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Frischer Wind fürs Dorfleben? Warum die zunehmende Gentrifizierung so bedrohlich ist

Die Gentrifizierungstendenzen auf dem Land sollten ernst genommen und beobachtet werden. Aber auch, weil sie Potenzial bieten, findet unsere Autorin. 

Wie die Grundstückspreise gestiegen sind, wie sich das Leben und der Alltag in den Dörfern verändern – darüber kann niemand hinwegsehen, der hier lebt.
Wie die Grundstückspreise gestiegen sind, wie sich das Leben und der Alltag in den Dörfern verändern – darüber kann niemand hinwegsehen, der hier lebt.Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

„Gentrifizierung“ – das Wort klingt nach Stadt. Und da kommt es auch her. Es bezeichnet die Umstrukturierung und Aufwertung einzelner Stadtbezirke und die nachfolgende ökonomische Verdrängung der Bewohner:innen, die sich das neue Mietniveau nicht mehr leisten können.

Wahrscheinlich würde der Begriff der „Verwertung“ das, was in den Städten passiert, besser beschreiben: Alles, was Geld abwirft, hat darin eine Zukunft; alles, was sich außerhalb der Geldkreisläufe an menschlichen Begegnungen abspielt, hat keinen Platz mehr. Um ein Bild zu benutzen: An die Stelle der Parkbank tritt das Straßencafé!

Und nun also auch auf dem Land, in den Dörfern und den Kleinstädten? Was vorgefunden wird, wird umstrukturiert und verwertet, so jedenfalls die Befürchtung vieler, die hier leben. Handelt es sich um ein wirkliches Problem der in den ländlichen Gemeinden lebenden Menschen oder ist die Debatte auch so ein Import aus der Stadt, den niemand hier braucht?

Viele Menschen in Dörfern und Kleinstädten fürchten, was eher nach Stadt klingt: Gentrifizierung.
Viele Menschen in Dörfern und Kleinstädten fürchten, was eher nach Stadt klingt: Gentrifizierung.Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

Starke Veränderungen auf den Dörfern

Die Reibungen, die Fremdheit und unterschiedlichen Interessen zwischen Einheimischen und Zugezogenen kommen überall in den Dörfern zur Sprache. Die harten Fakten, die die Entwicklung auf dem Land belegen, müssen hier wohl kaum genauer dargestellt werden: Wie die Grundstückspreise gestiegen sind, wie die Einwohnerschaft sich verändert, wie sich das Leben und der Alltag in den Dörfern verändern, darüber kann niemand hinwegsehen, der hier lebt.

Sicher stellt sich die Veränderung im sogenannten Umland der Großstadt noch einmal anders dar als in entlegenen Gegenden, allerdings dort auch einfach nur weniger krass und zeitlich verzögert.

Was macht es aus, dass das Land, die Dörfer mit all ihren Möglichkeiten so in das Blickfeld derer geraten sind, die Geld haben und exklusiv wohnen oder gewinnbringend investieren wollen? Welche Rolle spielen die bisher Zugezogenen darin? Sind sie die „Trüffelschweine“, die für die Nachfolgenden die ländlichen Gegenden erschlossen und attraktiv gemacht haben?

Welche Motive gibt es überhaupt, aufs Land ziehen zu wollen? Die Antwort auf diese Frage muss man für zwei, vielleicht auch drei Epochen unterschiedlich beantworten.

Die erste Generation der Zuziehenden kam größtenteils aus den Szenevierteln der Großstadt und wurde von dort oft durch die Gentrifizierung, so wie sie oben beschrieben wurde, weggetrieben. Der Kiez mit seinen bekannten Strukturen, seinen Versprechungen auf menschliche Nähe und Raum für alle war für die Alternativ-Szene wie ein Dorf.

