Bundeskanzler in Nahost

Israel-Besuch von Merz in der Kritik: „Deutschland unterstützt damit einen Genozid“

Der israelische Journalist Gideon Levy wirft Bundeskanzler Merz vor, mit seiner Nähe zu Ministerpräsident Netanjahu Kriegsverbrechen zu unterstützen.

Am Sonntag traf Bundeskanzler Friedrich Merz in Jerusalem den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.
Am Sonntag traf Bundeskanzler Friedrich Merz in Jerusalem den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.Michael Kappeler/dpa

Der Antrittsbesuch von Bundeskanzler Friedrich Merz bei Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Wochenende sollte vor allem eines signalisieren: eine Rückkehr zur Normalität in den deutsch-israelischen Beziehungen nach Monaten kleinerer diplomatischer Spannungen. Der Streit über ausgesetzte deutsche Rüstungsexporte wurde bei den Gesprächen in Jerusalem demonstrativ beigelegt, stattdessen betonten beide Seiten die „besondere Partnerschaft“.

„Ich komme als ein Freund des Landes, als ein Freund Israels, der weiß, dass die Freundschaft zwischen Deutschland und Israel unendlich wertvoll und kostbar ist“, sagte Merz in Jerusalem. Er betonte das Selbstverteidigungsrecht Israels und ging auch auf die massive Kritik an Israel in Deutschland wegen des Gaza-Kriegs ein. „Kritik an der Politik der israelischen Regierung darf nicht als Vorwand für Antisemitismus missbraucht werden, schon gar nicht in Deutschland. Auch das zählt zu unserer geschichtlichen Verantwortung.“

Berliner Zeitung

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