US-Außenministeriums Teile des Dachs der US-Botschaft in Riad beschädigt. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP. Demnach stürzte ein Teil des Dachs ein, es gab jedoch keine Toten oder Verletzten unter dem Personal. Auch nahe der US-Botschaft in Kuwait City schlugen laut dem Memo zwei Drohnen ein. Dabei sei kein Schaden an dem Gebäude entstanden, Verletzte habe es ebenfalls nicht gegeben.

Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait blieb „bis auf Weiteres“ geschlossen, nachdem sie am Montag bei einem Drohnenangriff direkt getroffen worden war. In Bahrains Hauptstadt Manama sowie der katarischen Hauptstadt Abu Dhabi waren nach Angaben von Reportern der Nachrichtenagentur AFP mehrere Explosionen zu hören.

16.58 Uhr: Angriffe auf internationale Flughäfen

Mehrere Angriffe auf den internationalen Flughafen von Doha wurden nach Angaben des katarischen Außenministeriums abgewehrt. Auch im Oman und im Irak wurden mehrere Drohnenangriffe gemeldet.

16.52 Uhr: Befragung zu Iran-Kriegsplänen im US-Senat

Im US-Senat ist ein ranghoher Verteidigungsbeamter zu den Kriegsplänen gegen den Iran befragt worden. Bei einer Anhörung des Streitkräfteausschusses äußerten mehrere Senatoren Kritik an der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump. Der unabhängige Senator Angus King sagte, es sei „sehr beunruhigend“, dass die USA in einen Krieg gezogen seien, weil Israel den Iran habe angreifen wollen. Verteidigungsstaatssekretär Elbridge Colby entgegnete, der Präsident habe die Militäroperation mit dem Ziel angeordnet, die iranische Raketenbedrohung zu zerstören und dem Land den Besitz einer Atomwaffe zu verwehren. „Der Präsident hat die Entscheidung getroffen“, sagte Colby.

Libanon, Kfar Tebniet: Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff auf mutmaßlich pro-iranischen Hisbollah-Stellungen auf.
Libanon, Kfar Tebniet: Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff auf mutmaßlich pro-iranischen Hisbollah-Stellungen auf.Stringer/dpa

16.35 Uhr: UN: Zehntausende im Libanon vertrieben

Im Libanon sind wegen der andauernden israelischen Luftangriffe nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) rund 30.000 Menschen in staatlich ausgewiesenen Notunterkünften registriert worden. Viele weitere Vertriebene hätten die Nacht in ihren Autos, am Straßenrand und in Staus verbracht, teilte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bei einer Pressekonferenz in Genf mit. Die Zahlen beziehen sich auf den Stand von Montag.

Israel hatte zuvor die Bewohner von mehr als 53 Dörfern zur Evakuierung aufgerufen. Besonders betroffen sind der Südlibanon, die Bekaa-Ebene sowie die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut. Diese Gebiete gelten als Hochburgen der Hisbollah. Die Schiitenmiliz hatte Israel als Reaktion auf dessen Angriffe auf den Iran mit Raketen beschossen. UNHCR äußerte sich besorgt über die Eskalation zwischen der Hisbollah im Libanon und Israel und rief zum Schutz der Zivilbevölkerung auf.

15.33: Uhr: Israel meldet „groß angelegte“ Angriffswelle auf Teheran

Die israelische Luftwaffe hat nach Angaben der Armee eine „groß angelegte“ Angriffswelle auf die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. Es handle sich um die neunte Angriffswelle seit Beginn der Kämpfe, erklärte das Militär am vierten Tag des Krieges. Die Angriffe richteten sich gegen die „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“ in Teheran, hieß es weiter. Zudem sei ein hochrangiger iranischer Kommandeur in der Hauptstadt angegriffen worden. Nähere Angaben machte die Armee zunächst nicht. Eine Stellungnahme aus Teheran lag zunächst nicht vor.

15.18 Uhr: Gebäude des Expertenrats bei Angriff getroffen

Bei neuen US-israelischen Luftangriffen ist nach Angaben iranischer Medien das Gebäude des iranischen Expertenrats getroffen worden. Das Gremium ist für die Wahl eines Nachfolgers des getöteten obersten Führers Ali Chamenei zuständig. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, „amerikanisch-zionistische Verbrecher“ hätten das Gebäude des Expertenrats in der südlich von Teheran gelegenen Stadt Ghom angegriffen. Örtliche Medien veröffentlichten demnach Aufnahmen eines schwer beschädigten Gebäudes.

Eine unabhängige Bestätigung der Angaben liegt bislang nicht vor. Stellungnahmen aus Washington oder Jerusalem gab es zunächst nicht.

15.20 Uhr: Erster Nahost-Rückholflug am Mittwoch

Die Bundesregierung startet am Mittwoch einen ersten Evakuierungsflug für in Nahost gestrandete Deutsche. Die Maschine soll nach Maskat im Oman fliegen und zunächst besonders Schutzbedürftige wie Alte, Kranke, Schwangere und Kinder ausfliegen, sagte Außenminister Johann Wadephul dem Sender Welt TV. Weitere Flüge seien geplant. Wie viele Menschen mit dem ersten Flug zurückkehren, ist noch offen. Nicht zur vulnerablen Gruppe zählende Reisende müssten zunächst warten oder selbstständig aus den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Deutschland zurückfliegen.

Seit Beginn der Kämpfe wurden in der Region fast 13.000 Flüge gestrichen. Aus Deutschland sitzen dort nach Schätzungen rund 30.000 Pauschalurlauber fest, hinzu kommt eine unbekannte Zahl Individualreisender.

15.15 Uhr: Trump: „Zu spät“ für Gespräche

Noch am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, er werde auf Wunsch der iranischen Führung verhandeln, auch während die gemeinsamen US-israelischen Luftangriffe andauerten. Zugleich forderte er die Iraner auf, das Regime zu stürzen.

Am Montag teilte die neue Führung der Islamischen Republik mit, man wolle nicht mit den USA verhandeln. Nun erklärte Trump auf seinem Netzwerk Truth Social, führende Vertreter des iranischen Regimes wollten Gespräche – es sei jedoch „zu spät“ dafür. „Ihre Luftabwehr, Marine und Führung ist weg“, schrieb er. „Sie wollen reden. Ich habe gesagt: ‚Zu spät!’“.

14.15 Uhr: Russland warnt vor Nuklear-Katastrophe

Russland sieht angesichts der Angriffe der USA und Israels auf den Iran eine wachsende Gefahr für das Atomkraftwerk Buschehr. Wenige Kilometer von der Anlage entfernt seien Explosionen zu hören gewesen, sagte Alexej Lichatschow, Chef des staatlichen Atomkonzerns Rosatom, laut der Nachrichtenagentur Interfax in Moskau. „Das richtet sich nicht gegen das Werk, sondern gegen Militäranlagen dort“, sagte er. „Doch die Bedrohung wächst, je intensiver der Konflikt wird.“

Rosatom erwäge, weitere 150 bis 200 Mitarbeiter aus Buschehr abzuziehen, sobald es die Sicherheitslage erlaube. Familien und Kinder der russischen Spezialisten seien bereits vor Beginn der Angriffe in Sicherheit gebracht worden. Das Atomkraftwerk Buschehr Nuclear Power Plant ist die einzige zivile Atomanlage des Iran. Es liegt rund 760 Kilometer südlich von Teheran am Persischen Golf. Der Reaktor russischer Bauart ist seit 2011 am Netz.