Genau dieses Dorf versuchten viele der Stadtflüchtigen dann im Umland wiederzufinden, beziehungsweise als Kollektive neu zu gestalten. Dem ersten Eindruck nach schien alles dazu einzuladen: verlassene Häuser, leer stehende Höfe und Betriebsstätten, Dörfer, die aussahen, als sei die Zeit hier stehen geblieben, Fassaden, die, zwar grau und abgeblättert, Kindheitsfantasien vom Leben auf dem Land weckten. Und alles war für „einen Appel und ein Ei“ zu erwerben. Verschiedene Förderprogramme halfen zusätzlich, einen neuen Anfang zu machen.

Haben wir, die Siedler:innen der 90er-Jahre, uns jemals gefragt, warum die Häuser, die Höfe und gemeindeeigenen Gebäude hier in den ländlichen Gebieten der Ex-DDR leer standen und verscherbelt wurden? Was die ersten Jahre nach der Wende mit den zurückgelassenen Bewohner:innen gemacht haben, in denen sie die vollständige Entwertung dessen, was ihr Leben bisher ausgemacht hatte, hinnehmen mussten, und welche Verletzungen ihnen durch das gnadenlose Dichtmachen und Verscherbeln ihrer bisherigen Arbeitsplätze zugefügt wurden, das haben wir kaum wahrgenommen.

Die Ausdünnung der ländlichen Gebiete ist eher die Folge von Vertreibung als von Landflucht.
Die Ausdünnung der ländlichen Gebiete ist eher die Folge von Vertreibung als von Landflucht.Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

Leer gefegte Dörfer

Hoffnungslosigkeit und Apathie haben wir leicht als Stumpfheit und Ideenlosigkeit angesehen und haben uns aus einer Mischung von Unwissenheit und Überheblichkeit dazu berufen gefühlt, frischen Wind in das Dorfleben zu bringen.

Die Ausdünnung der ländlichen Gebiete wird oft Landflucht genannt, als sei das eine freiwillige, individuelle Umorientierung in der Lebensplanung. Tatsächlich müsste man eher von Vertreibung sprechen, wenn die Lebensgrundlagen so ausgetrocknet werden. In diesen leer gefegten Dörfern, in denen oft nur Ältere und Arbeitslose übrig geblieben waren, siedelte sich die erste Generation der Zuziehenden an. Das Bild des Siedelns im leeren Raum spiegelt sich immer noch in den Bezeichnungen von groß angelegten Förderprogrammen wider, wie „Raumpioniere“ oder „Neulandgewinner“.

Die ersten zehn oder 15 Jahre der Nach-Wende-Zuzüge waren von vorsichtiger gegenseitiger Neugier gekennzeichnet: Die Einheimischen waren von den Ideen und Initiativen der Neusiedler:innen beeindruckt und boten ihre Hilfe an; die Zugezogenen staunten darüber, wie selbstverständlich so was auf dem Dorf lief: Da wurde der Trecker rausgeholt, ohne lange zu fragen. Die Neuen kamen auf die Dorffeste, die Alteingesessenen kamen sie besuchen, wenn die Projekte mal einen Tag der offenen Tür machten.

Haben wir uns jemals gefragt, warum die Häuser, die Höfe und gemeindeeigenen Gebäude hier in den ländlichen Gebieten der Ex-DDR leer standen und verscherbelt wurden?
Haben wir uns jemals gefragt, warum die Häuser, die Höfe und gemeindeeigenen Gebäude hier in den ländlichen Gebieten der Ex-DDR leer standen und verscherbelt wurden?Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

Eine kulturelle Schranke

Oft wird erzählt, dass diese anfängliche Offenheit sich nach einiger Zeit verbrauchte. Zum Teil lag das an der Erfahrung, dass man von der jeweils anderen Seite doch nicht wirklich akzeptiert wurde; letztlich blieb man unter sich. Es machte sich aber auch mehr und mehr eine kulturelle Schranke bemerkbar, die aus unterschiedlichen Lebensweisen und unterschiedlichen politischen Ansichten bestand. Fragen der Ernährung, der Tierhaltung und Landwirtschaft allgemein, der Energiegewinnung, aber auch des Verhältnisses zu nationalistischen Tendenzen führten zu Konfrontationen oder zum kompletten Rückzug.

