Tanken

Sprit wird schlagartig teurer: Rekordsprung an den Zapfsäulen

Die Spritpreise steigen nach längerer Talfahrt wieder, und zwar deutlich. Der Bundestag stimmt am Freitag über den geplanten Tankrabatt der Regierung ab.

ARCHIV - 02.03.2026, Bayern, München: Halterung.
ARCHIV - 02.03.2026, Bayern, München: Halterung.Peter Kneffel/dpa

Nach mehr als zwei Wochen sinkender Spritpreise haben deutsche Tankstellen die Kosten am Donnerstag wieder deutlich erhöht. Der ADAC verzeichnete den stärksten Mittagsanstieg bei Benzin seit Einführung der sogenannten 12-Uhr-Regel. Der Tankrabatt der Bundesregierung tritt Ende nächster Woche am 1. Mai in Kraft.

Superbenzin der Sorte E10 verteuerte sich am Donnerstagmittag im bundesweiten Durchschnitt um einen Rekordwert von 13,1 Cent pro Liter. Diesel legte laut ADAC sogar um 14,9 Cent zu und hatte damit den zweitgrößten Anstieg seit Einführung der Regelung am 1. April, die Preiserhöhungen nur noch um 12 Uhr mittags erlaubt, während Senkungen immer möglich sind.

Damit endet eine Phase sinkender Preise, von der Autofahrer seit Ostern profitiert hatten. Besonders Diesel war zuletzt deutlich günstiger geworden. Trotz der Preissenkungen erreichten Kraftstoffe nicht das Preisniveau, das vor dem Beginn des Iran-Kriegs galt. Am Mittwoch hatte E10 im Tagesdurchschnitt noch leicht um 0,4 Cent auf 2,063 Euro pro Liter zugelegt, Diesel war minimal um 0,4 Cent auf 2,127 Euro gefallen.

Deutlicher Anstieg vor Senkung der Energiesteuer

Sowohl vor als auch nach dem Preissprung am Donnerstagmittag lagen Benzin und Diesel nach Angaben des ADAC klar über dem Niveau des Vortages. Der Automobilclub erwartet daher, dass auch der Tagesdurchschnitt des Donnerstags einen Anstieg ausweisen werde.

Die Preisbewegung kommt rund eine Woche vor dem geplanten Start eines Steuerrabatts auf Kraftstoffe um 17 Cent, der von der Bundesregierung angestoßen wurde und über den am Freitag im Bundestag abgestimmt wird. Verbraucher, die auf günstigere Konditionen gewartet haben, sehen sich nun zunächst mit höheren Kosten konfrontiert und müssen hoffen, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung in Form von Preissenkungen an die Verbraucher weitergeben.

Als möglicher Hintergrund  der nun wieder steigenden Preise gilt der seit Beginn des Iran-Kriegs instabile und hohe Ölpreis. Die Verhandlungen zwischen den USA und der Regierung in Teheran stocken trotz Waffenruhe weiterhin. Die für Europa wichtige Sorte Brent kostet inzwischen wieder mehr als 100 Dollar pro Barrel (159 Liter). Schwankende Rohölnotierungen schlagen sich erfahrungsgemäß mit Verzögerung an den Zapfsäulen nieder. (mit dpa)