Kuba hat am Samstag den zweiten vollständigen Zusammenbruch seines nationalen Stromnetzes innerhalb einer Woche erlebt. Am Samstagabend (Ortszeit) sei es zu einer „vollständigen Abschaltung“ des Stromsystems gekommen, teilte das kubanische Energieministerium auf der Plattform X mit. Es handelt sich bereits um den dritten schweren Stromausfall in diesem Monat.
Auslöser war laut der kubanischen Energiebehörde eine Störung in einem Aggregat eines der thermischen Kraftwerke des Landes, die eine Kettenreaktion im gesamten Netz auslöste. Mikro-Stromnetze seien aktiviert worden, um kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser und Wasseraufbereitungsanlagen weiter zu versorgen.
Erst am Dienstag hatte der vorherige Blackout vom Montag nach mehr als 24 Stunden beendet werden können. Bereits am 4. März war ein Großteil des Netzes ausgefallen, als ein großes Wärmekraftwerk versagte, wie Reuters berichtete.
Zwei vollständige Netzausfälle innerhalb einer Woche gelten selbst für kubanische Verhältnisse als außergewöhnlich, obwohl Stromausfälle auf der Insel seit Jahren häufig auftreten. Das Stromerzeugungssystem des Landes ist stark veraltet und in schlechtem Zustand.
US-Ölblockade verschärft die Lage
Die Energiekrise wird durch eine von den USA verhängte Ölblockade massiv verschärft. Die USA hatten Anfang Januar den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen und die Öllieferungen Venezuelas an Kuba gestoppt. US-Präsident Donald Trump drohte zudem anderen Staaten mit Strafzöllen, sollten sie Öl an Kuba verkaufen. Mexiko hat laut Reuters ebenfalls seine Öllieferungen eingestellt und beschränkt sich auf humanitäre Hilfe.
Auch von der jüngsten Lockerung der US-Sanktionen gegen russische Ölprodukte – eine Reaktion auf steigende Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs – ist Kuba ausdrücklich ausgenommen. Eine entsprechende Ausnahmeregelung der USA schließt Transaktionen mit Kuba, Nordkorea und der Krim explizit aus.
Am Montag hatte Trump erneut mit einer Übernahme der Insel gedroht. „Ich glaube wirklich, dass ich die Ehre haben werde, Kuba zu übernehmen“, sagte Trump vor Reportern im Weißen Haus. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte daraufhin auf X, jeder „äußere Aggressor“ werde auf „unerschütterlichen Widerstand stoßen“. (mit AFP)