13.41 Uhr: Deutschland bestellt iranischen Botschafter ein

Das Auswärtige Amt hat am Dienstagden iranischen Botschafter einbestellt, um „wahllose und unverhältnismäßige Raketen- und Drohnenangriffe“ zu verurteilen, darunter auch Angriffe auf zivile Ziele. „Wir haben das iranische Regime unmissverständlich aufgefordert, seine rücksichtslosen Angriffe auf Staaten in der Region unverzüglich einzustellen“, erklärte das Ministerium auf X. „Die Angriffe bedrohen unsere Verbündeten, unser Militärpersonal und unsere Bürger in der Region.“

13.45 Uhr: Explosionen in Teheran

In der iranischen Hauptstadt Teheran hat es nach Angaben von AFP-Journalisten am Dienstagnachmittag laute Explosionen gegeben. Diese waren im Zentrum der Stadt zu höhren, wie Journalisten der Nachrichtenagentur berichteten. Das Ziel der Angriffe blieb zunächst unklar.

12.39 Uhr: Großbritannien schickt laut Bericht Kriegsschiff nach Zypern

Großbritannien erwägt offenbar, ein Kriegsschiff zu entsenden, um seinen Luftwaffenstützpunkt RAF Akrotiri auf Cyprus vor iranischen Angriffen zu schützen, berichtete die Zeitung The Times am Dienstag. Verteidigungsminister John Healey hielt demnach kurz zuvor ein Treffen mit hochrangigen Militärvertretern ab, bei dem die Entsendung der HMS Duncan in die Region erörtert wurde. Die Entscheidung sei noch nicht gefallen, hieß es später laut einer Quelle von Reuters.

Am Montag hatten iranische Drohnen eine Start- und Landebahn auf dem Stützpunkt Akrotiri getroffen. Großbritannien erklärte, dass britische Einrichtungen von Iran ins Visier genommen worden seien.

11.34 Uhr: Paris und Athen verlegen Abwehrsysteme und Kampfjets nach Zypern

Frankreich und Griechenland haben angekündigt, Waffensysteme nach Zypern zu schicken. Wie ein hochrangiger französischer Regierungsvertreter am Dienstag laut Politico mitteilte, werde Paris Flugabwehr- und Drohnenabwehrsysteme sowie eine Fregatte nach Zypern entsenden. Hintergrund ist ein Drohnenangriff auf einen britischen Luftwaffenstützpunkt auf der Insel am Montag.

Griechenland hat bereits militärische Unterstützung auf die Insel verlegt. Athen schickte vier Kampfflugzeuge vom Typ F-16 sowie zwei Fregatten nach Zypern. Eine der Fregatten ist mit dem Drohnenabwehrsystem „Centauros“ ausgestattet, einem elektronischen Störsystem zur Bekämpfung unbemannter Flugobjekte. Athen verlegt zudem eine Patriot-Flugabwehrbatterie auf die Insel Karpathos im südöstlichen Ägäischen Meer, um seine Verteidigung gegen Luftangriffe zu stärken, berichtete heute der staatliche Fernsehsender ERT.

11.26 Uhr: Israelische Luftwaffe bombardiert Führungskomplex im Herzen Teherans

Über Nacht haben israelische Streitkräfte nach eigenen Angaben das „Führungszentrum“ des Iran in Teheran angegriffen. Die IDF berichtet, dass etwa 100 Kampfflugzeuge über 250 Bomben auf das Zentrum abgeworfen haben. Zu den im Komplex angegriffenen Gebäuden gehören demnach das Präsidialbüro Irans, der Hauptsitz des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, ein Areal, das vom „höchsten Forum“ des Iran für Sitzungen genutzt wird, sowie eine „Einrichtung zur Ausbildung iranischer Armeebeamter“, so die IDF.

„Der Führungszentrum des Terrorregimes ist eine der am stärksten gesicherten Anlagen im Iran und erstreckt sich über viele Straßen im Herzen von Teheran“, erklärt das Militär und beschreibt es als „das wichtigste und zentrale Hauptquartier des iranischen Terrorregimes“.

10.57 Uhr: Schäden an Atomanlage Natanz gemeldet

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat am Dienstag mitgeteilt, dass Angriffe im Iran die Eingangsgebäude der iranischen Atomanlage der Natanzer Nuklearanlage beschädigt haben. „Es werden keine radiologischen Auswirkungen erwartet, und es wurden keine weiteren Schäden festgestellt“, erklärte die Behörde in den sozialen Medien. Die Anlage in Natanz ist der Ort, an dem Iran den überwiegenden Teil seines Kernbrennstoffs produziert hat. Sie war bereits zuvor während des Krieges im Juni beschädigt worden.

10.38 Uhr: Iran warnt europäische Staaten vor Kriegseintritt

Teheran hat europäischer Länder vor einem Eintritt in den Krieg im Nahen Osten gewarnt. Das geht laut der Nachrichtenagentur AFP aus einer Mitteilung des Außenministeriums hervor. „Jede derartige Handlung gegen den Iran würde als Komplizenschaft mit den Aggressoren“ und als „Kriegshandlung“ angesehen werden, erklärte demnach der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei. Zuvor hatten Frankreich, Deutschland und Großbritannien in einer Erklärung „militärische Defensivmaßnahmen“ gegen den Iran erwogen.

10.32 Uhr: Raketen in Richtung Israel unterwegs

In Israel ertönten am Vormittag erneut Alarmsirenen, die vor einem bevorstehenden iranischen Angriff warnen sollen. Nach Angaben der Times of Israel ist es der erste Alarm in etwa zehn Stunden. Teheran hatte zuvor einen neue Angriffswelle angekündigt.

9.56 Uhr: Drohnenangriffe treffen Rechenzentren von Amazon-Tochter

Drohnenangriffe im Zuge der militärischen Eskalation im Nahen Osten haben zwei Rechenzentren der Amazon-Tochter AWS (Amazon Web Services) in den Vereinigten Arabischen Emiraten direkt getroffen und beschädigt. Zudem wurde nach Unternehmensangaben in Bahrain eine Einrichtung durch einen Einschlag in unmittelbarer Nähe beeinträchtigt. Die Angriffe haben strukturelle Schäden und Unterbrechungen der Stromversorgung verursacht, wie AWS weiter mitteilte.