Zwei weitere Entwicklungen vollzogen sich ab den Nullerjahren. Sie führten zum zweiten Besiedlungsschub. Einerseits kamen junge Leute zurück ins Dorf, die vor Jahren weggegangen waren, um woanders eine Ausbildung zu machen oder zu arbeiten. Sie kamen als junge Familien zurück, um auf dem Grundstück der verstorbenen Oma zu bauen oder das Haus der Nachbarin zu übernehmen.

Gleichzeitig waren die Projekte der 90er-Jahre zu einem attraktiven Ausflugsort für die alten Freunde und Freundinnen aus der Stadt geworden, bei dem nicht nur die schönen Seen, die Wälder und die weit gedehnten Felder bewundert wurden. Auch die Projekthöfe selbst mit ihren unkonventionellen Ausgestaltungen und ihren kleineren oder größeren Veranstaltungen machten die Vorstellung attraktiv, hier auch für sich einen Ort aufzutun. „Kann man hier nicht noch was kaufen?“, war die Frage, die immer häufiger von Gästen zu hören war.

Oft traten die Rückkehrenden und die neu am Land Interessierten dabei in Konkurrenz. Dort, wo Familienbande eine Rolle spielten, wurde vielleicht den Rückkehrer:innen der Vorzug gegeben. Wo aber die Erb:innen weit weg wohnten und keinen Bezug mehr zum Dorf und seinen Bewohner:innen hatten, entschied oft das höhere Angebot.

Die neuen Siedler:innen beanspruchen Ruhe. Schreiende Kinder können sie schon mal auf die Barrikaden bringen.
Die neuen Siedler:innen beanspruchen Ruhe. Schreiende Kinder können sie schon mal auf die Barrikaden bringen.Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

Die ländliche „Alternativ-Szene“

Nun ging auch dem letzten angestammten Dorfbewohner auf, welchen Schatz er mit seinem Stück Land besaß. Ab Ende der Nullerjahre, Anfang der 10er-Jahre wurde kaum noch verkauft. Das verknappte Angebot führte zu einem weiteren Preisanstieg. Die Zuziehenden aus der Stadt, die noch eines der alten Häuser ergattern konnten, bildeten mit der ersten Generation der Zugezogenen eine deutlich wahrnehmbare ländliche „Alternativ-Szene“.  

In ihrem Einflussbereich entwickelten sich Veranstaltungsorte, Bioläden und verschiedene ländliche Initiativen. Die zurechtgemachten ehemaligen gemeinde-eigenen Gebäude oder Höfe wurden, oft mit Fördergeldern, zu Seminarräumen und Veranstaltungsorten ausgebaut, die mit einem an die Interessen der ehemaligen Städter:innen angepassten Programm warben. Ein breites Angebot von Yoga- und Töpfer-Kursen, Baumschnitt-Workshops, Kräuterwanderungen, Konzerten oder Lesungen entstand.

Die Zugezogenen mischten sich auch in die Lokal- und Regionalpolitik ein: Initiativen gegen Massentierhaltung, gegen Gentechnik oder Glyphosat auf dem Acker, gegen Hochspannungsmasten und CO₂-Verpressung in den Untergrund entstanden. Weitgehend blieben sie bei den Themen unter sich. Die Einheimischen hatten andere Probleme: dass die Straßen instand gesetzt werden und dass es eine anständige Beleuchtung im Dorf gibt.

Ab Mitte der 10er-Jahre stellte sich die Situation so dar: Diejenigen aus der Alternativ-Szene, die in die Vereine und Gemeinderäte gegangen waren, um Verantwortung zu übernehmen und Impulse zu geben, zogen sich nach und nach ernüchtert wieder zurück. Die konservativen Kräfte im Dorf wichen den Debatten aus, bremsten die Initiativen durch bürokratische Einwände oder einfach durch Nichtstun aus – und blieben unter sich.

