Ungarns scheidender Ministerpräsident Viktor Orbán hat nach seiner Niederlage bei der Parlamentswahl am vergangenen Wochenende eine grundlegende Neuaufstellung seiner rechtsnationalistischen Fidesz-Partei angekündigt. „Eine vollständige Erneuerung ist notwendig“, sagte er laut AFP in einem Interview auf dem YouTube-Kanal Patriota. „Wir können nicht so weitermachen.“
Die konservative Tisza-Partei unter Oppositionsführer Péter Magyar hatte bei der Wahl eine Zweidrittelmehrheit im Parlament errungen und Orbáns sechzehnjährige Regierungszeit beendet. Dies führte einem AP-Bericht zufolge zu Spekulationen, ob Orbán sein Amt als Parteivorsitzender niederlegen würde.
Orbán: Wahlergebnis ein „Schock“
Orbán sagte, dass eine „politische Ära zu Ende gegangen sei“, deutete laut AP jedoch an, dass er nicht zurücktreten werde. „Es geht um mehr als nur um die Änderung ein oder zweier Positionen. Wir befinden uns in einer Situation, in der die rechte Bewegung in ihrer bisherigen Form nicht weiterbestehen kann“, sagte er. „Eine vollständige Erneuerung ist erforderlich.“
Er fügte hinzu, er versuche, „irgendwie diesen Schock zu überwinden“. Als Parteivorsitzender übernehme er die „volle Verantwortung“. Er sagte zudem, dass seine Partei in Ungarn noch immer viele Unterstützer habe. „Wir sollten nicht so tun, als ob das ganze Land unsere Regierung abgelehnt hätte“, so Orbán.
Magyar hatte nach seinem Wahlsieg einen „vollständigen Regimewechsel“ und Reformen angekündigt. Am Mittwoch hatte er laut AP erklärt, ihm sei zugesichert worden, dass die Sitzung des Parlaments, in der er voraussichtlich zum Ministerpräsidenten gewählt wird, wahrscheinlich am 6. oder 7. Mai stattfinden werde. (mit AFP)


