Kasachstans Energieminister Erlan Akkenzhenov hat bestätigt, dass Russland die kasachischen Ölexporte nach Deutschland über die Druschba-Pipeline ab dem 1. Mai stoppen wird. Das berichtet die kasachische Nachrichtenagentur NUR.KZ.
„Ich habe diese Information aus inoffiziellen Quellen erhalten“, sagte Akkenzhenov am Mittwoch am Rande eines regionalen Umweltgipfels. Es gebe noch keine offizielle Stellungnahme der Russischen Föderation. „Aber aus inoffiziellen Quellen wissen wir, dass es stimmt.“
Der Energieminister fügte hinzu, er habe mit seinen Kollegen gesprochen, und sobald die Frage der technischen Machbarkeit geklärt sei, werde der Transit von kasachischem Öl wieder aufgenommen.
Bereits am Dienstag berichteten Medien über den Stopp, bezogen sich allerdings noch auf anonyme Quellen, die aus der „Industrie“ stammen.
Anweisung aus Moskau: Deutschland stellt sich auf Öl-Stopp ein
Auch in Deutschland wurde der Öl-Stopp mittlerweile bestätigt. Das Mineralölunternehmen Rosneft Deutschland hat die Bundesnetzagentur darüber informiert, dass auf Anweisung des russischen Energieministeriums ab dem 1. Mai keine Durchleitung von kasachischem Rohöl durch die Druschba-Pipeline erfolgen darf. Dies teilte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) am Mittwoch auf Anfrage der Berliner Zeitung mit.
Die Russische Föderation habe dies bisher nicht gegenüber der Bundesregierung bestätigt, so das BMWE. Rosneft Deutschland prüfe derzeit die Auswirkungen und werde sich einer etwaigen neuen Lage anpassen. Das Ölunternehmen sei sich dabei der Verantwortung des Standortes bewusst und werde seine Verpflichtungen einhalten. „Gleichzeitig werden vorhandene Spielräume ausgenutzt, um die Versorgungssicherheit in Deutschland zu gewährleisten“, so das Ministerium.
43.000 Barrel täglich: Öl aus Kasachstan zentral für Ostdeutschland
Auch die Bundesnetzagentur halte die Versorgungssicherheit als Treuhänderin von Rosneft Deutschland im Blick. Durch das Ausbleiben der kasachischen Öllieferungen an die PCK-Raffinerie sei die Versorgungssicherheit mit Mineralölprodukten in Deutschland letztlich „nicht gefährdet, auch wenn die PCK Schwedt mit einer geringeren Kapazitätsauslastung fahren müsste“, so das Ministerium.