Anstelle der Menschen aus den Projekten gingen nun öfter die Siedler:innen aus den Neubauten in die lokale Verantwortung, in die Vereine und die Gemeinderäte. Ihre Vorstellungen glichen eher denen der Alteingesessenen, nicht nur weil sie teilweise die Kindergeneration waren, sondern auch, weil sie ein ähnliches Konzept von Alltag und Privatleben hatten: klare Grenzziehungen, eine ordentliche Pflege für die gemeindeeigenen Flächen, Kinderspielplätze, Jugendklubs, genügend Parkflächen an den Badeseen …

Schleichend hatten sich die Dörfer gewandelt. Von bäuerlichen Produktionsstätten – heruntergekommen, aber belebt, arm, aber von einer gewachsenen Gemeinschaftlichkeit durchzogen – hin zu schmucken dörflichen Ansiedlungen – fein herausgeputzt, aber ausgestorben –, eine Aneinanderreihung von Privatleben, die erfolgreich die Berührungspunkte untereinander abgepuffert haben. Dabei können sich viele der Einheimischen noch gut an die alten Zeiten erinnern und trauern ihnen nach, zumindest, was das Zusammenleben angeht.

Was kann der Beitrag der neuen Generation an Zweitwohnsitz-Bewohner:innen sein, damit die Dörfer lebendig bleiben?
Was kann der Beitrag der neuen Generation an Zweitwohnsitz-Bewohner:innen sein, damit die Dörfer lebendig bleiben?Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

Eine dritte Zuzugswelle

Seit Ende der 10er-Jahre rollt die dritte Zuzugswelle heran. Angetrieben wurde sie durch die weiter steigenden Mieten und Immobilienpreise in Berlin. Das Umland wird mehr und mehr zum Stadtrandgebiet. In vielen Dörfern entstehen Neubaugebiete, manchmal mit zehn, manchmal mit 200 Baugrundstücken. Der Corona-Schock 2020 tat sein Übriges: Raus aus der Stadt, dorthin, wo Quarantäne-Maßnahmen nicht so spürbar sind und genügend Auslauf in der Natur möglich ist. Ebenfalls in dieser Zeit wurden die letzten Dörfer mit Glasfaser verkabelt, sodass von jetzt an auch in den entlegensten Gebieten Homeoffice möglich wurde.

Das machen sich besserverdienende Menschen aus der städtischen Mittelschicht zunutze. Sie schaffen sich einen Zweitwohnsitz auf dem Land, wo sie phasenweise herkommen können, um hier zu arbeiten, ohne sich deshalb als Dorfbewohner:in zu fühlen oder sich groß in die Dorfangelegenheiten einzumischen.

Diese urbanen Professionellen sind gewohnt, überall den richtigen Ton anzuschlagen: leutselig mit den Dorfnachbar:innen, szenemäßig mit denen aus den Projekten. Sie profitieren von der traditionellen dörflichen Hilfsbereitschaft genauso wie von der Offenheit der alten Projekte-Bewohner:innen, was ihre Baukosten für die Instandsetzung der immer noch vergleichsweise günstig erworbenen alten Häuser erheblich senkt.

Im Kielwasser dieser wohlhabenderen Landsitz-Bewohner:innen – oder auch ihnen voraus schwimmend – kommen die Investoren, die alte Bahnhofsgebäude oder ganze leer stehende Gutshöfe aufkaufen, um sie in Ferien-Apartments oder Eigentumswohnungen umzuwandeln.

Den neuen Siedler:innen aus der städtischen Mittelschicht ist der unverbaute Blick in die Natur wichtig; Windkraftanlagen und Solarfelder können gerne da sein, aber bitte nicht in ihrem Blickfeld! Und sie beanspruchen Ruhe, deshalb sind sie ja gekommen: Schreiende Kinder, krähende Hähne oder röhrende Mopeds können sie schon mal auf die Barrikaden bringen. Natürlich verstehen sie es, Stimmen für ihr Anliegen zu sammeln und, wenn das nichts nutzt, auch rechtliche Schritte einzuleiten.

Abgesehen davon, dass offene und hilfsbereite Menschen in allen Schichten von Einheimischen und Zugezogenen, von Ärmeren und Reicheren zu finden sind – was kann der Beitrag der neuen Generation an Zweitwohnsitz-Bewohner:innen sein, damit die Dörfer lebendig bleiben?

