Großbritannien

Zwei Verdächtige an britischer Atom-U-Boot-Basis in Schottland festgenommen

Zwei Personen versuchen in den mit Atom-U-Booten bestückten britischen Marinestützpunkt Faslane einzudringen. Gleichzeitig stehen zwei Männer wegen Spionage in London vor Gericht.

Ein U-Boot der Vanguard-Klasse wird auf der HM Naval Base Clyde in Faslane, nordwestlich von Glasgow, Schottland, gewartet.
Ein U-Boot der Vanguard-Klasse wird auf der HM Naval Base Clyde in Faslane, nordwestlich von Glasgow, Schottland, gewartet.Andy Buchanan/AFP

An der britischen Marinebasis Faslane-on-Clyde in der Nähe von Glasgow sind am Donnerstagnachmittag ein 34-jähriger Mann und eine 31-jährige Frau festgenommen worden, nachdem sie versucht hatten, auf das Gelände des Stützpunkts zu gelangen. Das teilte die schottische Polizei am Freitag mit. Die Basis beherbergt die mit Trident-Atomraketen bestückten U-Boote der Vanguard-Klasse sowie weitere nuklear angetriebene U-Boote der Astute-Klasse.

Laut der britischen Zeitung The Sun soll es sich bei dem Mann um einen iranischen Staatsbürger handeln. Die Nationalität der Frau war zunächst unbekannt. Eine Quelle aus dem Verteidigungsbereich sagte der Zeitung, der Versuch sei „unsophisticated“ – also wenig ausgeklügelt – gewesen. Das Paar habe versucht, mit einem Fahrzeug auf das Gelände zu fahren, sei von der Militärpolizei abgewiesen worden und habe sich anschließend verdächtig in der Nähe der Basis aufgehalten. Sprengstoffspürhunde durchsuchten das Fahrzeug, die Basis wurde abgeriegelt.

Die Royal Navy bestätigte den Vorfall, erklärte jedoch, man werde sich wegen laufender Ermittlungen nicht weiter äußern.

Die schottische Polizei hat zwei Personen festgenommen, die versucht hatten, auf das Gelände eines Stützpunkt der Royal Navy zu kommen.
Die schottische Polizei hat zwei Personen festgenommen, die versucht hatten, auf das Gelände eines Stützpunkt der Royal Navy zu kommen.Andy Buchanan/AFP

Gleichzeitig zwei Iraner wegen Spionage vor Gericht

Der Vorfall fällt in eine angespannte Sicherheitslage: Wie die Sun berichtet, erschienen zeitgleich in London zwei iranische Männer – Nematollah Shahsavani (40) und Alireza Farasati (22) – vor dem Westminster Magistrates Court. Ihnen wird vorgeworfen, für Teheran jüdische Ziele in London ausspioniert zu haben, darunter die israelische Botschaft, ein jüdisches Gemeindezentrum und Großbritanniens älteste Synagoge. Der ehemalige US-Sicherheitsberater John Bolton warnte laut Sun, angesichts der anhaltenden US-israelischen Luftangriffe auf den Iran sei mit „asymmetrischer Kriegsführung“, insbesondere Terrorakten, zu rechnen. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte laut dem Bericht, Großbritanniens Unterstützung der USA werde „als Beteiligung an der Aggression gewertet“.

MI5-Chef Ken McCallum hatte vergangenes Jahr erklärt, sein Dienst habe allein binnen eines Jahres mehr als zwanzig potenziell tödliche, vom Iran unterstützte Anschlagspläne aufgedeckt. Die Sicherheitsvorfälle an der Basis Faslane stiegen laut Daten, die im Rahmen des Informationsfreiheitsgesetzes veröffentlicht wurden, von 16 im Jahr 2021 auf 149 im Jahr 2022, als Russland in die Ukraine einmarschierte.