Nur noch 34 Prozent der Amerikaner bewerten die Arbeit von US-Präsident Donald Trump positiv. Das geht aus einer am Dienstag von Reuters veröffentlichten Reuters/Ipsos-Umfrage hervor. In der vorherigen Erhebung von Mitte April hatten noch 36 Prozent zugestimmt. Zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2025 lag der Wert bei 47 Prozent.
Benzinpreise und Iran-Krieg schlagen durch
Die Umfrage zeigt vor allem, dass Trumps Umgang mit den Lebenshaltungskosten und dem Iran-Krieg seine Zustimmungswerte belastet. Nur 22 Prozent der Befragten billigen seine Politik bei den Lebenshaltungskosten, nach 25 Prozent zuvor. Die Zustimmung zum Krieg gegen den Iran fiel laut Reuters/Ipsos auf 34 Prozent, nach 36 Prozent Mitte April und 38 Prozent im März.
Die Benzinpreise in den USA sind nach Reuters-Angaben seit Beginn des Krieges um mehr als 40 Prozent auf rund 4,18 Dollar je Gallone, also etwa 1,10 Dollar je Liter, gestiegen. Die Erhebung wurde überwiegend vor dem Schusswaffenangriff am Samstagabend beim Dinner der Vereinigung der Korrespondenten am Weißen Haus abgeschlossen, bei dem ein Angreifer gestoppt wurde, bevor er den Saal mit Trump erreichte.
In den USA steht der Wahlkampf vor den Kongresswahlen im November erneut im Zeichen der Konfrontation zwischen Donald Trumps Lager und den Demokraten. Die Republikaner sind in weiten Teilen auf Trump und die Maga-Bewegung ausgerichtet, während führende Demokraten den Wahlkampf auf vier Konfliktfelder zuspitzen: Preise, Iran-Krieg, Migration und Wahlrecht. Den Ausschlag kann die Mobilisierung der jeweiligen eigenen Anhänger in einzelnen Bundesstaaten geben.
Risse auch bei Republikanern
Auch in Trumps eigener Partei gibt es Vorbehalte. Zwar unterstützen laut Reuters/Ipsos weiterhin 78 Prozent der Republikaner den Präsidenten, doch 41 Prozent kritisieren seine Politik bei den Lebenshaltungskosten. Unter den parteiunabhängigen Wählern liegen die Demokraten mit Blick auf die Kongresswahlen im November 14 Punkte vor den Republikanern; ein Viertel ist noch unentschieden.
Eine separate Erhebung der juristischen Fakultät der Marquette University in Milwaukee bestätigt das Bild. Demnach lehnen 68 Prozent Trumps Vorgehen im Iran-Krieg ab, 75 Prozent begrüßen die seit dem 7. April geltende Waffenruhe.
Im US-Repräsentantenhaus war bereits Mitte April eine Resolution gescheitert, die Trump zum Rückzug der US-Streitkräfte aus dem Iran-Krieg verpflichtet hätte, solange der Kongress den Einsatz nicht genehmigt. Die Abstimmung ging nach AP-Angaben mit 213 zu 214 Stimmen aus. Ein ähnlicher Vorstoß war zuvor im Senat gescheitert.