9.43 Uhr: Erstes Flugzeug von Dubai unterwegs nach Deutschland

Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates ist nach den zahlreichen Flugausfällen wegen des Iran-Krieges nun von Dubai nach Frankfurt am Main unterwegs. Eine Sprecherin der Fraport, der Betreibergesellschaft des bundesweit größten Flughafens, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen: „Die Emirates ist in der Luft und kommt hier an.“ Laut der Fraport-Ankunftsseite im Internet wurde die Maschine am frühen Nachmittag in Frankfurt erwartet.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bieten nach den Stornierungen in den ersten Tagen des Iran-Krieges nun Sonderflüge für gestrandete Passagiere an. Die Fluggesellschaft Emirates erklärte, zunächst Passagiere mit bereits bestehenden Buchungen bevorzugt zu berücksichtigen. Kundinnen und Kunden, die auf einen der eingeschränkt angebotenen Flüge umgebucht worden seien, würden direkt von ihr informiert.

9.30 Uhr: Israels Botschafter: Haben „keine richtige Antwort“ für Zeit nach Sturz im Iran

Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, sieht keinen ausgereiften Plan für die Zeit nach einem möglichen Sturz der iranischen Führung. „Wir müssen erst darüber nachdenken, dass wir keine richtige Antwort dafür haben“, sagte er in einem Podcast des Portals Politico auf die Frage, wer den Iran künftig führen könnte – etwa der Schah-Sohn Reza Pahlavi. „Das Wichtigste ist, dass dieses Regime nicht mehr existiert“, sagte Prosor.

Ziel Israels sei es, die Fähigkeiten der Führung in dem Land zurückzudrängen, ein Wandel könne aber „nur von innen da sein“. Die Bevölkerung in dem Land habe „wirklich genug und will Freiheit haben“.

9.12 Uhr: Tui beginnt mit Rückholung von Urlaubern

Der Reisekonzern Tui geht davon aus, seine im Nahen Osten festsitzenden Kunden innerhalb der kommenden Tage zurückzuholen. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Interview mit dem Sender NTV. „Bei 10.000 Kunden, die wir dort haben, ist das sicherlich etwas, was einige Tage dauern wird“, sagte Ebel weiter. Voraussetzung sei, dass sichere Luftkorridore zur Verfügung stünden. Insgesamt geht das Auswärtige Amt von 30.000 in Nahost gestrandeten Touristen aus.

8.19 Uhr: Israel verlegt Truppen tiefer in den Südlibanon

Die israelische Armee (IDF) hat nach eigenen Angaben Soldaten über die bislang fünf gehaltenen Posten hinaus tiefer in den Südlibanon verlegt. Die Truppen der 91. Regionaldivision „Galiläa“ seien an mehreren Punkten nahe der Grenze im Rahmen einer „verstärkten vorgeschobenen Verteidigungsstellung“ positioniert worden, teilte die IDF auf X mit.

Ziel sei es, eine „zusätzliche Sicherheitsebene für die Bewohner Nordisraels“ zu schaffen, erklärte die Armee. Zudem führe die IDF nach eigenen Angaben gezielte Angriffe auf Infrastruktur der Hisbollah durch. Diese trafen auch erneut Vororte von Beirut.

8 Uhr: Trump: USA haben zu viele Waffen an Ukraine abgetreten

US-Präsident Donald Trump hat auf seiner Plattform Truth Social erklärt, die USA verfügten über einen „praktisch unbegrenzten Vorrat“ an Munition mittlerer Kategorie. Kriege könnten damit „für immer“ und „sehr erfolgreich“ geführt werden, schrieb Trump. Bei den hochwertigsten Waffensystemen sei man allerdings noch nicht auf dem gewünschten Niveau.

Zugleich griff Trump seinen Vorgänger Joe Biden scharf an: Dieser habe Waffen im Wert von Hunderten Milliarden Dollar an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verschenkt und versäumt, die Bestände zu ersetzen. Biden hatte der Ukraine gegen Ende seiner Amtszeit unter anderem den Einsatz weitreichender ATACMS-Raketen mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern erlaubt.

7.51 Uhr: Washington zieht Botschaftspersonal aus Bahrain, Jordanien und Irak ab

Das US-Außenministerium zieht angesichts des Iran-Krieges den Großteil seines Botschaftspersonals aus Bahrain, Jordanien und dem Irak ab. Das Ministerium habe aus Sicherheitsgründen seine Reisehinweise für die Länder aktualisiert und die „Ausreise von allen nicht für Notfälle zuständigen Mitarbeiter der US-Regierung sowie deren Familienangehörigen“ angeordnet, erklärte das Außenministerium in Washington am Dienstag im Onlinedienst X. Die US-Botschaft des Golfstaates Kuwait wurde derweil „bis auf Weiteres“ geschlossen.

7.36 Uhr: Die Hisbollah meldet nächtliche Drohnenangriffe auf Israel

Die Hisbollah hat nach eigenen Angaben in der Nacht erneut zahlreiche Drohnen auf Israel abgeschossen. Nach Angaben der israelischen Armee wurden zwei aus dem Libanon kommende Drohnen abgefangen. Es gab keine Berichte über Einschläge in Israel. Die Hisbollah erklärte, sie habe eine israelische Flugsicherungsbasis auf dem Berg Meron sowie den Luftwaffenstützpunkt Ramat David Airbase ins Visier genommen. Zudem gab die Gruppe an, um 6.30 Uhr Raketen auf einen Stützpunkt der israelischen Armee auf den Golanhöhen abgefeuert zu haben. Die mit dem Iran verbündete Gruppe war am Vortag in den Krieg eingetreten. Israel hatte mit Beschuss auf den Libanon reagiert.

7.20 Uhr: Staatsmedien: Iranische Revolutionsgarden greifen US-Stützpunkt in Bahrain an

Die Iranischen Revolutionsgarden haben nach Angaben von iranischen Staatsmedien einen US-Luftwaffenstützpunkt in Bahrain angegriffen. Die Seestreitkräfte der Revolutionsgarden hätten einen „großangelegten Drohnen- und Raketenangriff auf den US-Luftwaffenstützpunkt im Gebiet Scheich Isa in Bahrain“ verübt, berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf eine Erklärung der Revolutionsgarden. Bei dem Angriff mit 20 Drohnen und drei Raketen sei das „zentrale Kommandohauptquartier der Basis zerstört“ worden.

6.36 Uhr: Iranische Unterhändler prahlten laut Witkoff mit Uran für elf Atombomben

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat in einem Interview mit Fox News erklärt, dass Irans führende Unterhändler in der ersten Verhandlungsrunde Anfang des Jahres damit geprahlt hätten, über genügend hoch angereichertes Uran für den Bau von elf Atombomben zu verfügen. „In diesem ersten Treffen sagten uns beide iranischen Unterhändler direkt – ohne jede Scham –, dass sie über 460 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran verfügen und sich bewusst seien, dass daraus elf Atombomben hergestellt werden könnten“, sagte Witkoff dem Sender.

Die iranischen Verhandlungsführer seien zudem stolz darauf gewesen, sämtliche internationalen Kontrollmechanismen umgangen zu haben, um diesen Vorrat aufzubauen. Zugleich betonte die US-Seite jedoch, dass Irans nukleare Anlagen zerstört worden seien und das Land daher nicht in der Lage sein dürfte, das angereicherte Uran tatsächlich in eine Waffe umzuwandeln.

