Bericht

Nach US-Ölblockade: Gesundheitssystem in Kuba laut Minister am Rand des Zusammenbruchs

Die US-Ölblockade hat laut dem Gesundheitsminister Kubas große Folgen für die Versorgung von Patienten. Krankenwagen finden einem Bericht zufolge kaum noch Treibstoff.

Personen in Santa Clara, Kuba, warten im Jahr 2023 vor einer Apotheke, um Medikamente zu kaufen (Symbolbild).
Personen in Santa Clara, Kuba, warten im Jahr 2023 vor einer Apotheke, um Medikamente zu kaufen (Symbolbild).UIG/imago

Kubas Gesundheitssystem steht offenbar am Rand eines Zusammenbruchs. Ursache seien auch US-Sanktionen, die die Ölversorgung des Landes stark beeinträchtigen und inzwischen nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die „grundlegende menschliche Sicherheit“ bedrohen, erklärte Kubas Gesundheitsminister José Ángel Portal Miranda der Nachrichtenagentur AP.

Nach Angaben des Ministers ist die Versorgung von rund fünf Millionen chronisch kranken Menschen in Kuba durch Engpässe bei Medikamenten und Behandlungen betroffen. Darunter sind etwa Krebspatienten, die eine Strahlen- oder Chemotherapie benötigen. Zudem würden Krankenwagen laut AP kaum noch Treibstoff finden.

Gesundheitsminister warnt: Situation „könnte Menschenleben gefährden“

Die Energiekrise in Kuba hat sich verschlimmert, seitdem US-Präsident Donald Trump im Januar ankündigte, Zölle gegen Länder zu verhängen, die Öl an Kuba liefern. Kuba verließ sich laut AP lange Zeit auf Öllieferungen aus Russland, Venezuela und Mexiko, die nun jedoch versiegt seien.

„Man kann die Wirtschaft eines Staates nicht schädigen, ohne dessen Einwohner zu beeinträchtigen“, sagte Portal. „Diese Situation könnte Menschenleben gefährden.“ Inzwischen wurden dem Bericht zufolge Busverbindungen gestrichen, Benzin werde rationiert. Flüge werden ausgesetzt, da Flugzeuge auf den kubanischen Flughäfen nicht mehr betankt werden können.

Kubas Gesundheitssystem befindet sich dem Bericht zufolge seit der Corona-Pandemie in einer Krise. Tausende Ärzte hätten das Land verlassen, da ihre Gehälter kaum zum Leben reichten. Eine 25 Jahre alte Schwangere, die wegen Blutarmut in eine Klinik eingewiesen wurde, erklärte gegenüber AP, seit Januar habe sich alles „drastisch verändert“. Es gebe „kein Brot, keine Milch, keine Medikamente“.

Kubas Regierung will Maßnahmen ergreifen

Die Regierung in Kuba versucht laut Portal, gegen die Krise anzusteuern. So werden etwa Solarpanele in Kliniken installiert und Kinder sowie ältere Menschen bei der Versorgung bevorzugt, hieß es.

Jedoch bleiben dem Bericht zufolge große Herausforderungen bestehen. So müsste etwa der Einsatz von Geräten eingeschränkt werden, die viel Energie verbrauchen, darunter CT-Scanner und Laborgeräte. „Wir stehen vor einer Energieblockade mit direkten Auswirkungen auf das Leben der Kubaner, auf das Leben kubanischer Familien“, sagte der kubanische Gesundheitsminister laut AP.