Iran-Krieg

Krieg gegen Iran: Kampfverband der US-Marine auf dem Weg zum Persischen Golf

Die Verlegung der Tripoli-Gruppe in den Nahen Osten fällt mit neuen Planspielen in Washington zusammen. Folgen bald Bodentruppen an Irans Küste?

Die USA verstärken ihre Marineeinheiten am Persischen Golf.
Die USA verstärken ihre Marineeinheiten am Persischen Golf.AP/Zachary Pearson

Die USA verstärken ihre Militärpräsenz im Nahen Osten mit konkreten Truppenbewegungen: Der aus drei Kriegsschiffen bestehende US-Landungsverband Tripoli mit der 31. Marineinfanterieeinheit befand sich am 18. März am nördlichen Ausgang der Straße von Malakka auf dem Weg in den Nahen Osten, wie das Marina Fachmedium USNI News meldete.

Zugleich berichtete Reuters am Donnerstag, dass die Trump-Regierung die Entsendung Tausender zusätzlicher Soldaten in die Region erwäge. Zu den diskutierten Optionen gehört demnach die Sicherung der freien Durchfahrt von Öltankern durch die Straße von Hormus – vorrangig mit Luft- und Seestreitkräften. Dabei könnte nach Reuters-Angaben auch ein Einsatz von US-Truppen an Irans Küstenlinie erwogen werden.

Hegseth verteidigt Kriegsziele und droht Iran

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat am Donnerstag im Pentagon vor die Presse und wies Darstellungen zurück, die USA bewegten sich auf einen endlosen Konflikt ohne klares Ziel zu. „An unseren Zielen hat sich nichts geändert. Wir liegen im Plan und auf Kurs“, sagte Hegseth. Sie lauteten weiterhin: Die Zerstörung iranischer Raketenwerfer, der Rüstungsindustrie und der Marine sowie die Verhinderung einer iranischen Atomwaffe.

Hegseth verwies auf Angriffe auf die iranische Ölinsel Kharg als Beleg dafür, dass die USA das Schicksal des Iran in der Hand hielten. Über Kharg laufen laut Reuters rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte. Die Insel liegt etwa 26 Kilometer vor der iranischen Küste und rund 483 Kilometer nordwestlich der Straße von Hormus.

Zuvor hatte Reuters berichtet, die Regierung habe auch die Entsendung von Bodentruppen nach Kharg diskutiert. Präsident Donald Trump wich am selben Tag einer Frage nach weiteren Truppenentsendungen aus. Er schicke keine Soldaten „irgendwohin“, sagte Trump – sollte er es tun, werde er es der Presse nicht mitteilen.

Hohe Kriegskosten und wachsende Opferzahlen

Die Kosten des Krieges steigen unterdessen erheblich. Das Pentagon hat beim Weißen Haus beantragt, einen Finanzierungsantrag über mehr als 200 Milliarden Dollar an den Kongress zu richten, wie etwa die Washington Post unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten berichtete.

Die USA und Israel begannen den Krieg nach monatelangen Vorbereitungen am 28. Februar mit Luftangriffen auf Iran – während noch Verhandlungen mit Teheran liefen. Der US-Präsident begründete diesen Schritt mit dem Atom- und Raketenprogramm des Iran sowie einer angeblich unmittelbaren Bedrohung für die USA und ihre Verbündeten.

Bei den ersten Angriffen auf Irans Hauptstadt war das politische und geistlichen Oberhaupt des Landes, Ali Chamenei, getötet worden; zum Nachfolger wurde sein Sohn Modschtaba Chamenei ernannt. Der Iran reagierte auf die US-israelischen Angriffe mit Vergeltungsschlägen, die sich gegen US-Militäreinrichtungen und Infrastrukturanlagen in mit den USA verbündeten Golfstaaten richten.

Seit Beginn der Angriffe am 28. Februar hat das US-Militär nach eigenen Angaben mehr als 7000 Ziele im Iran beschossen und mindestens 40 Minenlegeboote sowie elf U-Boote zerstört. 13 US-Soldaten sind bisher getötet und rund 200 verwundet worden, die meisten davon leicht, wie das Militär mitteilte.

Iranische Stellen sprachen zuletzt von rund 1270 bis 1332 getöteten Zivilisten. Die US-basierte Menschenrechtsgruppe HRANA berichtete dagegen von mehr als 3100 Toten im Iran insgesamt, darunter 1369 Zivilisten; eine belastbare Gesamtzahl getöteter iranischer Soldaten liegt bislang nicht vor.