Politik

Litauen-Einsatz: Verteidigungsausschuss-Vorsitzender fordert Zwangsverpflichtung von Soldaten

Der CDU-Politiker Röwekamp will den Bundeswehr-Dienst an der NATO-Ostflanke notfalls verbindlich anordnen lassen. Es gibt wohl einen Mangel an Freiwilligen.

Soldaten bei der Unterstellung des Panzergrenadierbataillons 122 und des Panzerbataillons 203 unter die Panzerbrigade 45 „Litauen“.
Soldaten bei der Unterstellung des Panzergrenadierbataillons 122 und des Panzerbataillons 203 unter die Panzerbrigade 45 „Litauen“.Heiko Becker

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marcus Röwekamp (CDU), hat sich für eine mögliche Zwangsverpflichtung von Bundeswehr-Soldaten zum Dienst in Litauen ausgesprochen. Hintergrund ist ein Mangel an Freiwilligen für den Einsatz an der NATO-Ostflanke, wie der Deutschlandfunk berichtet.

Röwekamp erklärte, dass die Bundeswehr zwar grundsätzlich auf Freiwilligkeit setze. Sollte dieses Prinzip jedoch für einen „sicherheitspolitisch unverzichtbaren Auftrag“ nicht ausreichen, müsse der Dienst auch verbindlich angeordnet werden können.

Beitrag Deutschlands zur Verteidigung der NATO-Ostflanke

Zuvor hatte das Magazin Der Spiegel unter Berufung auf ein vertrauliches Papier aus dem Verteidigungsministerium berichtet, dass sich nicht genügend Freiwillige für den Einsatz in Litauen gemeldet hätten.

Derzeit sind knapp 1800 deutsche Soldaten in Litauen stationiert. Bis 2027 soll diese Zahl auf 4800 Soldaten anwachsen – eine Verdreifachung der gegenwärtigen Truppenstärke. Die Brigade gilt als wesentlicher Beitrag Deutschlands zur Verteidigung der östlichen NATO-Staaten.