Nord Stream

„Wer zuletzt lacht“: AfD-Politiker fordert 1,3 Billionen Euro Reparationen von Polen

Kay Gottschalk sorgt mit einem Vorstoß für Aufsehen in den sozialen Medien. Polen schulde Deutschland „Reparationszahlungen für die Komplizenschaft der Nord-Stream Sprengung“.

Kay Gottschalk (AfD) sorgt mit einer Forderung für Aufsehen.
Kay Gottschalk (AfD) sorgt mit einer Forderung für Aufsehen.Andreas Gora/imago

Der finanzpolitische Sprecher der AfD im Bundestag, Kay Gottschalk, hat mit einer Forderung auf der Plattform X für Aufsehen gesorgt. „1,3 Billionen Euro sollten als Reparationszahlung für die Komplizenschaft der Nord-Stream Sprengung genügen“, schrieb Gottschalk als Reaktion auf einen Beitrag des polnischen Politikers Dominik Tarczyński.

„Meine erste Amtshandlung als Finanzminister wird sein, diese Forderungen gegenüber Polen geltend zu machen. Wer zuletzt lacht, lacht am besten“, so Gottschalk weiter.

In der Vergangenheit hatte der polnische Präsident Karol Nawrocki hat seine Forderung nach deutschen Reparationsleistungen bekräftigt. Der polnische Präsident zeigte sich „fest davon überzeugt, dass wir mit dem Bundeskanzler und mit Herrn Bundespräsidenten zu einer Einigung kommen werden“. Er beharrte auf deutsche Zahlungen in Höhe von 1,3 Billionen Euro. „Das ist die einzige Zahl, die ihren Bezugspunkt in einer sehr tiefgreifenden, fundierten wissenschaftlichen Forschung hat.“ Deutschland lehnt die Forderungen entschieden ab.

Deutschland weist Polens Reparations-Forderungen zurück

Die Bundesregierung verweist darauf, dass Polen bereits 1953 auf Reparationszahlungen verzichtet habe. Später kam der 2+4-Vertrag von 1990 hinzu, mit dem aus Sicht der Bundesregierung jegliche Ansprüche gegenüber Deutschland abschließend geregelt wurden.

Gottschalks Vorhaben stieß in Polen allerdings auf Kritik. Arkadiusz Mularczyk, früherer Staatssekretär im polnischen Außenministerium und heutiger Europaabgeordneter in der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer kritisierte den AfD-Politiker. Auf der Plattform X schrieb er: „Ist Ihnen überhaupt bewusst, dass Sie sich und die gesamte AfD in Polen öffentlich in Verruf bringen?“

Innerhalb der AfD erhielt Gottschalk Zuspruch. Erika Steinbach (früher CDU, heute AfD) schrieb auf der Plattform X zu einem Beitrag der Welt: „Polen hat die völkerrechtswidrig vertriebenen Deutschen entschädigungslos enteignet. Das ist eine gigantische offene Rechnung“.