Weltwirtschaftskrise

Kerosin wird knapp? Regierung reagiert auf neue Energie-Alarmzeichen

Versorgung bleibt stabil, aber angespannt. Doch Kerosin könnte schon im Mai knapp werden. Die Belastung für die Bürger wird immer größer.

Die steigenden Energiepreise treiben die Inflation in Deutschland hoch.
Die steigenden Energiepreise treiben die Inflation in Deutschland hoch.Christoph Soeder/dpa

Die Energieversorgung in Deutschland bleibt laut Bundeskanzler Friedrich Merz stabil, trotz angespannter Lage. Um mögliche Risiken zu bewältigen, soll der Nationale Sicherheitsrat bald tagen.

Die Bundesregierung bereitet sich auf mögliche Verschärfungen der Energiekrise vor. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kündigte bei der Eröffnung der Hannover Messe an, den Nationalen Sicherheitsrat „zeitnah“ einzuberufen. Ziel sei es, die Versorgungssicherheit für Wirtschaft und Bürger zu gewährleisten. „Alle verfügbaren Instrumente“ stünden zur Stabilisierung bereit, erklärte Merz.

Versorgungslage angespannt

Die aktuelle Versorgungslage ist nach Angaben des Kanzlers gesichert, jedoch angespannt. Besonders die steigenden Kerosinpreise infolge des Iran-Kriegs bereiten Sorgen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche warnte vor Panik und kündigte für Montag Gespräche mit Kerosinversorgern, Flughäfen und Airlines an, um Lösungen zu entwickeln.

Laut dem Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, könnte Flugbenzin in Europa bereits im Mai knapp werden. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) betonte gegenüber dem „Spiegel“ die Notwendigkeit, solche Warnungen ernst zu nehmen.

Merz für Reformen

Parallel dazu rief Merz zu langfristigen Reformen auf, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken. Hohe Energiepreise und bürokratische Hürden seien zentrale Probleme, die durch strukturelle Veränderungen angegangen werden müssten. Die schwarz-rote Koalition plant unter anderem Reformen im Gesundheits- und Rentensystem sowie der Einkommensteuer.

Eine aktuelle INSA-Umfrage zeigt derweil die Belastung der Deutschen durch gestiegene Energiepreise. 72 Prozent der Befragten fühlen sich stark oder sehr stark belastet. Gleichzeitig gibt es bei der Energiewende und dem Atomausstieg in Deutschland kontroverse Meinungen. Während 43 Prozent die Energiewende positiv sehen, bewerten sie 42 Prozent kritisch. Der Atomausstieg wird von 49 Prozent der Befragten abgelehnt.

Mit der Sitzung des Sicherheitsrats sollen schnelle Maßnahmen erarbeitet werden, um die Energieversorgung langfristig abzusichern.