Öl-Transport

US-Finanzminister: USA lassen iranische Öltanker durch Straße von Hormus passieren

Iranische Schiffe passieren die Straße von Hormus, erklärt US-Finanzminister Scott Bessent. „Wir haben das zugelassen, um den Rest der Welt zu versorgen“, sagte er.

Finanzminister Scott Bessent hat in einem Interview über die Strategie der USA in der Straße von Hormus gesprochen.
Finanzminister Scott Bessent hat in einem Interview über die Strategie der USA in der Straße von Hormus gesprochen.Nathan Posner/imago

Die US-Regierung duldet derzeit die Durchfahrt iranischer Öltanker durch die Straße von Hormus. Das erklärte US-Finanzminister Scott Bessent am Montag in einem Interview mit dem Sender CNBC in Paris, wo er sich zu Handelsgesprächen mit China aufhielt.

„Die iranischen Schiffe kommen bereits durch, und wir haben das zugelassen, um den Rest der Welt zu versorgen“, sagte Bessent. Neben iranischen Tankern hätten auch indische Schiffe die Meerenge passiert, zudem gehe Washington davon aus, dass einige chinesische Schiffe ebenfalls durchgekommen seien.

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Weltmarkt und gilt als wichtigste Handelsroute für Öl weltweit. Vor dem Krieg liefen rund 20 Prozent der globalen Ölversorgung durch die enge Wasserstraße. Der Tankerverkehr ist laut CNBC und Reuters drastisch eingebrochen, seit der Iran kommerzielle Schiffe im Persischen Golf angreift. Dennoch exportiert die Islamische Republik weiterhin rund 1,5 Millionen Barrel pro Tag.

Größte Ölversorgungsstörung der Geschichte

Die Ölpreise sind laut CNBC seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran vor zwei Wochen um etwa 40 Prozent gestiegen. Die Internationale Energieagentur (IEA) spricht von der größten Ölversorgungsstörung der Geschichte. Der Preis für die Referenzsorte Brent lag am Montag bei rund 102 Dollar pro Barrel, US-Öl bei etwa 95 Dollar.

Bessent zeigte sich zuversichtlich, dass die Preise nach Kriegsende „deutlich unter 80 Dollar“ fallen würden. Wann der Konflikt ende, könne er jedoch nicht sagen. Gerüchte über mögliche Eingriffe der Regierung in den Öl-Terminhandel wies er zurück: „Das haben wir nicht getan“, sagte er. Es sei zudem unklar, ob die Regierung dafür überhaupt eine rechtliche Grundlage hätte.

Die Trump-Regierung erwartet laut Bessent, dass der Tankerverkehr weiter zunimmt, noch bevor die US-Marine und Verbündete möglicherweise mit Geleitschutz-Konvois beginnen. Präsident Donald Trump fordert derzeit von verbündeten Staaten, die auf Öl aus der Region angewiesen sind, sich am Schutz der Tanker zu beteiligen.