6.10 Uhr: Auch US-Botschaft in Kuwait direkt von Drohne getroffen

Auch in Kuwait wurde die US-Botschaft mit Drohnen attackiert. Das Gebäude sei direkt getroffen worden, teilte ein in Kuwait stationierter Diplomat der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Angriffe erfolgten zeitgleich mit einer Welle von Raketen und Drohnen, die auf mehrere Golfstaaten abgefeuert wurden.

6.05 Uhr: US-Armee meldet die Zerstörung von Kommandoposten der Revolutionsgarden

US-Streitkräfte haben am Morgen die Zerstörung von Kommando- und Kontrolleinrichtungen der Iranischen Revolutionsgarden gemeldet. Iranische Luftverteidigungsfähigkeiten, Raketen- und Drohnenabschussrampen sowie Militärflugplätze seien zerstört worden. „Wir werden weiterhin entschlossen gegen unmittelbare Bedrohungen vorgehen, die vom iranischen Regime ausgehen.“, hieß es in einem Beitrag auf X.

6 Uhr: US-Botschaft in Riad von Drohnen getroffen

Die US-Botschaft in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad ist nach Angaben des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums mit zwei Drohnen angegriffen worden. Bei dem Angriff sei ein begrenztes Feuer ausgebrochen und ein geringer Sachschaden verursacht worden, erklärte ein Sprecher des saudi-arabischen Verteidigungsministeriums am Dienstagmorgen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, die US-Armee werde „bald“ Vergeltungsmaßnahmen wegen des Angriffs auf die US-Botschaft ergreifen.

2.45 Uhr: Rubio: Israels Angriffspläne haben US-Angriffe ausgelöst

US-Außenminister Marco Rubio hat den Beginn der US-Angriffe gegen den Iran auf Angriffspläne Israels zurückgeführt. „Wir wussten, dass es ein israelisches Handeln geben würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf US-Streitkräfte nach sich ziehen würde, und wir wussten, dass wir, wenn wir nicht präventiv gegen sie vorgingen, bevor sie diese Angriffe starteten, höhere Verluste erleiden würden“, sagte Rubio am Montag (Ortszeit) vor Journalisten im US-Kapitol.

Teheran hatte Rubio zufolge seinen Streitkräften den Befehl erteilt, im Falle eines Angriffs gegen den Iran automatisch US-Truppen anzugreifen. „Wenn wir dagestanden und auf diesen Angriff gewartet hätten, bevor wir sie trafen, hätten wir wesentlich höhere Verluste erlitten“, sagte der US-Chefdiplomat. US-Präsident Donald Trump habe daher die „sehr kluge Entscheidung getroffen“, gemeinsam mit Israel anzugreifen, fügte Rubio hinzu.

Rubio legte damit eine andere Begründung für die Angriffe der USA gegen den Iran vor als Trump. Dieser hatte zuvor gesagt, mit der Entscheidung zum Angriff gegen den Iran habe er die beste Möglichkeit genutzt. „Dies war unsere letzte und beste Chance zuzuschlagen, was wir gerade tun, und die unerträglichen Bedrohungen durch dieses kranke und finstere Regime zu beseitigen“, sagte Trump bei einer Veranstaltung im Weißen Haus in Washington.

US-Außenminister Marco Rubio spricht zu Reportern
US-Außenminister Marco Rubio spricht zu ReporternJ. Scott Applewhite/AP

1.26 Uhr: Israelische Armee: Sitz von iranischem Staatsrundfunk angegriffen

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Dienstag den Sitz des iranischen Staatsrundfunks Irib im Norden Teherans „angegriffen und zerstört“. „Vor kurzem hat die israelische Luftwaffe das Kommunikationszentrum des iranischen Terrorregimes“ in Teheran „angegriffen und zerstört“, erklärte das israelische Militär mit Blick auf Irib. Der Sender berichtete seinerseits im Onlinedienst Telegram von zwei Explosionen nahe seiner Zentrale in Teheran, erklärte jedoch, seinen Sendebetrieb fortzusetzen.

Montag, 2. März

23.55 Uhr: Melania Trump leitet Sitzung des UN-Sicherheitsrats - Scharfe Kritik des Iran

Eine Premiere für Melania Trump, eine Provokation für den Iran: Kurz nach Kriegsbeginn hat die Gattin von US-Präsident Donald Trump am Montag als erste First Lady eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York geleitet. Dabei ging es um den Schutz von Kindern und die „Rolle von Bildung bei der Förderung von Toleranz und Frieden in der Welt“. Der Iran nannte den Auftritt „beschämend und heuchlerisch“.

23 Uhr: US-Bürger sollen Nahost sofort verlassen

Die US-Regierung hat amerikanische Staatsbürger aufgefordert, Länder im Nahen Osten zu verlassen, und begründet dies mit „erheblichen Sicherheitsrisiken“ durch den Krieg mit United States Department of State. Laut dem US-Außenministerium sollten Amerikaner „jetzt über reguläre kommerzielle Verbindungen ausreisen“. Die dringende Sicherheitswarnung wurde am Montag auf der Plattform X von Mora Namdar, der Assistant Secretary of State for Consular Affairs, veröffentlicht.

Die Aufforderung betrifft mehr als ein Dutzend Staaten im Nahen Osten. Namdar rät US-Bürgern, „sofort über kommerzielle Reisemöglichkeiten“ auszureisen.

21.38 Uhr: Straße von Hormus offenbar geschlossen – Teheran droht jedem Schiff

Ein Kommandeur der iranischen Revolutionsgarde hat erklärt, dass die Straße von Hormus geschlossen sei. Ebrahim Jabari, ein hochrangiger Berater des Oberbefehlshabers der Revolutionsgarden, sagte laut iranischen Medien, die Meerenge sei geschlossen, und der Iran werde jedes Schiff „in Brand setzen“, das versuche, sie zu passieren. Die Straße von Hormus verbindet den Golf von Oman mit dem Persischen Golf. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Öl-Handelsrouten der Welt.

Die Straße von Hormus aus dem All. Sie verbindet den Golf von Oman (l) mit dem Persischen Golf (r).
Die Straße von Hormus aus dem All. Sie verbindet den Golf von Oman (l) mit dem Persischen Golf (r).Nasa/dpa

21.28 Uhr: Bericht: Nächtliche israelische Angriffe auf Raketenwerfer geplant

Israel erwartet nach Angaben zweier Regierungsvertreter, dass Irans Fähigkeit, ballistische Raketen abzufeuern, innerhalb der nächsten 24 Stunden deutlich geschwächt wird. Hintergrund ist nach Informationen von CNN eine Intensivierung der Angriffe durch die USA und Israel. Demnach soll die Zahl der auf Israel abgefeuerten Raketen bis Dienstagabend zurückgehen. In den ersten drei Kriegstagen wurden laut CNN bereits mehr als 1200 Ziele getroffen; bis Dienstag (US-Ortszeit) werde sich diese Zahl „verdoppeln“. Die nächtlichen Angriffe konzentrieren sollen sich vor allem auf Raketenwerfer, interne Sicherheitskräfte und Ziele der Revolutionsgarde konzentrieren.