Ihre Zahlungskräftigkeit muss nicht unbedingt eine Grenze sein, die die einen mit Bitterkeit, die anderen mit Schuldgefühlen füllt. Es muss nicht zum Auseinanderdriften von Kultur und Konsum führen. Wenn Konzertkarten nicht zu 20 Euro, sondern gestaffelt oder nach Selbsteinschätzung verkauft werden, wenn die neu entstehenden Dorfläden nicht nur Lammschinken, 100 Gramm für 4,50, für die gut betuchte Kundschaft führt, sondern auch erschwingliche Waren für den täglichen Bedarf, vielleicht sogar Plätze bereithalten, wo die Nachbarschaft sich zu einem Kaffee oder einem Bier treffen kann, dann stört der gut verdienende Nachbar nicht weiter.

Voraussetzung ist, dass die neu entstehenden Geschäfte und Dienstleistungsangebote nicht nur den Geschmack und die Kaufkraft der Besserverdienenden im Auge haben.

Alle, die auf dem Land leben, haben einen Einfluss darauf, wie sich die neue dörfliche Identität entwickelt.
Alle, die auf dem Land leben, haben einen Einfluss darauf, wie sich die neue dörfliche Identität entwickelt.Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

Die sogenannte Gentrifizierung muss die Dörfer nicht veröden lassen, wenn es gelingt, die Mischung aufrechtzuerhalten, den Wert der gewachsenen Strukturen hochzuhalten und trotzdem offen für neue Menschen zu sein. Alle, die auf dem Land leben, haben einen Einfluss darauf, ob es gelingt, eine neue dörfliche Identität zu entwickeln, die nicht dem alten Dorf entspricht, auch nicht den verlorenen städtischen Kiezen, aber eben auch keine Stadtrandsiedlung ist, in der sich die Bewohner:innen hinter hohen Hecken verbergen. Es geht um die Bereitschaft, sich für andere Ansichten zu interessieren und auf sie einzugehen, ohne missionieren zu wollen oder gar die jeweils anderen zu Feinden aufzubauen.

Die Pflege der Feindbilder dient oft zur Aufrechterhaltung einer eigenen Identität, wo diese längst brüchig geworden ist. Die hier Geborenen und ihre zurückgekehrten Verwandten haben vielleicht weniger gemeinsam, als sie in der Abgrenzung von den „Ökos“ vorspielen. Unter den Neuen gibt es „Besser-Wessis“ und „Besser-Ossis“, arme Schlucker und SUV-Fahrer, Menschen mit Kindern und Rentner:innen mit viel Zeit. Die einen mögen feindselig gegenüber Geflüchteten oder Menschen mit anderer Hautfarbe sein, die anderen voll kalter Gleichgültigkeit. Wenn’s drauf ankommt, kommt praktische Hilfe vielleicht gerade aus dem Lager, von dem man es nicht erwartet hatte!

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Auf die befürchtete Gentrifizierung mit Fremdenfeindlichkeit zu reagieren, ist ein Fehler. Fast alle waren irgendwann mal neu hier. Die, die herkommen, haben meist einen Grund, woanders wegzugehen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es die Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten; nach dem Mauerfall die, deren Kieze in der Innenstadt zerstört wurden; in den letzten zehn Jahren die Asylsuchenden, die auf der Suche nach einem sicheren Ort über Land und Meer flüchten mussten; und jetzt eben die jungen Familien, die vom städtischen Mietpreiswucher an den Rand gedrängt werden. Alle suchen ein neues Zuhause und wollen bleiben, das ist ihr gemeinsames Interesse.

Die sogenannte Gentrifizierung muss die Dörfer nicht veröden lassen.
Die sogenannte Gentrifizierung muss die Dörfer nicht veröden lassen.Paulus Ponizak/Berliner Zeitung

Imma Harms ist Journalistin im Ruhestand sowie Autorin und lebt seit 1997 in ReichenowDie Autorin legt Wert auf die Verwendung des Doppelpunkts als Mittel der Sichtbarmachung aller Geschlechter.

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