Wissen(schaft) für alle: Am Samstag, den 17. Juni, findet in Berlin und Potsdam wieder die Lange Nacht der Wissenschaften statt. Knapp 60 Einrichtungen öffnen ihre Türen und bieten mehr als 1000 Veranstaltungen an. Es gibt Programm unter anderem in Adlershof und Schöneweide, in Dahlem und Steglitz, an verschiedenen Orten in Mitte, aber auch diverse Online-Veranstaltungen.
Auf der Website der Langen Nacht der Wissenschaften kann man sich die verschiedenen Programmpunkte angucken. Die einzelnen Veranstaltungen sind je nach Standort farbig markiert. Mit dabei ist auch der Standort Buch am äußersten Zipfel Pankows. Mit der S2 braucht man vom Potsdamer Platz gute 35 Minuten bis zum S-Bahnhof Buch, von wo aus dann spezielle Shuttlebusse zum Campus fahren. Auf dem Gelände selbst gibt es Fahrradtaxis, die Sie kostenlos durch die Gegend chauffieren.
Die Anreise lohnt sich, denn auf dem Forschungsgelände ist der Andrang nicht so groß wie in der City. Und zu erleben gibt es in Buch ebenso spannende Sachen. Wir haben ein paar Highlights für Sie zusammengesucht. Wichtig: Bei einigen Veranstaltungen ist die Teilnehmerzahl begrenzt, weshalb man sich vorab anmelden sollte. Sie brauchen in jedem Fall eine Eintrittskarte. Tickets gibt es vor Ort, aber auch online (14 Euro, ermäßigt 9 Euro; an der Abendkasse nur Barzahlung). Für Essen und Getränke ist gesorgt.
Neben Führungen über das historische Klinikgelände mit den mehr als 100 Jahre alten Klinkerbauten und durchs Museum für Wissenschaftsgeschichte gibt es auch historische Mikroskope (ab 20 Uhr) zu sehen, zudem wird um 22 Uhr ein spannendes Live-Quiz veranstaltet.
Kuscheltier-Röntgen und Pittiplatsch im Krankenhaus Buch
„Wer wissen möchte, was die Krankenhausapotheke macht, wie sich der eigene Körper im hohen Alter oder gar im Alkohol- und Drogenrausch anfühlen könnte oder das Lieblingskuscheltier von innen aussieht, der ist herzlich ins Bucher Klinikum eingeladen“, teilt das zum Helios-Konzern gehörende Krankenhaus Buch (Schwanebecker Chaussee 50) mit.
Und weiter: „Viele Programmpunkte eignen sich für die ganze Familie, manche wurden speziell für Kinder konzipiert wie zum Beispiel das Kuscheltier-Röntgen, das Kindergipsen und die Führung durch den Bereich der Kinderanästhesie, wo kindgerecht vermittelt wird, wie eine Narkose funktioniert. Der Wickelkurs und Kinderwagenführerschein sind Angebote für kleine ‚große‘ Geschwister und auch für zukünftige Eltern.“
Außerdem gibt es einen interaktiven Rundgang „durch den Zentral-OP mit seinen 20 OP-Sälen. Dort können die Besucher:innen in 60 Minuten das Herzstück des Klinikums entdecken“, so Helios. Die Rettungshundestaffel Barnim zeigt „Übungen zur Ausbildung und Arbeit mit Rettungshunden samt Einsatzausrüstung“. Für schöne Erinnerungsfotos ist Pittiplatsch zu Gast.
Los gehts um 16 Uhr direkt im und am Klinikum; Karten kann man bereits um 15 Uhr im Foyer kaufen. Die sogenannte Gesundheitsmeile, bei der man sich zu verschiedenen Gesundheitsthemen informieren kann, beginnt auch bereits um 15 Uhr. Es gibt ein begehbares Darmmodell, eine Promille-Brille, eine Führung durch die Rettungsstelle und einen Infostand zum Thema Gesundheitsberufe mit Zukunft.
Krebszellen unterm Mikroskop
Die Firmen Cellphenomics und ASC Oncology, die mittels Tests herausfinden können, ob eine Chemotherapie anschlägt, bieten Führungen im Labor an. „Gäste können sich unterm Mikroskop lebende Tumorzellen angucken“, sagt Krebsforscher und Geschäftsführer Dr. Christian Regenbrecht. Zu sehen gibts Dickdarm- und Brustkrebszellen. „Natürlich beantworten wir auch alle Fragen zum Thema und erklären, was wir machen.“
Der Wissenschaftler wird um 16 Uhr im Café Scientifique im Foyer des Max-Delbrück-Centers (MDC, Robert-Rössle-Str. 10) auch einen 30-minütigen Vortrag über die Versprechen der personalisierten Medizin halten: „Dabei geht es um Kosten und Nutzen verschiedener Krebsmedikamente und wie entsprechende Statistiken richtig zu verstehen sind, was relative und absolute Risiken sind. Mir ist es wichtig, zu erklären, was man braucht, um eine gute Entscheidung für eine Therapiemaßnahme zu treffen.“
Anfassen und mitmachen: Forschungsdiplom im Gläsernen Labor
Das Gläserne Labor (Robert-Rössle-Str. 10) auf dem Campus Buch ist einer der faszinierendsten Orte für Berliner Kinder – und nicht nur für die, natürlich. Hier wird Wissenschaft nicht nur verständlich, sondern auch lebendig. Zur Langen Nacht können Kinder ein Forschungsdiplom erwerben, indem sie mehrere Stempelstationen besuchen.
Eine davon zeigt originalgetreu nachgebildete Insektennester, beispielsweise ein Papiermodell eines Hornissennestes oder ein Hummelnest aus Wachs. Die Tiere sind jeweils auch zu sehen – sie kommen aus dem 3D-Drucker, sind etwas größer als in echt, sehen aber aus, als würden sie gleich losfliegen. Man kann sie aus allen Perspektiven betrachten und beispielsweise den Unterschied zwischen Wild- und Sandbienen lernen. Der Stand ist von 16 bis 22 Uhr geöffnet.




