Bundesliga

1. FC Union Berlin: Feiert Diogo Leite sein Startelf-Comeback?

Bei einem Sieg gegen St. Pauli ist dem 1. FC Union Berlin der Klassenerhalt nicht mehr zu nehmen. Der Gegner reist aber mit einem neuen Volkshelden an.

Diogo Leite könnte im Heimspiel gegen den FC St. Pauli für Union von Beginn an auflaufen.
Diogo Leite könnte im Heimspiel gegen den FC St. Pauli für Union von Beginn an auflaufen.imago/dts Nachrichtenagentur

Noch ohne die zahlreichen Nationalspieler hat der 1. FC Union Berlin die Vorbereitung auf das anstehende Heimspiel in der Fußball-Bundesliga gegen den FC St. Pauli (Sonntag, 15.30 Uhr) aufgenommen. Beim öffentlichen Training am Mittwoch, zu dem mehr als 150 Zuschauer gekommen waren, musste Trainer Steffen Baumgart auf Rani Khedira (Tunesien), Frederik Rönnow (Dänemark), András Schäfer (Ungarn), Derrick Köhn (Ghana), Dmytro Bogdanov (Ukraine U19) und Aljoscha Kemlein (Deutschland U21) verzichten. Tom Rothe, der gemeinsam mit Kemlein einen ganz wichtigen Erfolg in der EM-Qualifikation in Griechenland bejubeln durfte, stand zumindest zweitweise schon wieder mit auf dem Platz.

Baumgart muss nun innerhalb kurzer Zeit herausfinden, welchen Spielern er bei der anstehenden Aufgabe gegen den Tabellen-16. eine Verschnaufpause gönnt und wer direkt wieder auf dem Platz steht. Keine Diskussion gibt es um den Einsatz von Rönnow, der das bittere Playoff-Aus der Dänen in Tschechien nur von der Bank aus verfolgte. Für die beiden Spiele gegen Nordmazedonien (4:0) und nun eben in Prag (3:5 nach Elfmeterschießen), die den Dänen den Weg zur WM ebenen sollten, war der Torhüter extra ins Nationalteam zurückgekehrt. Zwischen den Pfosten schenkte Trainer Brian Riemer aber Mads Hermansen von West Ham United das Vertrauen. Ob Rönnow einen oder gar zwei Elfmeter des Gegners bei der finalen Entscheidung pariert hätte, wird man niemals erfahren.

Die größten Reisestrapazen hatte Rani Khedira. Der Routinier kehrt mit vielen Eindrücken aus den Spielen gegen Haiti (1:0) und Kanada (0:0) aus Toronto zurück. In einem der drei WM-Gastgeberländer feierte der 32-Jährige sein Debüt, wurde in beiden Partien in der Schlussphase ausgewechselt. Weil auch Schäfer in den Testspielen gegen Slowenien (1:0) und Griechenland (0:0) fast über die gesamte Spieldauer im Einsatz war, drängt sich Janik Haberer als Startelfkandidat in der Zentrale auf. In Abwesenheit seiner Kollegen bringt er zumindest die nötige Frische mit.

Die signifikanteste Änderung könnte es aber in der defensiven Dreierreihe geben. Stanley Nsoki stand am Mittwoch krankheitsbedingt nicht auf dem Platz, Diogo Leite trainierte dagegen ohne Einschränkung und vor allem ohne Beschwerden. Mit einer Oberschenkelverletzung war er vor der Länderspielpause fast zwei Monate ausgefallen, bei der 0:4-Niederlage in München stand er zumindest wieder im Aufgebot. Nsoki machte in Abwesenheit des Portugiesen nicht gerade den sichersten Eindruck, weshalb Baumgart und sein Trainerteam auch unabhängig vom Gesundheitszustand des Abwehrspielers ins Grübeln kommen dürften.

St. Pauli droht bei einer Niederlage Platz 17

Der Gegner reist am Osterwochenende mit viel Druck in die Hauptstadt. Drei Punkte Vorsprung haben die Hamburger auf den VfL Wolfsburg, der den ersten der beiden direkten Abstiegsränge belegt. Verliert St. Pauli im Stadion An der Alten Försterei, während die Niedersachsen ihre Partie bei Bayer Leverkusen gewinnen, tauschen beide Mannschaften die Plätze. Die Köpenicker dürften derweil das Thema Klassenerhalt erfolgreich zu den Akten legen. Dann zehn Punkte Rückstand werden an den abschließenden sechs Spieltagen weder der kommende Gegner noch Wolfsburg aufholen.

Bis es soweit ist, muss aber erst ein hart zu bespielender Abwehrriegel geknackt werden. Von allen Teams im hinteren Tabellendrittel stellt die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin die beste Defensive, überraschte in der laufenden Saison schon mit Siegen gegen den VfB Stuttgart oder bei der TSG Hoffenheim.

Wie auch Frederik Rönnow war der Torhüter der Kiezkicker in den Playoffs zur WM gefragt, stand da aber deutlich mehr im Fokus. Nikola Vasilj besiegte mit Bosnien-Herzegowina den großen Favoriten Italien im Elfmeterschießen und feierte damit den größten Erfolg seiner Karriere. Im Hinspiel konnte übrigens nur Khedira den bosnischen Keeper bezwingen. Das reichte an einem bitterkalten Tag im November zu einem 1:0-Auswärtserfolg.