„Lohnenswerte Objekte“

Ingo Appelt findet Merkel „total langweilig“ – und schwärmt ausgerechnet von Trump

Ingo Appelt ist erleichtert, dass die Ära Merkel vorbei ist – endlich hat die „total langweilige“ Zeit ein Ende. Aus einem Grund zeigt er sich begeistert von Trump.

Seit den 90er-Jahren hauptberuflich Comedian: Ingo Appelt
Seit den 90er-Jahren hauptberuflich Comedian: Ingo AppeltMichael Korte

Während viele Menschen sich einen Machtwechsel sowohl in Russland als auch in den USA wünschen, zeigt sich Ingo Appelt von den beiden Staatsoberhäuptern begeistert – zumindest aus rein beruflichen Gründen. Wie der 58-jährige Comedian im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betont, sind Donald Trump und Wladimir Putin „für Komiker einfach lohnenswerte Objekte“.

Die Amtszeit von Angela Merkel als Bundeskanzlerin sei für ihn hingegen „total langweilig“ gewesen. „Das Parodieren der Kanzlerin ging fast nur über Äußerlichkeiten. Inhaltlich war da wenig“, sagt Appelt.

„Heute erkennt man keine drei Bundespolitiker mehr“

Im Interview macht er darauf aufmerksam, dass er noch mit politischen „Typen“ großgeworden sei, die für ihre markigen Auftritte bekannt waren, und nennt beispielhaft den CSU-Politiker Franz Josef Strauß. „Heute erkennt das Publikum keine drei Bundespolitiker mehr.“ Aus diesem Grund parodiere er nur noch den früheren Kanzler Helmut Kohl: „Der ist der Einzige, den alle noch kennen.“

Seine jüngeren Berufskollegen ruft Appelt indes zu mehr Courage auf. „Manche trauen sich nicht, auf der Bühne engagiert Klartext zu reden. Das scheint ja zu einer Grundhaltung in Deutschland geworden zu sein: ‚Man darf nichts mehr sagen‘“ – das sei allerdings Unsinn. „Es ist einfach so, dass nicht jedermanns Meinung interessiert. Das war aber schon immer so.“

Der gebürtige Essener Comedian ist in Würzburg aufgewachsen und vor allem für seine Auftritte in der ARD-Satiresendung „Nuhr im Ersten“ bekannt. Bereits seit Anfang der 90er-Jahre ist Appelt hauptberuflich Komiker und wurde insbesondere durch seine Parodie des damaligen Verteidigungsministers Rudolf Scharping bekannt.