20.22 Uhr: Trump schließt Bodentruppen im Iran nicht aus

Präsident Donald Trump hat die Entsendung von US-Bodentruppen in den Iran nicht ausgeschlossen. Das sagte er im Interview mit der New York Post am Montag. „Ich habe keine Hemmungen in Bezug auf Bodentruppen– wie jeder Präsident sagt: ‚Es wird keine Bodentruppen geben.‘ Ich sage das nicht“, erklärte Trump nach den am Samstag gestarteten Angriffen. „Ich sage: ‚Wahrscheinlich brauchen wir sie nicht‘ oder: ‚Falls sie notwendig wären.‘“

Verteidigungsminister hatte auf einer Pressekonferenz im Pentagon am Montagmorgen gesagt, dass sich derzeit keine amerikanischen Soldaten im Iran befänden, schloss diese Möglichkeit jedoch ebenfalls nicht aus.

19.43 Uhr: Quds-Brigade: USA werden „nirgendwo mehr sicher sein, nicht einmal zu Hause“

Die Eliteeinheit der Islamischen Revolutionsgarde (Quds-Brigade) hat eine Warnung in Richtung USA ausgesprochen. „Der Feind sollte wissen, dass seine glücklichen Tage vorbei sind und er nirgendwo auf der Welt mehr sicher sein wird, nicht einmal in den eigenen Häusern“, heißt es in einer Erklärung der Quds-Brigade, die nach übereinstimmenden Berichten vom staatlichen Fernsehen verbreitet wurde. Die Quds-Einheit für die Auslandsoperationen der Iranischen Revolutionsgarde zuständig.

18.30 Uhr: Trump nennt vier Ziele der US-Militärschläge gegen den Iran

US-Präsident Donald Trump hat die seit dem Wochenende laufenden Militärschläge gegen den Iran mit vier zentralen Zielen begründet. Bei einer Zeremonie zur Verleihung der Ehrenmedaille im Weißen Haus erklärte er, die USA wollten Irans Raketenfähigkeiten zerstören, dessen Marine vernichten, das Atomprogramm des Landes beenden und die Bewaffnung von Terrorgruppen durch Teheran unterbinden. Zehn iranische Schiffe seien bereits versenkt worden, so Trump. Verhandlungen über ein Abkommen seien zuvor wiederholt gescheitert, weil der Iran sich zurückgezogen habe.

Trump erklärte zudem, der Iran sei unter einem von Präsident Barack Obama unterzeichneten Abkommen „auf dem Weg“ zu einer Atomwaffe gewesen – obwohl das Abkommen Teheran ausdrücklich untersagte, Nuklearwaffen zu entwickeln oder zu erwerben. Trump hatte die USA in seiner ersten Amtszeit aus dem Abkommen zurückgezogen. Die laufende Militäroperation solle sicherstellen, dass der Iran „niemals eine Atomwaffe erhalten kann“, sagte der Präsident. „Man kann mit diesen Leuten nicht verhandeln – man muss es auf die richtige Art machen“, so Trump.

Präsident Donald Trump verlässt nach einer Zeremonie zur Verleihung der Ehrenmedaille den Ostsaal des Weißen Hauses.
Präsident Donald Trump verlässt nach einer Zeremonie zur Verleihung der Ehrenmedaille den Ostsaal des Weißen Hauses.Alex Brandon/AP

18.10 Uhr: US-Militärflugzeuge aus Spanien teilweise nach Deutschland verlegt

Fünfzehn US-Flugzeuge haben seit den am Wochenende von den USA und Israel gestarteten Angriffen auf den Iran die Militärbasen Rota und Morón im Süden Spanien verlassen. Das zeigen Karten der Flugverfolgungs-Website FlightRadar24 laut der Nachrichtenagentur Reuters. Spaniens Außenminister José Manuel Albares hatte zuvor erklärt, dass Madrid seine Militärbasen, die gemeinsam von den USA und Spanien betrieben werden, nicht für Angriffe auf Iran nutzen lassen werde.

Mindestens sieben der Flugzeuge landeten daraufhin auf der Ramstein Air Base in Deutschland. Ramstein steht ebenfalls unter deutscher Souveränität. Militärische Operationen, die von US-Kräften von deutschem Boden aus geführt werden, müssen somit laut Stationierungsvertrag grundsätzlich von Deutschland genehmigt werden. Deutschland könnte demnach theoretisch die Nutzung für Angriffe auf den Iran ebenfalls verbieten.

17.36 Uhr: Flugverkehr in Dubai wird wieder aufgenommen

Am Montagabend sollen vereinzelt wieder Flüge aus Dubai starten. Die Fluggesellschaft Emirates, deren Drehkreuz Dubai ist, teilte am Montagnachmittag auf ihrer Website mit, dass sie am Abend eine „begrenzte Anzahl von Flügen“ durchführen werde, wobei Reisende mit bestehenden Buchungen Priorität hätten. Passagiere sollten den Flughafen nicht aufsuchen, es sei denn, sie wurden benachrichtigt, hieß es von der Airline. Zehntausende Passagiere waren von der Einstellung des Flugbetriebs im Zuge der Angriffe in der Region betroffen.

17.19 Uhr: Katar meldet Abschuss von iranischen Kampfjets

Das katarische Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, dass seine Streitkräfte „erfolgreich zwei von Iran kommende Kampfflugzeuge abgeschossen“ hätten. Zuvor hatten katarische Streitkräfte und Luftabwehrsysteme bereits laut Euronews iranische Raketen und Drohnen abgefangen und zerstört, die in Richtung des katarischen Territoriums gestartet worden sein sollen.

Am 28. Februar steigt Rauch aus einem Gebiet in Richtung der Al Udeid Air Base auf, auf der die Luftstreitkräfte des Emirats Katar sowie ausländische Truppen, darunter die der Vereinigte Staaten, stationiert sind, in Doha.
Am 28. Februar steigt Rauch aus einem Gebiet in Richtung der Al Udeid Air Base auf, auf der die Luftstreitkräfte des Emirats Katar sowie ausländische Truppen, darunter die der Vereinigte Staaten, stationiert sind, in Doha.Mahmud Hams/AFP

17 Uhr: Hegseth zieht Trumps Kriegsziel in Zweifel

Der US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat am Montagmorgen (Ortszeit) erklärt, dass die US-Angriffe auf Iran keinen Regimewechsel zum Ziel hätten. „Dies ist kein sogenannter Krieg zum Regimewechsel, aber das Regime hat sich definitiv geändert“, sagte Hegseth in einer Pressekonferenz des Pentagons. „Und die Welt ist dadurch besser dran.“

US-Präsident Donald Trump hatte in seinen Äußerungen nach den Angriffen indirekt einen Regimewechsel gefordert und das iranische Volk dazu ermutigt, „die Kontrolle über euer Schicksal zu übernehmen“. Es gehe um die Freiheit der Iranerinnen und Iraner sagte er später zudem.

