Spezialkräfte haben an den Flughäfen Stuttgart und Hannover zwei Personen mit mutmaßlichen Verbindungen zur Terrororganisation Islamischer Staat festgenommen. Ermittlern zufolge wollten die beiden Männer im Alter von 18 und 27 Jahren nach Syrien ausreisen. Dort sollte eine militärische Ausbildung erfolgen und möglicherweise auch die Teilnahme an Kämpfen.
Die Festnahmen der beiden Deutschen mit Migrationshintergrund erfolgten kurz vor dem Abflug, teilten Staatsanwaltschaft Frankfurt und das hessische Landeskriminalamt mit. Nach Angaben der Behörden liefen die Ermittlungen bereits seit Monaten. Erst als sich der Verdacht erhärtete, dass die Ausreise unmittelbar bevorstand, griffen die Einsatzkräfte zu, berichtete die Welt unter Berufung auf Ermittlerkreise.
Verfassungsschutz warnt vor Radikalisierung
Nach den Festnahmen durchsuchten Ermittler mehrere Wohnungen in Kassel und Umgebung. Dabei stellten sie unter anderem Propagandamaterial des Islamischen Staates sowie diverse Datenträger sicher. Eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, betonten die Ermittler.
Beide Beschuldigten sitzen inzwischen in Untersuchungshaft in Frankfurt am Main. Der Fall reiht sich nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden in eine besorgniserregende Entwicklung ein. Der Verfassungsschutz warnt seit Längerem vor einer zunehmenden Radikalisierung junger Männer. Diese würden sich häufig innerhalb kurzer Zeit über soziale Netzwerke extremistischer Ideologie zuwenden und für jihadistische Gruppen empfänglich werden. (mit dpa)


