„Euphorische Wahrnehmung“

Lawrow bremst Hoffnungen auf schnellen Frieden in der Ukraine

Der russische Außenminister Lawrow sieht noch einen langen Weg zum Frieden in der Ukraine. Die EU-Außenbeauftragte Kallas will Zugeständnisse von Russland fordern.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow
Der russische Außenminister Sergej LawrowAlexander Zemlianichenko/Pool AP

Der russische Außenminister Sergej Lawrow sieht kein baldiges Ende des Kriegs in der Ukraine. „Die Verhandlungen dauern an, die zweite Verhandlungsrunde fand in Abu Dhabi statt, und es ist noch ein langer Weg“, sagte er laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax in einem Interview mit dem Sender NTV.

Russland solle sich nicht einer „euphorischen Wahrnehmung“ hingeben, nur weil „US-Präsident Trump die Europäer und Selenskyj in ihre Schranken gewiesen hat“, sagte Lawrow und fügte hinzu: „Das ist ja alles schön und gut, wenn wir Frieden in der Ukraine erreichen wollen, aber so weit sind wir noch nicht.“

Eine mögliche Einigung könne nur dann Bestand haben, wenn die USA die Ukraine und Europa zur Einhaltung der Vereinbarung bewegen würden, so Lawrow.

Kallas will Russland Zugeständnisse abringen

Lawrow hatte den USA in einem am Montag veröffentlichten Interview vorgeworfen, bei den Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges von bereits getroffenen Vereinbarungen abgerückt zu sein. Er erklärte, Kremlchef Wladimir Putin und Trump hätten sich bei ihrem Treffen im August 2025 in Anchorage, Alaska, auf Prinzipien für eine Lösung geeinigt, die Washington nun ablehnen würde.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas forderte am Dienstag, dass europäische Länder in die Friedensverhandlungen mit eingebunden werden müssen. „Alle am Verhandlungstisch, einschließlich der Russen und der Amerikaner“ müssten verstehen, dass ein Friedensabkommen ohne Zustimmung der Europäer nicht möglich sei.

Sie wolle eine Liste von Zugeständnissen vorschlagen, die die EU von Russland im Rahmen eines Abkommens fordern solle, sagte sie einem Reuters-Bericht zufolge. „Wir sollten die Bedingungen nicht den Ukrainern auferlegen, die bereits stark unter Druck gesetzt wurden, sondern den Russen“, so Kallas.

Der Kreml erklärte laut Reuters am Dienstag, dass noch kein Termin für die nächste Runde der Friedensgespräche feststehe, die jedoch voraussichtlich zeitnah stattfinden sollen. In der vergangenen Woche hatten sich Vertreter aus den USA, Russland und der Ukraine zu einer zweiten Runde trilateraler Gespräche getroffen. Ein Durchbruch wurde dabei nicht erzielt.