16.50 Uhr: Trump: Große Angriffswelle kommt noch

Der Präsident Donald Trump hat im Interview mit CNN angekündigt, dass die „große Welle“ der Angriffe auf den Iran noch bevor stehe. „Wir bringen sie ordentlich in die Schranken“, sagte Trump. „Ich denke, es läuft sehr gut (...) Wir haben das größte Militär der Welt und setzen es ein.“ Zur Frage, wie lange der Krieg dauern könnte, sagte der Präsident: „Ich möchte nicht, dass er zu lange dauert. Ich dachte immer, es würden vier Wochen sein. Und wir liegen ein bisschen vor dem Zeitplan.“

16.16 Uhr: Weißes Haus kündigt Ansprache von Trump an

US-Präsident Donald Trump wird nach Angaben des Weißen Hauses am Montag um 17 Uhr (deutsche Zeit) vor die Presse treten, um sich zur Lage in Nahost zu äußern. Seine bisherigen Botschaften waren vorab aufgenommene Videos, die über Truth Social verbreitet wurden, oder Interviews mit einzelnen Medien.

15.58 Uhr: Iranische Medien: Ehefrau von Chamenei tot

Iranische Medien berichten, dass Mansoureh Khojasteh Bagherzadeh, die Ehefrau des obersten iranischen Führers Ali Chamenei, an den Verletzungen gestorben ist, die sie bei den Luftangriffen am Samstag erlitten hatte. Zuvor war berichtet worden, sie habe seit dem Angriff im Koma gelegen. Khojasteh war 78 Jahre alt und die einzige Ehefrau von Khamenei. Sie hatten im Jahr 1964 geheiratet.

15.22 Uhr: Israel intensiviert Angriffe auf Libanon

Ein israelischer Angriff auf die südlichen Vororte von Beirut im Libanon, bekannt als Dahiya, war nach Informationen der New York Times in der ganzen Stadt zu spüren. Er ließ eine riesige graue Rauchwolke in den Himmel aufsteigen. Das dicht besiedelte Geschäfts- und Wohnviertel gilt als Hochburg der Hisbollah. Zuvor hatten die israelischen Streitkräfte angekündigt, die Angriffe auf die mit dem Iran verbündeten Hisbollah auszuweiten.

15.10 Uhr: China spricht Iran Unterstützung aus

Der chinesische Außenminister Wang Yi seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghchi zugesichert, dass Peking Teheran dabei unterstütze, sich gegen US-israelische Angriffe zu verteidigen. Wang erklärte laut dem staatlichen Sender China Central Television (CCTV), China „schätze die traditionelle Freundschaft zwischen China und Iran, unterstütze Iran bei der Verteidigung seiner Souveränität, Sicherheit, territorialen Integrität und nationalen Würde und unterstütze Iran beim Schutz seiner legitimen Rechte und Interessen“.

China habe „die USA und Israel aufgefordert, die militärischen Operationen unverzüglich einzustellen, eine weitere Eskalation der Spannungen zu vermeiden und eine Ausweitung des Konflikts auf die gesamte Region des Nahen Ostens zu verhindern“, zitierte CCTV Wang weiter.

14.25 Uhr: Bundesregierung will Flugzeuge zur Evakuierung von gestrandeten Deutschen schicken

Die Bundesregierung will Flugzeuge in den Nahen Osten schicken, um gestrandete deutsche Touristen zu evakuieren. Das teilte Bundesaußenminister Johann Wadephul am Nachmittag in Berlin mit. Zuerst sollen dabei „besonders vulnerable Gruppen“ evakuiert werden. Die Maschinen sollen demnach nach Maskat im Oman und in die saudische Hauptstadt Riad fliegen. Dort seien die Lufträume noch geöffnet. 

Die Lufthansa habe noch Kapazitäten für die Rettungsaktion, so Wadephul. Die Flugzeuge sollen demnach auf Steuerzahlerkosten gechartert werden. „Die Bundeswehr ist wirklich das letzte Mittel der Wahl“, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in der Bundespressekonferenz in Berlin. Aufgrund des Krieges sind derzeit etwa 30.000 deutsche Touristen in der Region gestrandet.

13.45 Uhr: Vierter US-Soldat tot

Nachdem das US-Militär am Sonntag die ersten drei Todesopfer auf amerikanischer Seite gemeldet hatte, ist am Montag ein vierter Armeeangehöriger im Zuge der Operation „Operation Epic Fury“ gestorben. Er war bei den anfänglichen Angriffen schwer verletzt worden, bei denen auch die anderen Soldaten ums Leben gekommen waren. Das teilte das Zentralkommando der US-Streitkräfte auf X mit.

13.21 Uhr: Irans Revolutionsgarden melden Angriff auf Netanjahus Amtssitz

Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben den Amtssitz des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und das Hauptquartier des israelischen Luftwaffenkommandanten mit Raketen angegriffen. Beide Gebäude seien ins Visier genommen worden, erklärten die Revolutionsgarden am Montag in einer von der iranischen Nachrichtenagentur Fars zitierten Mitteilung.

13.10 Uhr: Libanon verbietet Hisbollah militärische Aktivitäten

Die libanesische Regierung hat die militärischen Aktivitäten der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz für illegal erklärt. Das kündigte Ministerpräsident Nauaf Salam in einer Fernsehansprache an. Damit verändert sich der Status der Gruppe von einer teilweise geduldeten Widerstandsbewegung zu einer verbotenen Organisation.

12.22 Uhr: Israel meldet weiteren Großangriff auf Teheran

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen „zusätzlichen umfassenden Angriff“ im Zentrum Teherans begonnen. Ziel sei die Regierung, teilten die Streitkräfte mit. In mehreren Teilen der iranischen Hauptstadt wurden Explosionen gemeldet.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, ein Luftangriff habe ein Gebiet nahe dem Revolutionsplatz getroffen, wo sich Demonstranten versammelt hätten. Die iranische Luftabwehr habe den Angriff über dem Zentrum Teherans abgefangen. Unabhängige Bestätigungen lagen zunächst nicht vor.

12.20 Uhr: Iran benennt kommissarischen Verteidigungsminister

Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim übernimmt General Seyyed Majid Ibn al-Reza kommissarisch die Aufgaben des Verteidigungsministers. Präsident Masoud Peseschkian habe die Entscheidung getroffen, berichtete Tasnim. Zuvor war Irans Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh nach iranischen Angaben bei israelisch-amerikanischen Luftangriffen getötet worden. Eine unabhängige Bestätigung lag zunächst nicht vor.

12.15 Uhr: Drei US-Kampfjets versehentlich von Kuwaits Luftabwehr abgeschossen

Drei US-Kampfjets sind nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) durch mutmaßlichen Eigenbeschuss über Kuwait abgestürzt. Kuwaits Luftabwehr habe die Maschinen vom Typ F-15E „Strike Eagle“ während laufender Gefechte versehentlich abgeschossen, teilte das US-Militär mit.

