Münchner Sicherheitskonferenz

US-Botschafter bei der Nato: China könnte Ukraine-Krieg mit einem Anruf beenden

Der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker, kritisiert chinesische Käufe von russischem Öl. China kündigt humanitäre Hilfe für die Ukraine an.

Matthew Whitaker, US-Botschafter bei der Nato, bei der Münchner Sicherheitskonferenz
Matthew Whitaker, US-Botschafter bei der Nato, bei der Münchner SicherheitskonferenzMarijan Murat/dpa

China könnte den Krieg in der Ukraine mit einem Anruf beenden, hat der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker, auf einer Podiumsdiskussion bei der Münchner Sicherheitskonferenz erklärt. „China könnte Wladimir Putin anrufen , diesen Krieg morgen beenden und die Lieferung seiner Dual-Use-Technologien einstellen“, sagte er einem Bloomberg-Bericht zufolge.

Er fügte hinzu: „Wissen Sie, dieser Krieg wird von China voll und ganz ermöglicht.“ Das Land könne den Kauf von russischem Öl und Gas stoppen, so Whitaker. China ist Bloomberg zufolge ein wichtiger Lieferant von Teilen für russische Drohnen und anderen Komponenten, die militärisch eingesetzt werden können, außerdem sei Peking derzeit der größte Abnehmer russischer Rohöllieferungen.

China kündigt humanitäre Hilfe für Ukraine an

Bloomberg berichtete unter Berufung auf Tracking-Daten, dass im Januar täglich 1,65 Millionen Barrel Rohöl in chinesischen Häfen entladen wurden, was der höchste Wert seit März 2024 sei.

China hat in Bezug auf den Krieg wiederholt erklärt, eine „konstruktive“ Rolle spielen zu wollen. Am Freitag traf der chinesische Außenminister Wang Yi am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz seinen ukrainischen Kollegen Andrij Sybiha und sprach mit ihm über bilaterale Beziehungen sowie Chinas mögliche Rolle bei einer Beendigung des Krieges, wie die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

China wolle „mit der internationalen Gemeinschaft zusammenarbeiten, um eine konstruktive Rolle bei der baldigen politischen Beilegung der Krise zu spielen“, hieß es. Außerdem sei das Land bereit, der Ukraine neue humanitäre Hilfe zu leisten, erklärte Wang Yi.

Sybiha bezeichnete das Treffen auf der Plattform X als „produktiv“. Er habe den chinesischen Außenminister über die Lage an der Front und die russischen Angriffe auf das ukrainische Energiesystem informiert. Dabei habe er auch auf Schäden hingewiesen, die chinesische Unternehmen in der Ukraine durch russische Angriffe erlitten hätten. Sybiha dankte China dafür, dass es ein zusätzliches humanitäres Energiehilfepaket zur Verfügung stellen werde.