Wahlkampf

SPD-Spitzenkandidat schickt Fahrer zum Feinkost-Einkauf nach Frankreich

Kurz vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg sorgt Andreas Stoch (SPD) für Aufregung. Nach einem Tafel-Besuch beauftragte er seinen Fahrer, Entenpastete aus Frankreich zu besorgen.

SPD-Kandidat schickt Fahrer zum Pastetenkauf nach Frankreich.
SPD-Kandidat schickt Fahrer zum Pastetenkauf nach Frankreich.Stefan Puchner / dpa

Wenige Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg gerät SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch unter Druck. Ein Kamerateam des SWR begleitete den Landesvorsitzenden der SPD Baden-Württemberg beim Besuch einer Tafel für Bedürftige. Unmittelbar danach filmte es, wie Stoch seinem Fahrer einen Einkaufsauftrag für Pasteten in Frankreich erteilte.

„Dann schickst du mir ein Bild von der Auslage und ich sage dir, was du mir bringst“, sagte der Politiker zu seinem Fahrer. Auf Nachfrage des SWR erklärte Stoch, er nutze Termine in Grenznähe gelegentlich, um bei einem Metzger im benachbarten Frankreich einzukaufen. „Eine schöne Entenpastete ist was Herrliches“, so Stoch. Die bekomme man in Deutschland nicht in derselben Qualität und zu dem Preis.

Heftige Kritik in den sozialen Medien

Die Szene löste in den sozialen Medien scharfe Reaktionen aus. Unter dem SWR-Film auf Youtube häuften sich kritische Kommentare. Ein Nutzer schrieb „Unfassbar“, ein anderer warf Stoch vor, Wasser zu predigen und selbst Wein zu trinken. „Gerade von einem SPD-Kandidaten aus Baden-Württemberg sollte man mehr politische Sensibilität erwarten“, hieß es dort, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete.

Stoch räumte gegenüber der dpa ein, die Sequenz müsse im Kontext des Tafel-Besuchs irritierend wirken. „Das bedauere ich sehr, denn auch bei dem Besuch bei der Tafel ging es mir um die vielen Menschen, die Unterstützung brauchen.“