In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad kommen derzeit hochrangige Vertreter der USA und des Iran zu Gesprächen zusammen, die den seit fast sechs Wochen andauernden Krieg beenden sollen. Der Konflikt hat Tausende Todesopfer gefordert, die Energieversorgung beeinträchtigt und die Weltwirtschaft unter Druck gesetzt.
Die Erwartungen sind hoch, doch die Positionen liegen weit auseinander. Eine Zusammenstellung der Streitpunkte zeigt, wie komplex die Verhandlungen werden dürften.
Libanon: Streit über Teil der Verhandlungen
Ein zentraler Konfliktpunkt ist die Lage im Libanon. Der Iran fordert einen Waffenstillstand als Voraussetzung für Gespräche. Dort geht Israel weiter gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz vor, bei den Kämpfen wurden nach libanesischen Angaben bereits tausende Menschen getötet.
Die USA und Israel lehnen es ab, den Libanon-Konflikt in die Gespräche einzubeziehen. Aus ihrer Sicht gehört er nicht zur vereinbarten Feuerpause zwischen Washington und Teheran.
Sanktionen und Vermögen: Wirtschaftlicher Hebel
Teheran verlangt die Aufhebung internationaler Sanktionen sowie die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte. Diese Maßnahmen haben die iranische Wirtschaft über Jahre stark belastet.
Washington signalisiert laut Reuters grundsätzlich Gesprächsbereitschaft, knüpft mögliche Erleichterungen jedoch an weitreichende Zugeständnisse – vor allem beim Atom- und Raketenprogramm.
Straße von Hormus: Kontrolle über Schlüsselroute
Besonders brisant ist die Frage nach der Straße von Hormus. Die Meerenge gehört zu den wichtigsten Transportwegen für Öl und Gas weltweit. Der Iran fordert, seine Kontrolle über die Passage anzuerkennen und Gebühren für die Durchfahrt zu erheben. Das würde die Machtverhältnisse in der Region erheblich verschieben.
Die USA lehnen dies ab und bestehen auf freiem Zugang für den internationalen Schiffsverkehr.
Atom- und Raketenprogramm: Kern des Konflikts
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht weiterhin das iranische Atomprogramm. Teheran will Uran anreichern dürfen, während die US-Regierung dies als nicht verhandelbar bezeichnet.
Zugleich verlangen die USA und Israel deutliche Einschränkungen des iranischen Raketenprogramms. Auch hier zeigt sich der Iran bislang unnachgiebig.
Weitere Forderungen: Sicherheit und Einfluss
Darüber hinaus fordert Teheran Sicherheitsgarantien, Entschädigungen für Kriegsschäden sowie den Abzug von US-Truppen aus der Region.
US-Präsident Donald Trump hat hingegen angekündigt, militärische Präsenz im Nahen Osten aufrechtzuerhalten, solange kein Abkommen erreicht ist.




