Österreich

Frau am Großglockner erfroren: Richter verhängt Bewährungsstrafe gegen Freund

Eine Frau erfror 2025 auf dem Großglockner in Österreich. Ihrem Freund und Kletterpartner wurde fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Der Angeklagte sitzt im Saal im Prozess wegen des Vorwurfs grob fahrlässiger Tötung.
Der Angeklagte sitzt im Saal im Prozess wegen des Vorwurfs grob fahrlässiger Tötung.Expa/Erich Spiess

Nach dem Erfrierungstod einer jungen Frau auf dem Großglockner in Österreich ist ihr Freund und Kletterpartner wegen grob fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Der Richter am Landesgericht Innsbruck verhängte eine fünfmonatige Bewährungsstrafe und eine Geldstrafe.

Die 33-jährige Frau war im Januar 2025 gemeinsam mit ihrem heute 37 Jahre alten Freund auf den höchsten Berg Österreichs gestiegen. Die Staatsanwaltschaft warf dem 37-jährigen Mann vor, die Frau nachts „schutzlos, entkräftet, unterkühlt und desorientiert“ knapp unterhalb des Gipfels auf dem Berg zurückgelassen zu haben, wo sie schließlich erfror, während der Mann versuchte, Hilfe zu holen.

Ex-Freundin schildert ebenfalls Vorfall am Großglockner

Er habe nicht rechtzeitig einen Notruf abgesetzt und auch andere Sicherheitsmaßnahmen nicht ergriffen, hieß es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft zur Anklage. Unter anderem seien Ausrüstung und der Ausflug selbst mangelhaft geplant gewesen. Der 37-Jährige war laut Staatsanwaltschaft im Gegensatz zu seiner Freundin erfahren mit alpinen Hochtouren.

Zu Beginn des Prozesses erklärte der Angeklagte, es tue ihm „unendlich leid“, was passiert sei, bekannte sich vor dem Gericht jedoch nicht für schuldig. Er sagte, dass seine Freundin ebenfalls begeisterte Bergsteigerin und sehr sportlich gewesen sei. „Wir haben die Tour immer gemeinsam geplant und die Entscheidungen gemeinsam getroffen“, sagte er demnach.

Eine Ex-Freundin des Angeklagten sagte aus, er habe sie einmal auf einer anderen Route auf dem Großglockner alleingelassen. Sie sei zu langsam vorangekommen und es habe einen Streit über die Route gegeben, hieß es. Dann sei der Mann auf einmal weggewesen. „Es war mitten in der Nacht, meine Stirnlampe ist ausgegangen, ich war am Ende meiner Kräfte“, schilderte die Zeugin.