Der Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat den für Mittwoch geplanten Rundgang über die Leipziger Buchmesse abgesagt. Als Begründung nannte er eine Bundestagsdebatte in Berlin.
„Der für Donnerstag geplante Rundgang über die Buchmesse kann aufgrund einer Debatte im Bundestag zum 18. März, dem Tag der Demokratiegeschichte, nicht stattfinden“, teilte eine Sprecherin des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit.
Buchmesse: Weimer will später Rede halten
Die Buchmesse wird am Mittwochabend mit eine Festakt eröffnet. Dabei wird der kroatisch-bosnischen Schriftsteller Miljenko Jergović mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Weimer wird eine Rede halten. Den für Donnerstag geplanten Rundgang sagte Weimer ab, am Abend will er jedoch in der Nationalbibliothek an einer Podiumsdiskussion zur Meinungsfreiheit teilnehmen.
Weimer wurde zuletzt mehrfach heftig kritisiert
Bei der Leipziger Buchmesse hätte auch der Deutsche Buchhandlungspreis verliehen werden sollen. Dies sagte Weimer jedoch vor einer Woche ab.
Der Kulturstaatsminister steht derzeit massiv in der Kritik, da er drei Buchhandlungen von der Nominiertenliste für den Deutschen Buchhandlungspreis ausschloss - darunter auch eine in Berlin. Weimer nannte als Grund „verfassungsrechtlich relevanter Informationen“, nannte aber keien Details. Die Anwälte der Buchhandlungen werfen Weimer zudem vor, sie aktiv getäuscht zu haben.
In einer Mail des BKM vom 10. Februar an die Buchhandlungen habe es geheißen, die Buchhandlungen „seien von der unabhängigen Jury nicht für eine Auszeichnung ausgewählt“ worden. „Die Jury hat sich bei dem sehr hohen Niveau der Bewerbungen die Entscheidungsfindung nicht leicht gemacht“, hieß es weiter. Die Jury habe in ihrer Stellungnahme klargestellt, dass sie die drei Buchhandlungen als Preisträgerinnen vorgesehen hatte.
Zudem geriet Weimer in die Kritik, weil er sich gegen einen lange geplanten Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig entschied.


