Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist heute in die USA, wo am Dienstag ein lange geplantes Treffen mit US-Präsident Donald Trump auf dem Programm steht. Die Begegnung findet vor dem Hintergrund gleich mehrerer internationaler Krisenherde statt: Neben der Zollpolitik der Vereinigten Staaten und dem Krieg in der Ukraine hat sich mit der jüngsten Eskalation im Iran ein weiteres Thema auf die Tagesordnung geschoben.
Die drei europäischen Mächte Deutschland, Frankreich und Großbritannien – die sogenannten E3 – hatten zuvor die iranischen Vergeltungsangriffe auf Staaten in der Region verurteilt. Gleichzeitig forderten sie jedoch die Wiederaufnahme von Verhandlungen über das iranische Atomprogramm. Die E3 betonten dabei ausdrücklich, nicht an den Militärschlägen beteiligt zu sein, stellten sich aber prinzipiell hinter das Vorgehen der USA und Israels.
Zollpolitik und Ukraine bleiben zentrale Streitpunkte
Für Merz dürfte das Treffen mit Trump damit zu einem diplomatischen Balanceakt werden. In der Handelspolitik belastet der schwelende Zollstreit die transatlantischen Beziehungen. Beim Thema Ukraine wiederum muss der Kanzler europäische Sicherheitsinteressen gegenüber einer US-Regierung vertreten, die ihre Prioritäten in der Außenpolitik zuletzt deutlich verschoben hat. Wie sich Merz in Washington zwischen den verschiedenen Konfliktfeldern positioniert, dürfte auch innerhalb Europas aufmerksam verfolgt werden.