Demnach befanden sich die Jets im Einsatz gegen den Iran im Rahmen der Operation „Epic Fury“, als sie während Angriffe durch iranische Flugzeuge, Raketen und Drohnen irrtümlich getroffen wurden. Alle sechs Besatzungsmitglieder hätten sich mit dem Schleudersitz retten können, seien geborgen worden und in stabilem Zustand. Die Ursache des Vorfalls werde untersucht. Kuwaits Verteidigungsminister hatte zuvor von mehreren abgestürzten US-Kampfjets gesprochen.

11.48 Uhr: IAEA sieht keine Schäden an iranischen Atomanlagen

Die Internationale Atomenergiebehörde hat nach eigenen Angaben bislang keine Hinweise auf Schäden an iranischen Atomanlagen. Behördenchef Rafael Mariano Grossi sagte vor einer Sondersitzung des IAEA-Gouverneursrats in Wien, es gebe „bis jetzt“ keine Anzeichen dafür, dass Anlagen wie das Kernkraftwerk Buschehr, der Forschungsreaktor in Teheran oder andere Einrichtungen des nuklearen Brennstoffkreislaufs getroffen worden seien.

Zugleich erklärte Grossi, die IAEA versuche weiterhin, über ihr Notfallzentrum Kontakt zu den iranischen Atomaufsichtsbehörden aufzunehmen. Wegen der eingeschränkten Kommunikation im Zuge des Konflikts habe es bislang jedoch keine Antwort gegeben.

11.41 Uhr: Israels Armee: Iran greift systematisch Wohnhäuser an

Israels Armee wirft dem Iran vor, bei seinen Angriffen in Israel gezielt zivile Ziele ins Visier zu nehmen. „Wir haben konkrete Informationen erhalten, die belegen, dass der Iran systematisch zivile Wohnhäuser in Israel angreift“, sagte Militärsprecher Nadav Schoschani. Irans Führung wolle auf diese Weise Panik in Israel auslösen und die öffentliche Meinung beeinflussen. Er sprach von „einer iranischen Strategie“.

Der Iran wiederum betont stets, Ziel seiner Angriffe seien etwa Einrichtungen des israelischen Militärs oder der israelischen Regierung. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Laut Schoschani greifen derzeit noch immer Hunderte Kampfflugzeuge der israelischen Luftwaffe Ziele im Iran an, darunter seinen Angaben zufolge „Hochburgen des Regimes“.

11.31 Uhr: Israel meldet Tötung hochrangiger iranischer Geheimdienstvertreter

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben mehrere hochrangige Vertreter des iranischen Geheimdienstes getötet. Demnach seien der stellvertretende Geheimdienstminister für Israel-Angelegenheiten, Sayed Yahya Hamidi, sowie Jalal Pour Hossein, Leiter der Spionageabteilung, ums Leben gekommen. Weitere „Regimevertreter“ seien ebenfalls getötet worden.

Zudem erklärte die isaelische Armee, das Hauptquartier des iranischen Geheimdienstministeriums in Teheran sei „vor kurzer Zeit“ angegriffen worden.

11.20 Uhr: Israels Botschafter: Iran will Europa in den Krieg ziehen

Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, wirft dem Iran vor, Europa in den Krieg im Nahen Osten hineinziehen zu wollen. Der mutmaßliche Drohneneinschlag auf einem britischen Stützpunkt im EU-Staat Zypern sei ein Hinweis darauf, dass Teheran die Europäer in die Kampfhandlungen verwickeln wolle, sagte Prosor der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies auf die Beistandsklausel in Artikel 42 des EU-Vertrags. Da Zypern Mitglied der EU sei, liege es in der Verantwortung Europas, das Land zu verteidigen.

Prosor hält zudem Racheakte der iranischen Führung auf deutschem Boden für möglich. „Ich halte bei diesen Terroristen alles für möglich. Das heißt, wir müssen uns darauf gut vorbereiten, immer mit einem offenen Auge schlafen.“ Man müsse „on high alert“ (in höchster Alarmbereitschaft) sein.

10.20 Uhr: Wadephul: Deutschland wird sich nicht am Iran-Krieg beteiligen

Deutschland wird sich nach Angaben von Außenminister Johann Wadephul (CDU) nicht an militärischen Aktionen gegen den Iran beteiligen. „Die Bundesregierung hat nicht die Absicht, sich zu beteiligen“, sagte Wadephul im Deutschlandfunk.

Rund 30.000 deutsche Touristen sitzen derzeit auf Kreuzfahrtschiffen, in Hotels oder an geschlossenen Flughäfen im Nahen Osten fest und können aufgrund des Konflikts nicht nach Hause zurückkehren. Wadephul erklärte, eine militärische Evakuierung sei aufgrund des gesperrten Luftraums derzeit nicht möglich.

9.45 Uhr: Mehr als 550 Tote bei Angriffen im Iran

Bei den Angriffen Israels und der USA sind im Iran nach Angaben des Iranischen Roten Halbmonds mindestens 555 Menschen getötet worden. Die Hilfsorganisation erklärte, landesweit seien mehr als 100.000 Rettungskräfte im Einsatz, mehr als 130 Landkreise seien betroffen. Der Rote Halbmond ist das Pendant zum Roten Kreuz in islamisch geprägten Ländern und Teil der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Die Organisation ist im Iran für Katastrophenhilfe und medizinische Notversorgung zuständig.

Das in Washington ansässige Critical Threats Project erklärte in einer Analyse, es seien inzwischen mehr als 2000 Ziele im Iran attackiert worden.

9.20 Uhr: Drohne trifft Saudi-Aramco-Ölzentrum in Ras Tanura

In mehreren Golfstaaten gab es heftige Explosionen. Dabei wurde die riesige Ölraffinerie und Exportanlage Saudi Aramco‑Ras Tanura unter anderem bei einem Drohnenangriff beschädigt und vorübergehend stillgelegt. Die Anlage an der Ostküste Saudi-Arabiens gehört zu den größten Ölverarbeitungszentren der Region und kann rund 550000 Barrel Rohöl pro Tag verarbeiten. Sie spielt damit eine entscheidende Rolle für globale Energieflüsse .

Das Feuer konnte unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Marktbeobachter warnen, dass Angriffe auf so zentrale Infrastruktur die Ölversorgung belasten und die Unsicherheit an den Energiemärkten weiter steigen lassen könnten.

8.56 Uhr: Mehrere US-Kampfjets in Kuwait abgestürzt

Im Golfstaat Kuwait sind laut offiziellen Angaben mehrere US-Kampflugzeuge abgestürzt. Die Besatzungen hätten überlebt, wie ein Sprecher des kuwaitischen Verteidigungsministeriums mitteilte. Berichten zufolge hätten sie sich mit Schleudersitzen retten können. Zu den Ursachen der Abstürze äußerte er sich nicht.

