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„Keinen Illusionen hingeben“: Preise für Flugtickets werden laut Expertin weiter steigen

Die Vorsitzende des Tourismusausschusses, Anja Karliczek, äußert sich zu der Lage der Tourismusbranche. Preise könnten weiter steigen, die Rückkehr von Reisen sei teils gefährdet.

Die Preise für Flugtickets könnten weiter steigen.
Die Preise für Flugtickets könnten weiter steigen.Soeren Stache/dpa

Anja Karliczek (CDU), die Vorsitzende des Tourismusausschusses des Bundestages, geht davon aus, dass die Preise für Flugtickets in diesem Jahr spürbar anziehen werden. In einem Interview mit der Rheinischen Post sagte sie, die Reiseverkehrsbranche erlebe gerade erneut schwere Zeiten. „Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben“, so Karliczek mit Blick auf die zu erwartenden Aufschläge.

Als zentralen Grund nennt die CDU-Politikerin die hohen Benzin- und Kerosinpreise, die auf absehbare Zeit auf erhöhtem Niveau verharren würden. Diese verteuerten sowohl Reisen innerhalb Deutschlands als auch Flugreisen.

Gestiegene Kersonpreise: Lufthansa streicht Verbindungen

Die Kerosinkosten seien dabei kein nationales Phänomen, sondern ein Preisproblem, mit dem alle Airlines kalkulieren müssten – und damit anders als nationale Standortkosten keine Wettbewerbsverzerrung zulasten deutscher Flughäfen.

Die zum 1. Juli geplante Senkung der Luftverkehrssteuer bewertet Karliczek vor diesem Hintergrund zurückhaltend. Sie leiste lediglich „einen ersten Beitrag“ dazu, dass deutsche Flughäfen und Fluglinien gegenüber der ausländischen Konkurrenz nicht weiter an Boden verlören. Notwendig seien attraktive Drehkreuze, auch für ausländische Touristen.

Die Versorgung mit Kerosin in Deutschland und für bereits gebuchte Flugreisen sei nach derzeitigem Stand gesichert, sagte Karliczek. In anderen Regionen der Welt sei die Lage jedoch anders. Für Urlauber bestehe dort durchaus ein Risiko, das Reiseziel zu erreichen oder wieder nach Hause zu kommen. Insbesondere bei Fernreisen nach Asien und in den Nahen Osten lasse sich die Entwicklung nicht verlässlich vorhersagen. Reisende sollten die Lage daher individuell beobachten.

Zuletzt wurde bekannt, dass die Lufthansa 20.000 Kurzstreckenflüge im Sommerflugplan streicht, um Kerosin zu sparen. Betroffen sind vor allem unwirtschaftliche Verbindungen ab Frankfurt und München, die bislang von Lufthansa CityLine bedient wurden..

Auf die Frage, ob Urlaub in Deutschland in diesem Jahr Mallorca vorzuziehen sei, antwortete Karliczek: „Nein, soweit würde ich nicht gehen.“ Weitere staatliche Hilfen im Sommer hält Karliczek derzeit nicht für vordringlich. Zunächst sollten die Effekte der bereits beschlossenen Maßnahmen abgewartet werden. Der Bund könne nicht alle Risiken und Belastungen abfedern; wichtiger seien Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, attraktivere Arbeitsbedingungen und ein Abbau der Bürokratie.