US-Präsident Donald Trump hat erneut mit massiven Angriffen auf iranische Infrastruktur gedroht. „Am Dienstag wird es im Iran den ‚Tag der Kraftwerke‘ und den ‚Tag der Brücken‘ in einem geben“, schrieb Trump am Sonntag in einem Truth Social-Beitrag.
„So etwas hat es noch nie gegeben“, sagte Trump weiter. „Öffnet die verdammte Meerenge, ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle leben – ihr werdet sehen!“ Er bezog sich dabei auf die Straße von Hormus, eine wichtige Handelsroute, die aufgrund des Iran-Kriegs weitgehend blockiert ist. Trump beendete seine Botschaft mit: „Gelobt sei Allah.“
Iran droht mit Ausweitung auf weitere Seewege
Die iranische Führung reagierte nun ihrerseits mit Warnungen. Sollten die USA und Israel ihre Angriffe ausweiten, könnten auch andere für den globalen Energiemarkt wichtige Schifffahrtswege gefährdet sein. Das sagte Ali-Akbar Welajati, außenpolitischer Berater des obersten Führers des Iran, laut dem staatlich kontrollierten Sender Press TV.
Demnach könnte auch die Meerenge Bab al-Mandab betroffen sein. Sie gilt als strategisch wichtige Verbindung zum Roten Meer und weiter zum Suezkanal. Eine Blockade hätte weitreichende Folgen für den Welthandel.
Auch der iranische Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf äußerte sich scharf. „Mit Kriegsverbrechen lässt sich nichts erreichen“, schrieb er auf der Plattform X. Die einzige Lösung bestehe darin, „die Rechte des iranischen Volkes zu respektieren und dieses gefährliche Spiel zu beenden“. Er warnte, die „leichtsinnigen Schachzüge“ könnten die gesamte Region in Flammen aufgehen lassen.
Bereits am Samstag hatte der US-Präsident erklärt, die Frist eines zuvor gestellten Ultimatums laufe ab. „Die Zeit läuft ab – noch 48 Stunden, dann bricht die Hölle über sie herein“, sagte er in einem weiteren Post auf Truth Social, in dem er ebenfalls die Öffnung der Straße von Hormus forderte.
Nach Trumps neuen Drohungen starteten die Ölpreise mit weiteren Aufschlägen in die Woche. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni stieg auf über 111 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Das sind fast 40 Dollar mehr als vor Beginn des Krieges. Über die Straße von Hormus werden rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels abgewickelt. Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar liegt der Seeverkehr durch die wichtige Meerenge weitgehend still.
Trump hatte Ultimatum zuvor verlängert
Der US-Präsident hatte vor etwa zwei Wochen schon einmal mit Angriffen auf iranische Energieanlagen gedroht und dem Iran ein Ultimatum von 48 Stunden gesetzt, um die Straße von Hormus vollständig zu öffnen. In den darauffolgenden Tagen verlängerte er das Ultimatum jedoch mehrfach und verwies auf „sehr gute“ Verhandlungen mit iranischen Vertretern.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hatte in der vergangenen Woche laut AFP erklärt, der Iran habe „den nötigen Willen“, den Krieg zu beenden, Teheran verlange jedoch „notwendige Garantien“, um eine Wiederholung der Angriffe zu verhindern. Dazu gehörten auch Entschädigungen sowie eine Klärung der Verantwortlichkeiten.
Später sprach er in einem offenen Brief an die amerikanische Bevölkerung von einem anhaltenden Konfrontationskurs, der „teurer und ergebnisloser denn je“ sei. Angriffe auf die Infrastruktur träfen unmittelbar die iranische Bevölkerung und hätten Folgen für die gesamte Region. Sie schürten einen „Teufelskreis“ aus Gewalt und Feindseligkeit, deren Auswirkungen noch jahrelang spürbar seien, so Peseschkian.
Ein Sprecher des iranischen Parlaments erklärte zu diesem Zeitpunkt laut der staatlichen Rundfunkgesellschaft IRIB, die Straße von Hormus werde weder für die USA noch für deren Verbündete geöffnet. Verhandlungen mit Washington habe es nicht gegeben und werde es auch nicht geben.


