US-Präsident Donald Trump treibt Pläne für einen riesigen Triumphbogen in Washington D.C. voran. Das Bauwerk soll zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit im Juli dieses Jahres fertiggestellt werden und könnte nach jüngsten Enthüllungen weitaus größer werden als ursprünglich angedacht. Das Weiße Haus verteidigte das Vorhaben am Wochenende gegenüber Fox News als Teil von Trumps Vermächtnis.
„Der Bogen wird eines der ikonischsten Wahrzeichen nicht nur in Washington, sondern weltweit“, erklärte Sprecher Davis Ingle demnach. Trumps „kühne Vision“ werde „von Generationen gespürt werden“.
Nach Informationen der Washington Post bevorzugt Trump derzeit eine Höhe von 250 Fuß (etwa 76 Meter) für das Bauwerk. Zum Vergleich: Das Weiße Haus misst rund 21 Meter, das Lincoln Memorial etwa 30 Meter. Der geplante Bogen würde beide Gebäude deutlich überragen und selbst den Pariser Arc de Triomphe (50 Meter) in den Schatten stellen.
Trump: „Der größte Bogen von allen“
An Bord der Air Force One sagte Trump am Samstag laut Fox News, der Bogen werde „der schönste der Welt“. Zur Höhe äußerte er sich ausweichend: „Ich weiß nicht, wie hoch er wird. Er wird dem Standort angemessen sein.“ Ein Komitee werde die Details prüfen. „Ich hätte gern den größten von allen. Wir sind die größte, mächtigste Nation“, so der Präsident.
Als Standort ist der Memorial Circle zwischen dem Lincoln Memorial und dem Nationalfriedhof Arlington vorgesehen – ein Areal unter Kontrolle des National Park Service.
Architekten und Historiker äußern Bedenken
Fachleute reagieren mit Skepsis auf die womöglich anvisisierten Dimensionen des Bauwerks. „Ich glaube nicht, dass ein so großer Bogen dorthin gehört“, sagte Kunstkritiker Catesby Leigh der Washington Post. Leigh hatte ursprünglich einen temporären, 18 Meter hohen Bogen vorgeschlagen – Trump plant nun ein permanentes Bauwerk von mehr als der vierfachen Größe.
Calder Loth, ehemaliger leitender Architekturhistoriker des Bundesstaates Virginia, warnte vor Auswirkungen auf die Sichtachsen. Ein 76-Meter-Bogen könnte den Blick auf Arlington House versperren, das ehemalige Anwesen des Konföderierten-Generals Robert E. Lee. „Arlington House würde wie ein Puppenhaus aussehen – oder man könnte es gar nicht mehr sehen“, sagte Loth.

Finanzierung und Genehmigungsverfahren unklar
Das Projekt soll privat finanziert werden – mit überschüssigen Spenden aus Trumps Ballsaal-Projekt im Weißen Haus, das auf etwa 400 Millionen Dollar veranschlagt wird. Zu den Spendern gehören Unternehmen wie Amazon, Google und Lockheed Martin, die Milliarden-Verträge mit der Regierung haben.
Für den Bau wären mehrere Genehmigungsverfahren erforderlich, möglicherweise auch die Zustimmung des Kongresses. Trump hat kürzlich den Entwickler Rodney Mims Cook Jr. in die Commission of Fine Arts berufen – jenes Gremium, das neue Denkmäler in Washington genehmigen müsste.
Wann der Bau in der US-Hauptstadt beginnt, ist offen. Trump hatte im Dezember angekündigt, innerhalb von zwei Monaten starten zu wollen. Bislang wurde jedoch nicht mit den Arbeiten begonnen.


