Das in Tokio ansässige Unternehmen Terra Drone hat angekündigt, seine Investitionen in ukrainische Abfangdrohnen auszuweiten. CEO Toru Tokushige gab laut Bloomberg am Dienstag bekannt, eine neue strategische Partnerschaft mit dem ukrainischen Unternehmen WinnyLab LLC einzugehen.
Die Partnerschaft soll unter anderem dazu dienen, die Skalierung von Terra A2, eine Langstrecken-Abfangdrohne mit festen Tragflächen, voranzutreiben, wie der Kyiv Independent berichtete. Die Ankündigung erfolgte dem Bericht zufolge eine Woche, nachdem Japan das nach dem Zweiten Weltkrieg verhängte Waffenexportverbot aufgehoben hat, sodass japanische Hersteller nun Waffen in 17 genehmigte Länder liefern können.
Bereits zweite Investition in ukrainische Drohnentechnik
„Die Lockerung der Exportbeschränkungen dürfte die Projekte von Terra Drone in der Ukraine sowie unsere zukünftige globale Expansion beschleunigen“, sagte Tokushige gegenüber dem Kyiv Independent. Bisher habe Terra Drone seine Projekte mit Ukraine-Bezug über eine niederländische Tochtergesellschaft abwickeln müssen.
Es ist bereits die zweite Investition von Terra Drone in ukrainische Drohnenunternehmen. Bereits im März hatte Terra Drone angekündigt, in das ukrainische Unternehmen Amazing Drones LLC zu investieren, ebenfalls um senkrecht startende Abfangdrohnen zu entwickeln. Finanzielle Details wurden laut Bloomberg nicht bekannt.
Russland bezeichnete Drohnendeal als „feindseligen“ Schritt
Das russische Außenministerium bestellte daraufhin den japanischen Botschafter ein, um gegen die Vereinbarung zu protestieren und sprach von einem „offen feindseligen“ Schritt, der die Sicherheitsinteressen des Landes verletze. Die bilateralen Beziehungen hätten unter der neuen Regierung von Premierministerin Sanae Takaichi „einen historischen Tiefpunkt“ erreicht.
Tokushige bezeichnete diesen Schritt laut Bloomberg als „Überreaktion“. Er sagte weiter, dass sein Unternehmen sich zu weiteren Investitionen in der Ukraine bekenne, die er in den vergangenen sieben Monaten neunmal besucht habe.
Die Ukraine beschränkt Drohnenexporte dem Bericht zufolge derzeit wegen des eigenen Bedarfs. Tokushige äußerte laut Bloomberg die Erwartung, dass Abfangdrohnen innerhalb von sechs Monaten bis einem Jahr nach Japan gebracht werden könnten. Abfangdrohnen sollen Bedrohungen wie Raketen oder andere Drohnen zerstören, indem sie diese rammen oder in deren Nähe explodieren. Die Technik gilt als günstigere Alternative zu teuren Raketenabwehrsystemen.


