Druschba-Pipeline

Rosneft bestätigt: Russland stoppt Lieferungen aus Kasachstan an PCK Schwedt

Auf Anweisung des russischen Energieministeriums soll ab 1. Mai kein kasachisches Öl zur Raffinerie PCK Schwedt mehr fließen.

Die Raffinerie in Schwedt versorgt große Teile des Nordostens Deutschlands mit Treibstoff.
Die Raffinerie in Schwedt versorgt große Teile des Nordostens Deutschlands mit Treibstoff.Patrick Pleul/dpa

Das Mineralölunternehmen Rosneft Deutschland hat die Bundesnetzagentur darüber informiert, dass auf Anweisung des russischen Energieministeriums ab dem 1. Mai keine Durchleitung von kasachischem Rohöl durch die Druschba-Pipeline erfolgen darf. Dies teilte das Bundeswirtschaftsministerium der Berliner Zeitung am Mittwoch auf Anfrage mit.

Die Russische Föderation habe dies bisher nicht gegenüber der Bundesregierung bestätigt. Rosneft Deutschland prüfe derzeit die Auswirkungen und werde sich einer etwaigen neuen Lage anpassen.

Auch Kasachstans Energieminister Erlan Akkenzhenov bestätigte, dass Russland die kasachischen Ölexporte nach Deutschland über die Druschba-Pipeline ab dem 1. Mai stoppen wird. Das berichtet die kasachische Nachrichtenagentur NUR.KZ. Zwar gebe es noch keine offizielle Stellungnahme der Russischen Föderation. „Aber aus inoffiziellen Quellen wissen wir, dass es stimmt,“ so Akkenzhenov.

PCK Schwedt wichtig für Versorgung der Region Berlin-Brandenburg

Die Treuhandverwaltung durch die Bundesnetzagentur halte die Versorgungssicherheit im Blick. Durch das Ausbleiben der kasachischen Öllieferungen an die PCK-Raffiniere sei die Versorgungssicherheit mit Mineralölprodukten in Deutschland letztlich nicht gefährdet, so das Ministerium.

Bereits am Dienstag berichteten Medien, über den Stopp, bezogen sich jedoch noch auf anonyme Quellen, die aus der „Industrie“ stammen. Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) sagte dem rbb am Dienstag, dass die Lieferung von kasachischem Erdöl nach Schwedt „ab Mai - aber vorübergehend - ausgesetzt“ werde.

Kasachstans Ölexporte nach Deutschland über die russische Druschba-Pipeline beliefen sich 2025 auf insgesamt rund 43.000 Barrel pro Tag, ein Anstieg von 44 Prozent gegenüber 2024. Mit diesem Öl werden neun von zehn Autos in der Region Berlin-Brandenburg betrieben. Die PCK Raffinerie ist außerdem von entscheidender Bedeutung für den Flughafen Berlin-Brandenburg BER. Darüber hinaus ist die Raffinerie eine wichtige Infrastruktur für Polen, die Ukraine und die Nato-Ostflanke. Gerade die militärische Komponente könnte bei möglichen russischen Abschaltplänen eine Rolle gespielt haben.