Nahost

Bericht: Iran und USA erhalten Plan für 45-tägige Waffenruhe – „letzte Chance“ für Einigung

Ein neuer Vorschlag sieht eine sofortige Feuerpause und Verhandlungen über ein Ende des Iran-Kriegs vor. Die Entscheidung soll binnen Stunden fallen.

US-Präsident Donald Trump vor einer Rede im Weißen Haus
US-Präsident Donald Trump vor einer Rede im Weißen HausAlex Brandon/imago

Im Iran-Krieg zeichnet sich offenbar ein neuer diplomatischer Vorstoß ab. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen haben die USA und der Iran einen Plan erhalten, der eine sofortige Waffenruhe vorsieht und kurzfristig entschieden werden soll.

Wie die Jerusalem Post unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, wurde der Vorschlag über Pakistan an beide Seiten übermittelt. Auch das US-Portal Axios meldete unter Verweis auf mehrere US-, israelische und regionale Quellen, dass ein entsprechender Plan derzeit verhandelt wird.

Kern des Vorschlags ist eine zunächst auf 45 Tage begrenzte Feuerpause. In dieser Zeit sollen Gespräche über ein umfassendes Abkommen geführt werden, das den Krieg dauerhaft beenden könnte. Die Vereinbarung könnte zunächst als eine Art Absichtserklärung geschlossen werden, die elektronisch übermittelt wird, berichtete die Jerusalem Post.

Gleichzeitig nannten mit den Gesprächen vertraute Personen gegenüber Reuters einen engeren Zeitrahmen für ein mögliches Abkommen. Demnach könnte innerhalb von 15 bis 20 Tagen eine umfassendere Vereinbarung ausgearbeitet werden, während die Waffenruhe bereits vorher greifen würde.

Entscheidung unter massivem Zeitdruck

Nach Angaben aus den Verhandlungen drängen Vermittler darauf, dass „alle Elemente noch heute“ vereinbart werden. Andernfalls drohe eine weitere Eskalation. Diese Einschätzung wurde sowohl von der Jerusalem Post als auch von Axios berichtet.

US-Präsident Donald Trump setzte zudem eine konkrete Frist. Eine Einigung müsse bis Dienstag, 20 Uhr US-Ostküstenzeit, erreicht werden, sagte er laut Reuters. Andernfalls drohten neue Angriffe auf iranische Infrastruktur. „Am Dienstag wird es im Iran den ‚Tag der Kraftwerke‘ und den ‚Tag der Brücken‘ in einem geben“, schrieb Trump am Sonntag in einem Truth-Social-Beitrag. „So etwas hat es noch nie gegeben“, sagte Trump weiter. „Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle leben – ihr werdet sehen!“

Mehrere Quellen sprachen gegenüber Axios von der „letzten Chance“, eine weitere Zuspitzung zu verhindern. Die Erfolgschancen gelten demnach aber als gering.

Iran lehnt zentrale Punkte ab

Die Führung in Teheran weist zentrale Elemente des Vorschlags bislang zurück. Ein hochrangiger iranischer Vertreter sagte Reuters, der Iran werde die Straße von Hormus nicht im Rahmen einer befristeten Waffenruhe öffnen. Zudem akzeptiere Teheran keine von außen gesetzten Fristen. Der iranische Vertreter äußerte zudem Zweifel an der Bereitschaft der USA, sich auf eine dauerhafte Waffenruhe einzulassen.

Im Zentrum der Gespräche stehen weiterhin zwei besonders konfliktträchtige Themen: die Wiederöffnung der Straße von Hormus und der Umgang mit Irans hoch angereichertem Uran. Diplomaten gehen davon aus, dass beide Fragen nur im Rahmen eines endgültigen Abkommens gelöst werden können.

Verhandlungen auf Basis anonymer Quellen

Die Berichte über den Vorschlag stützen sich überwiegend auf anonyme Quellen aus Verhandlungskreisen. Eine offizielle Bestätigung durch die Regierungen in Washington oder Teheran liegt bislang nicht vor.

Dass mehrere Medien nahezu identische Details berichten, deutet darauf hin, dass es sich um gezielte Informationen aus laufenden Gesprächen handelt, die den Druck auf die Verhandlungspartner erhöhen sollen.