US-Präsident Donald Trump erwägt nach eigenen Angaben, die Militäroperationen gegen den Iran zu reduzieren. „Wir sind kurz davor, unsere Ziele zu erreichen“, schrieb Trump am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social.
Seine Sprecherin Karoline Leavitt erklärte bei X, Präsident und Pentagon gingen davon aus, dass die Mission insgesamt vier bis sechs Wochen dauern könne. Die US-Streitkräfte leisteten „hervorragende Arbeit“, die Führung in Teheran werde zunehmend geschwächt.
Trump hatte den Iran-Krieg vor knapp zwei Wochen „so gut wie beendet“ genannt und als „kurzen Ausflug“ bezeichnet. Seitdem setzten die USA und Israel ihre Angriffe jedoch fort.
Mehr US-Soldaten im Nahen Osten
Die Aussagen stehen jedoch im Kontrast zu aktuellen militärischen Entscheidungen. Nach Angaben mehrerer US-Regierungsvertreter, über die unter anderem Reuters und AP berichten, verlegen die Vereinigten Staaten zusätzliche Truppen in die Region. Demnach sollen rund 2500 Marines sowie mehrere Kriegsschiffe in den Nahen Osten entsandt werden.
Bereits zuvor waren weitere Einheiten in Richtung Region umgeleitet worden. Insgesamt sind nach US-Angaben bereits mehr als 50.000 Soldaten im Nahen Osten stationiert.
Plant die USA einen Bodeneinsatz im Iran?
Trump betonte zugleich, er plane keinen Einsatz von Bodentruppen im Iran. „Wenn ich das täte, würde ich es sicher nicht ankündigen“, sagte er auf Nachfrage von Journalisten.
Nach Angaben des US-Senders CBS News bereitet das Pentagon jedoch intern verschiedene Szenarien für einen möglichen Einsatz von Bodentruppen vor. Unter Berufung auf mehrere mit den Planungen vertraute Quellen berichtete der Sender, Militärs hätten konkrete Optionen ausgearbeitet und entsprechende Anforderungen eingereicht.
Demnach geht es unter anderem um die Verlegung von Einheiten der 82. Luftlandedivision sowie um logistische Fragen für einen möglichen Einsatz. Auch Szenarien zur Internierung iranischer Soldaten werden dem Bericht zufolge geprüft.
Das Weiße Haus betont hingegen, dies seien Vorsichtsmaßnahmen. Es gehöre zur Aufgabe des Militärs, dem Präsidenten „maximale Handlungsoptionen“ vorzulegen, erklärte Sprecherin Leavitt laut CBS. Eine Entscheidung über den Einsatz von Bodentruppen sei nicht getroffen worden.
Krieg dauert an – Preise steigen
Der Krieg dauert inzwischen seit knapp drei Wochen an. Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen begonnen. Der Iran reagiert seitdem mit massivebn Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, die Golfstaaten sowie die US-Einrichtungen in der Region.
Nach übereinstimmenden Berichten internationaler Medien wurden seit Beginn der Kämpfe mehr als 2000 Menschen getötet. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Parallel zu den militärischen Entwicklungen wächst der wirtschaftliche Druck. Die Ölpreise sind seit Kriegsbeginn deutlich gestiegen. Die US-Regierung versucht daher, zusätzliche Mengen auf den Markt zu bringen, unter anderem durch eine befristete Lockerung von Sanktionen auf iranisches Öl. Demnach werde dem Iran vorübergehend der Verkauf und die Lieferung von iranischem Öl erlaubt, das bereits auf Schiffen verladen wurde. Das US-Finanzministerium teilte am Freitag mit, die Ausnahmeregelung gelte bis zum 19. April. Voraussetzung ist, dass das Öl vor dem 20. März auf Tanker geladen wurde.
Beobachter sehen laut Reuters und AP in den widersprüchlich wirkenden Signalen aus Washington den Versuch, militärischen Druck aufrechtzuerhalten und zugleich eine weitere Eskalation zu vermeiden.




