Die Zukunft des Deutschlandtickets ist weiterhin nicht gesichert. Die Verkehrsminister von Bund und Ländern treffen sich an diesem Freitag in Berlin, um unter anderem über die weitere Finanzierung des Abos für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu verhandeln. Ob es zu einer Einigung kommen wird, ist völlig offen.
Im Kern geht es um die Frage, aus welchen Mitteln das Ticket ab dem Jahr 2026 finanziert werden soll. Derzeit wird das Angebot jeweils mit 1,5 Milliarden Euro von Bund und Ländern bezuschusst. Mehrkosten wurden bisher über die Preissteigerung und übriggebliebene Mittel aus dem Jahr 2023 abgedeckt. Nun sehen die Länder vor allem den Bund in der Pflicht, das Ticket finanziell abzusichern.
Länder erwarten Mehrkostenfinanzierung von Bund
„Die Verkehrsministerinnen und -minister der Länder erwarten, dass der Bund die damit verbundenen Mehrkosten im ÖPNV-Betrieb finanziert“, heißt es in einem Beschluss-Entwurf der Länder, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. „Die Länder sehen keine Möglichkeit, insgesamt aufgrund der angespannten Haushaltslage gemeinsam mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für das Ticket aufzubringen.“
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) spricht sich derweil für weiterhin gleich hohe Zuschüsse von Bund und Ländern aus. „Der Bund möchte, dass wir weiter paritätisch bezahlen und unser Beitrag soll auch 1,5 Milliarden Euro nicht übersteigen“, sagte Schnieder im ZDF-„Morgenmagazin“.
Er warb erneut für einen dauerhaften Mechanismus zur Finanzierung, „damit wir nicht jährlich diesen Verhandlungsmarathon haben“. Generell müsse der Vertrieb des Tickets noch besser werden, damit die Nutzerzahlen nach oben gehen. „Das würde natürlich auch bedeuten, dass das, was offen bleibt, bei einer Finanzierung durch die öffentliche Hand dann geringer wird.“
Die schwarz-rote Bundesregierung hatte sich im Koalitionsvertrag zum Deutschlandticket bekannt. Dieses werde „über 2025 hinaus fortgesetzt“, heißt es dort. Der Preis für die Fahrgäste soll dabei bis einschließlich 2028 stabil bleiben. Danach könnte er sich deutlich erhöhen. „Unser Ziel ist es, dass wir das Deutschlandticket fortführen und auch einen dauerhaften Mechanismus finden, wie sich der Preis künftig entwickelt“, sagte Bundesverkehrsminister Schneider. Die Entwicklung müsse dahin gehen, dass ein Angebot wie das Deutschlandticket so attraktiv ist, dass es sich selber trage.
Verbraucher fordern verlässliche Regelung
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) forderte schnellstmögliche Klarheit über die Zukunft des Deutschlandtickets. Um die bislang 13,5 Millionen Nutzerinnen und Nutzer zu halten, brauche es dringend Verlässlichkeit, teilte VDV-Präsident Ingo Wortmann mit. Es brauche einen ÖPNV-spezifischen Preisindex, an dem der Ticketpreis ausgerichtet wird und der Transparenz bei den Kundinnen und Kunden schaffe.
„Es kann nicht sein, dass Millionen Menschen immer wieder aufs Neue um ihr Deutschlandticket bangen müssen“, sagte auch Christoph Bautz, Geschäftsführer der Kampagnen-Organisation Campact, mit. „Wir erwarten von den Verkehrsministern, dass sie sich auf eine dauerhafte und verlässliche Finanzierung einigen.“


