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Iran-Krieg kostet die USA bereits 25 Milliarden US-Dollar – Trump verliert Rückhalt

Der Iran-Krieg hat die USA bislang 25 Milliarden US-Dollar gekostet. Steigende Preise, schwindende Waffenbestände und sinkende Umfragewerte setzen Donald Trump zunehmend unter Druck.

US-Präsident Donald Trump salutiert auf dem Luftwaffenstützpunkt Dover vor den sterblichen Überresten eines bei einem iranischen Drohnenangriff getöteten US-Soldaten.
US-Präsident Donald Trump salutiert auf dem Luftwaffenstützpunkt Dover vor den sterblichen Überresten eines bei einem iranischen Drohnenangriff getöteten US-Soldaten.Julia Demaree Nikhinson/AP

Der Krieg der USA gegen den Iran hat nach Angaben des Pentagons bislang rund 25 Milliarden US-Dollar verschlungen. Die Zahl nannte Jules Hurst III, kommissarischer Finanzchef des US-Verteidigungsministeriums, am Mittwoch bei einer Anhörung im Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses. Es ist die erste offizielle Kostenschätzung der US-Regierung seit Beginn des Konflikts Ende Februar.

Hurst sagte laut Reuters und AP, der Großteil der Ausgaben entfalle auf Munition. Hinzu kämen Kosten für Militäroperationen und den Ersatz von Ausrüstung. Eine vollständige Abrechnung liege bislang noch nicht vor. Sobald die Schäden und Ausgaben vollständig erfasst seien, werde das Weiße Haus dem Kongress einen zusätzlichen Finanzierungsantrag vorlegen. Unklar blieb zunächst, ob die Summe auch beschädigte Infrastruktur im Nahen Osten umfasst. Mehrere US-Stützpunkte waren im Verlauf des Konflikts angegriffen worden.

Der führende Demokrat im Streitkräfteausschuss, Adam Smith, reagierte bei der Anhörung scharf auf die neuen Zahlen. „Wir fragen seit verdammt langer Zeit nach dieser Zahl, und niemand hat sie genannt“, sagte Smith laut Reuters.

Zehntausende US-Soldaten in der Golfregion

Die Vereinigten Staaten hatten ihre Angriffe gegen den Iran am 28. Februar begonnen. Seitdem verlegte das Pentagon tausende zusätzliche Soldaten in die Region. Zeitweise befanden sich drei Flugzeugträgerkampfgruppen gleichzeitig im Nahen Osten – eine militärische Konzentration, wie es sie laut AP seit 2003 nicht mehr gegeben hatte.

Nach Angaben der US-Regierung wurden bislang 13 amerikanische Soldaten getötet, Hunderte weitere verletzt. Gleichzeitig belastet der Konflikt zunehmend die US-Wirtschaft. Reuters berichtet unter Berufung auf Marktanalysen und Umfragen von deutlich steigenden Benzinpreisen sowie höheren Kosten für Energie, Gas und Düngemittel infolge gestörter Öl- und Gaslieferungen aus dem Nahen Osten. Der durchschnittliche Benzinpreis in den USA stieg laut Daten des Marktforschers OPIS seit Beginn des Krieges Ende Februar von 2,98 auf zuletzt 4,18 US-Dollar pro Gallone.

Die Preissteigerungen treffen amerikanische Verbraucher zunehmend im Alltag und setzen Präsident Donald Trump innenpolitisch unter Druck. Laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage geben 55 Prozent der Befragten an, die steigenden Spritpreise belasteten ihre Haushaltsfinanzen bereits spürbar. 87 Prozent rechnen mit weiteren Preissteigerungen. Zugleich sank Trumps Zustimmung beim Thema Lebenshaltungskosten laut Reuters/Ipsos auf nur noch 22 Prozent.

Demokraten erhöhen Druck auf Trump

Die hohen Kriegskosten entwickeln sich damit immer stärker zu einem politischen Problem für Trump und die Republikaner – wenige Monate vor den Kongresswahlen. Demokraten werfen dem Präsidenten vor, den Konflikt ohne Zustimmung des Kongresses begonnen zu haben. Sie sprechen von einem „Krieg der Wahl“ und verbinden die milliardenschweren Militärausgaben zunehmend mit den steigenden Lebenshaltungskosten in den USA.

Besonders die hohen Benzinpreise gelten als politisch gefährlich für das Weiße Haus. Laut einer Reuters/Ipsos-Umfrage machen 77 Prozent der registrierten Wähler Trump zumindest teilweise für den Preisanstieg verantwortlich.

Iran-Krieg zehrt an Amerikas Waffenarsenal

Auch die militärische Strategie der Regierung gerät zunehmend unter Druck. Kritiker bemängeln nicht nur die hohen Kosten des Krieges, sondern auch den massiven Verbrauch strategisch wichtiger Präzisionsmunition. Nach einer Analyse des Center for Strategic and International Studies (CSIS), über die CNN berichtete, hat das US-Militär in den ersten sieben Kriegswochen erhebliche Teile zentraler Raketenbestände aufgebraucht. Demnach wurden mindestens die Hälfte der THAAD-Abfangraketen sowie fast 50 Prozent der Patriot-Luftabwehrraketen verbraucht. Auch die Bestände an Tomahawk-Marschflugkörpern und anderen weitreichenden Präzisionswaffen seien deutlich geschrumpft.

Experten warnen inzwischen vor einer wachsenden militärischen Verwundbarkeit der USA – insbesondere im Hinblick auf den Indopazifik und einen möglichen Konflikt mit China. Mark Cancian, Mitautor der CSIS-Studie und ehemaliger Oberst des Marine Corps, sprach laut CNN von einem „Fenster erhöhter Verwundbarkeit im westlichen Pazifik“. Die Wiederauffüllung der Bestände könnte demnach mehrere Jahre dauern.

Zudem kritisieren Abgeordnete die Verlagerung militärischer Ressourcen aus dem asiatisch-pazifischen Raum in den Nahen Osten. Zeitweise stationierten die USA drei Flugzeugträgerkampfgruppen gleichzeitig in der Region. Trumps ranghöchster Militärberater Dan Caine sprach vor dem Kongress von notwendigen „Abwägungen“ bei der weltweiten Truppenverteilung.

Pentagon-Chef Hegseth verteidigt Iran-Krieg

Verteidigungsminister Pete Hegseth verteidigte den Iran-Krieg erneut. Iranische Atomanlagen seien bei Angriffen „vernichtet“ worden, sagte er laut AP. Adam Smith entgegnete daraufhin, die Regierung habe den Krieg zunächst mit einer angeblich unmittelbar bevorstehenden nuklearen Bedrohung begründet. „Jetzt sagen Sie, alles wurde komplett zerstört?“, fragte Smith. Der Krieg habe die USA „genau an denselben Punkt zurückgebracht wie zuvor“.

In der amerikanischen Bevölkerung sinkt unterdessen die Unterstützung für den Konflikt. Laut einer aktuellen Reuters/Ipsos-Umfrage befürworten nur noch 34 Prozent der US-Bürger den Krieg gegen den Iran. Im März waren es noch 38 Prozent gewesen.