US-Präsident Donald Trump erwägt nach eigenen Angaben einen Abzug amerikanischer Truppen aus Italien und Spanien. Auf eine entsprechende Journalistenfrage im Oval Office antwortete Trump am Donnerstag: „Das werde ich wahrscheinlich tun, warum sollte ich es auch nicht tun?“
Besonders scharf griff Trump die Regierungen in Rom und Madrid an. „Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich“, sagte er.
Hintergrund ist der wachsende Streit über den Krieg gegen den Iran. Spanien und Italien hatten sich in den vergangenen Wochen zunehmend kritisch zur Politik der USA im Nahen Osten geäußert.
Streit über Iran-Krieg belastet Nato
Die Spannungen zwischen Washington und mehreren europäischen Nato-Staaten hatten sich zuletzt deutlich verschärft. Trump wirft Verbündeten vor, die USA im Krieg gegen den Iran und bei der Sicherung der Straße von Hormus nicht ausreichend zu unterstützen.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni galt lange als enge Verbündete Trumps. Das Verhältnis kühlte laut britischen und italienischen Medien jedoch zuletzt stark ab. Trump warf Meloni öffentlich vor, beim Thema Iran nicht genug „Mut“ zu zeigen. Außerdem verweigerte Italien laut Berichten amerikanischen Militärmaschinen zeitweise die Nutzung eines Luftwaffenstützpunkts auf Sizilien, weil notwendige Genehmigungen fehlten.
Noch schärfer verlief der Konflikt mit Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez. Sánchez gehört zu den lautesten europäischen Kritikern des Iran-Kriegs und hatte Angriffe der USA wiederholt als schweren Fehler bezeichnet. Spanien verweigerte den USA zudem die Nutzung gemeinsamer Militärbasen für Angriffe gegen den Iran.
Auch deutsche Standorte im Visier
Bereits zuvor hatte Trump mit einer Reduzierung der amerikanischen Truppen in Deutschland gedroht. Der Konflikt mit Bundeskanzler Friedrich Merz war in den vergangenen Tagen zunehmend eskaliert. Trump warf dem Kanzler vor, sich zu stark in den Iran-Krieg einzumischen und beim Ukraine-Krieg „völlig wirkungslos“ zu sein.
Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump am Donnerstag, Merz solle mehr Zeit in die Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine investieren. Zugleich attackierte er die deutsche Migrations- und Energiepolitik und forderte den Kanzler auf, „sein kaputtes Land zu reparieren“.
Auslöser des Streits waren Äußerungen von Merz, der den USA im Iran-Krieg eine mangelnde Strategie vorgeworfen hatte. Trump reagierte darauf mit scharfen Angriffen und stellte wenig später auch die amerikanische Militärpräsenz in Deutschland infrage.
Am Mittwoch erklärte der US-Präsident, Washington prüfe derzeit eine Verringerung der Truppenstärke in Deutschland. Eine Entscheidung solle „in Kürze“ fallen. In Deutschland sind derzeit rund 36.436 amerikanische Soldaten stationiert – mehr als in jedem anderen europäischen Land. Zu den wichtigsten Standorten zählen Ramstein, Stuttgart und Büchel.
Tausende amerikanische Soldaten in Südeuropa stationiert
Nach Angaben von AFP waren Ende 2025 rund 12.662 amerikanische Soldaten in Italien und 3814 in Spanien stationiert. Mehrere europäische Medien griffen Trumps neue Drohungen am Freitag prominent auf. In Spanien berichteten unter anderem El País und weitere große Medien ausführlich über den Konflikt mit Washington. Auch italienische Medien thematisierten die zunehmenden Spannungen zwischen Trump und Meloni.



