Bei einem behördenübergreifenden Großeinsatz am Donnerstag hat die Polizei ein mutmaßliches Netzwerk internationaler Geldwäscher zerschlagen. Einsatzkräfte der Polizei des Landes Brandenburg durchsuchten unter der Sachleitungsbefugnis der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) mehr als 20 Wohn- und Firmenanschriften in Brandenburg, Berlin und Sachsen, wie das Polizeipräsidium Potsdam und die Staatsanwaltschaft mitteilten. Im Zentrum der Ermittlungen steht der Verdacht der Geldwäsche in Millionenhöhe durch organisierte Strukturen.
Ein 41-jähriger Hauptbeschuldigter aus Brandenburg wurde festgenommen. Gegen ihn war bereits im Vorfeld ein Haftbefehl erlassen worden. Zusammen mit fünf weiteren mutmaßlichen Mittätern soll er ein Netzwerk aus Scheinfirmen sowie ein Geflecht aus Konten aufgebaut haben.
Über diese Strukturen soll die organisierte Kriminalität Gelder aus illegalen Quellen verschleiert und in den legalen Wirtschaftskreislauf eingeschleust haben, so die Polizei. Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler Datenträger, Fahrzeuge, Vermögenswerte und Geschäftsunterlagen sicher.
Zusammenarbeit zahlreicher Behörden bringt Erfolg
Die Ermittlungen wurden in Federführung des Landeskriminalamtes Brandenburg geführt. Dabei arbeiteten die Ermittler eng mit der Zollfahndung, der Steuerfahndung der Finanzämter Potsdam und Cottbus, der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) sowie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zusammen, die den deutschen Finanzsektor überwacht.
Brandenburgs Polizeipräsident Oliver Stepien bezeichnete den Einsatz als Ergebnis einer „intensiven und hochkomplexen Zusammenarbeit zahlreicher Behörden“. Die bisherigen Erkenntnisse zeigten, „mit welchem Aufwand und welcher Professionalität hier versucht wurde, wirtschaftliche Strukturen gezielt zu missbrauchen“, sagte Stepien. Finanzkriminalität sei „kein Kavaliersdelikt“.


