Kriegsgefangene

Gefangenenaustausch Ukraine–Russland: 1000 Soldaten sollen in zwei Tagen freikommen

Entsprechend den Genfer Konventionen lassen die Ukraine und Russland erneut Kriegsgefangene frei. Innerhalb von zwei Tagen sollen insgesamt 1000 Soldaten beider Seiten nach Hause zurückkehren.

In der Ukraine warten viele Menschen auf ihre vermissten Verwandten.
In der Ukraine warten viele Menschen auf ihre vermissten Verwandten.Sergei Grits/AP

Die Ukraine und Russland haben am 5. März jeweils 200 Kriegsgefangene ausgetauscht. Am Folgetag sollen weitere 300 Soldaten pro Seite folgen – insgesamt kämen damit innerhalb von zwei Tagen je 500 Gefangene frei, wie beide Seiten übereinstimmend mitteilten.

Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte laut dem Kyiv Independent auf Telegram, die frei gelassenen ukrainischen Soldaten hätten unter anderem Mariupol, Donezk, Luhansk, Charkiw und Saporischschja verteidigt. „Jedes Mal, wenn unsere Leute nach Hause kommen, beweist das, dass die Ukraine daran arbeitet, jeden Einzelnen zurückzuholen“, sagte Selenskyj. „Wir vergessen niemanden.“

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Austausch laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Die zurückgekehrten russischen Soldaten erhielten medizinische und psychologische Betreuung und befänden sich derzeit in Belarus, hieß es. Laut dem russischen Außenministerium wurde der Austausch von den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA vermittelt.

Genfer Konventionen als Grundlage

Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez bezeichnete den Austausch vom 5. März als erste Stufe eines groß angelegten Gefangenenaustauschs, der bei Verhandlungen im Februar in Genf vereinbart worden sei. Wladimir Medinski, Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, bestätigte dies gegenüber der Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Lubinez zufolge ist der jüngste zurückgekehrte ukrainische Soldat 27, der älteste 59 Jahre alt. Viele der Freigelassenen befänden sich in einem schwierigen psychischen Zustand, einige seien stark untergewichtig.

Humanitäre Kontakte bleiben bestehen

Der Gefangenenaustausch ist einer der wenigen Bereiche, in denen Kiew und Moskau seit Beginn der russischen Großinvasion weiterhin kooperieren. Seit Februar 2022 hat die Ukraine nach Selenskyjs Angaben mehr als 7000 Ukrainer aus der Gefangenschaft zurückgeholt, wie Kyiv Independent berichtet.

Gleichzeitig erklärte Selenskyj, die trilateralen Friedensgespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA seien wegen der Lage im Nahen Osten vorerst ausgesetzt.