7.42 Uhr: Explosionen in mehreren Golfstaaten

Der Iran-Konflikt greift auf weitere Staaten in der Golfregion über. In Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Kuwait sowie in Jerusalem wurden Explosionen gemeldet. In Bahrain kam nach Angaben des Innenministeriums ein asiatischer Arbeiter ums Leben, nachdem Trümmer einer abgefangenen Rakete auf ein Schiff gefallen waren. Kuwait erklärte, mehrere „feindliche“ Drohnen abgefangen zu haben. Ein AFP-Korrespondent berichtete am Montag aus der Hauptstadt Kuwait-Stadt von einer Rauchsäule über dem Gebäudekomplex, die Botschaft selbst rief dazu auf, sie nicht aufzusuchen. Zuvor waren über Kuwait-Stadt Warnsirenen erklungen.

Kuwait: Rauch steigt nach einem mutmaßlichen iranischen Angriff in der Gegend aufsteigt, in der sich die US-Botschaft befindet.
Kuwait: Rauch steigt nach einem mutmaßlichen iranischen Angriff in der Gegend aufsteigt, in der sich die US-Botschaft befindet.AFP

06.07 Uhr: Drohne trifft britischen Stützpunkt auf Zypern

Auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern ist in der Nacht zum Montag mutmaßlich eine Drohne eingeschlagen. Das bestätigte das Verteidigungsministerium in London laut der Nachrichtenagentur PA. Verletzt wurde demnach niemand. Nach Angaben der zyprischen Regierung verursachte die „unbemannte Drohne“ nur geringen Schaden. Der Nationale Sicherheitsrat des Landes tagt weiter. Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar.

Das Portal Cyprus Mail berichtete von einem Einschlag auf dem Flugfeld. Es sei geringer Sachschaden entstanden. Politis veröffentlichte Videos, auf denen Alarmsirenen zu hören sind.

Großbritannien beteiligt sich nach eigenen Angaben im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz gegen den Iran. Verteidigungsminister John Healey sagte dem Sender Sky News, britische Flugzeuge schießen Drohnen und Raketen ab, wenn sie diese sehen. Zugleich warnte er vor „zunehmend wahllosen iranischen Vergeltungsangriffen“ und sprach von zwei iranischen Raketen in Richtung Zypern.

Zyperns Regierung hatte zuvor Berichte zurückgewiesen, wonach iranische Raketen in Richtung der Mittelmeerinsel abgefeuert worden seien. Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis schrieb am Sonntag auf der Plattform X, entsprechende Darstellungen träfen nicht zu.

6.01 Uhr: Irans Sicherheitsratschef Laridschani lehnt Verhandlungen mit den USA ab

Irans einflussreicher Sicherheitsratschef Ali Laridschani hat jegliche Verhandlungen mit der US-Regierung abgelehnt. „Wir werden nicht mit den USA verhandeln“, erklärte Laridschani am Montag im Onlinedienst X. Er wies Medienberichte zurück, wonach iranische Vertreter versucht hätten, Gespräche mit Washington aufzunehmen. Laridschani warf US-Präsident Donald Trump außerdem vor, die Region „mit seinen ‚illusorischen Träumen‘ ins Chaos gestürzt“ zu haben. Nun sorge Trump sich um Verluste unter den US-Streitkräften.

5.58 Uhr: Israel tötet Hisbollah-Anführer

Der Vorsitzende der Hisbollah-Parlamentsfraktion, Mohammad Raad, wurde Berichten zufolge bei Angriffen der israelischen Armee auf Hisbollah-Stellungen im Libanon getötet, wie die saudische Nachrichtenagentur Al-Hadath am Montagmorgen berichtete. Die Präzisionsangriffe der israelischen Armee erfolgten als Vergeltung für mehrere Angriffe der Hisbollah auf Nordisrael in der Nacht. Dabei seien nach libanesischen Angaben mindestens 31 Menschen getötet worden. 149 weitere Bürger seien bei den „feindlichen israelischen Luftangriffen“ auf den Südlibanon und südliche Vororte der Hauptstadt Beirut verletzt worden, erklärte das Gesundheitsministerium am Montag.

Israel kündigte an, die Angriffe auf den Libanon noch verstärken zu wollen. „Die Angriffe gehen weiter, ihre Intensität wird zunehmen“, erklärte der Befehlshaber des nördlichen Kommandos der israelischen Armee, Rafi Milo, am Montag. Die pro-iranische Hisbollah-Miliz, die Israel zuvor mit Raketen und Drohnen aus dem Libanon angegriffen hatte, werde „einen hohen Preis zahlen“.

Am 2. März 2026 steigt nach einem israelischen Luftangriff in Deir Seryan im Südlibanon Rauch auf.
Am 2. März 2026 steigt nach einem israelischen Luftangriff in Deir Seryan im Südlibanon Rauch auf.RABIH DAHER/AFP

5.55 Uhr: Hisbollah greift Israel an

Die libanesische Hisbollah feuerte in der Nacht mehrere Raketen auf Israel ab und griff damit an der Seite Teherans in den Konflikt ein. Israel reagierte mit Luftangriffen auf südliche Vororte Beiruts und weitere Ziele im Libanon. Es ist der erste Raketenangriff der vom Iran unterstützten Schiiten-Miliz seit Beginn der Waffenruhe mit Israel im November 2024. Die Hisbollah begründete ihr Vorgehen mit der Tötung Chameneis bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in Teheran. Israels Armee erklärte, ein Geschoss sei abgefangen worden, andere seien in offenem Gelände niedergegangen. Generalstabschef Ejal Zamir machte die Hisbollah für „jede Eskalation“ verantwortlich.

Die israelische Armee teilte mit, in Beirut ranghohe Hisbollah-Mitglieder angegriffen zu haben, ein weiteres Ziel sei im Süden des Libanons getroffen worden. Die Angriffe würden fortgesetzt und intensiviert, sagte der zuständige Kommandeur Rafi Milo. Zudem griff die proiranische Miliz Saraja Aulija al-Dam nach eigenen Angaben einen US-Stützpunkt nahe dem Flughafen von Bagdad mit einer Drohne an. Auch sie sprach von „Vergeltung“ für Chameneis Tod.

Zugleich startete die israelische Luftwaffe nach Armeeangaben eine neue Angriffswelle im Zentrum Teherans. Auch das US-Militär greift laut Präsident Donald Trump weiter im Iran an.

5.45 Uhr: Klinik im Iran von Rakete getroffen

Bei den israelisch-amerikanischen Bombardierungen im Iran ist in der Hauptstadt eine Klinik beschädigt worden. Das Gandhi-Krankenhaus in der Millionenmetropole Teheran sei am späten Sonntagabend von einer Rakete getroffen worden, berichteten iranische Medien übereinstimmend. „Meine Kollegen sind gerade dabei, das Krankenhaus zu evakuieren“, schrieb der Sprecher des iranischen Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur, auf X. Er veröffentlichte ein Video, das einen beschädigten Eingangsbereich zeigte. Landesweit seien seit Kriegsbeginn sieben medizinische Einrichtungen attackiert worden, berichtete der staatliche Rundfunk. (mit dpa)