Medienberichte

Trump stellt Europa Ultimatum: USA verlangen Militärpläne für Straße von Hormus

Donald Trump setzt die europäischen Nato-Partner unter Zugzwang. Europäische Staaten sollen binnen weniger Tage konkrete Militärpläne vorlegen.

US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office.
US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office.Alex Brandon/dpa

Die USA verlangen von europäischen Verbündeten kurzfristig konkrete militärische Pläne zur Sicherung der Straße von Hormus. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf einen hochrangigen Nato-Vertreter. Demnach sollen die Staaten innerhalb weniger Tage darlegen, wie sie die Schifffahrt durch die strategisch wichtige Meerenge absichern wollen. Die Forderung sei bei Gesprächen zwischen US-Regierungsvertretern und der Nato im Weißen Haus sowie im Pentagon und im Außenministerium vorgebracht worden.

US-Präsident Donald Trump hatte gestern bei einem Treffen im Weißen Haus mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte darüber gesprochen, heißt es. Der Nato-Chef bestätigte nach dem Gespräch dem US-Sender CNN, Trump sei „eindeutig enttäuscht“.

Straße von Hormus bleibt blockiert

Eine von Großbritannien geführte Koalition aus mehr als 40 Staaten, darunter viele europäische Länder, Japan und Kanada, hatte zugesagt, die Passage nach einem Ende der Kämpfe wieder zu öffnen. Durch die Straße von Hormus werden rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls und Erdgases transportiert. Die Blockade hat die Energiepreise zuletzt steigen lassen und die Sorge vor Versorgungsengpässen verstärkt.

Zwar wurde eine auf 14 Tage angelegte Waffenruhe zwischen den USA, dem Iran und Israel angekündigt. Dennoch dauern Angriffe weiter an, die Meerenge bleibt übereinstimmenden Berichten zufolge faktisch geschlossen. Seit Verkündung der Feuerpause durchquerten nach Angaben des Meeres-Beobachungsdienstes MarineTraffic nicht einmal eine Handvoll Schiffe die Meerenge.

Bericht: Rutte übermittelt Forderung an Europa

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel hat Rutte die europäischen Hauptstädte bereits über die Erwartungen aus Washington informiert. Trump verlange demnach innerhalb weniger Tage konkrete Zusagen, etwa zur Entsendung von Kriegsschiffen oder anderen militärischen Fähigkeiten. „Politische Zusagen wie in den Tagen seit Kriegsbeginn seien nicht mehr ausreichend“, zitiert der Spiegel mehrere Diplomaten. Aus deren Sicht komme die Forderung einem Ultimatum gleich.

Konflikt belastet Verhältnis zur Nato

Der Vorstoß kommt nach Wochen offener Spannungen zwischen Washington und europäischen Verbündeten. Mehrere Nato-Staaten hatten sich geweigert, die USA militärisch im Krieg gegen den Iran zu unterstützen oder ihre Infrastruktur dafür bereitzustellen. So verweigerten einzelne Länder Überflugrechte oder den Zugang zu Militärbasen.

Trump reagierte darauf mit scharfer Kritik. Nach dem Treffen mit Nato-Chef Mark Rutte erklärte er, das Bündnis sei „nicht da gewesen, als wir es brauchten“. Zuvor hatte er die Allianz bereits als „Papiertiger“ bezeichnet und deren Bedeutung infrage gestellt. In einem weiteren Beitrag legte er nach und forderte die Partner auf, sich an „Grönland, dieses große, schlecht verwaltete Stück Eis“ zu erinnern – eine Anspielung auf seine früheren Forderungen nach einer Übernahme der Insel.

Intern ließ die US-Regierung laut Berichten zudem prüfen, welche Staaten die amerikanische Linie unterstützt haben – und welche nicht. Im Raum stehen demnach auch Konsequenzen wie ein Abzug von US-Truppen aus einzelnen Ländern.


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