Technologie

Befällt Smartphones: Sicherheitsdienste warnen vor Schadsoftware

Schadprogramme werden häufig dazu verwendet, um ihre Opfer zu erpressen. Eine aktuelle Angriffskampagne hat aber offenbar andere Ziele.

Sicherheitsdienste warnen vor Überwachungssoftware. Was macht „Moonshine“ und „BadBazaar“ so gefährlich?
Sicherheitsdienste warnen vor Überwachungssoftware. Was macht „Moonshine“ und „BadBazaar“ so gefährlich?Monika Skolimowska/dpa

Das Bundesamt für Verfassungsschutz sowie das britische National Cyber Security Centre warnen vor zwei Schadprogrammen. Die unter den Namen „Moonshine“ und „BadBazaar“ bekannten Anwendungen sollen erhebliche Gefahren bergen.

Es handelt es sich um zwei Varianten von Überwachungssoftware, die gezielt Smartphones infizieren, um sensible Daten zu sammeln. Opfer der Kampagne sollen über fingierte Messenger-Apps - Fälschungen von Programmen wie Signal, Telegram, WhatsApp – zur Installation der Schadsoftware bewegt werden.

„Moonshine“ und „BadBazaar“: Das können sie überwachen

„Moonshine“ wird der chinesischen Hackergruppe „Poison Carb“ zugeschrieben. Sie zielt wohl vornehmlich auf tibetische und uigurische Gemeinschaften sowie Unterstützer von Unabhängigkeitsbewegungen ab. Die Schadsoftware wird in scheinbar legitimen Apps versteckt, etwa in religiösen oder sozialen Apps. Nach der Installation kann sie Echtzeit-Standortdaten, Nachrichten, Fotos und andere Dateien abrufen und verschafft sich Zugang zum Mikrofon und der Kamera des Smartphones.

„BadBazaar“ soll von der Hackergruppe „APT15“ stammen, die auch unter dem Namen „Vixen Panda“ bekannt ist. Das Schadprogramm wird nach Einschätzung der Sicherheitsdienste international eingesetzt. Ähnlich wie „Moonshine“ sammelt „BadBazaar“ eine Vielzahl an Daten, darunter Standortinformationen, Kontakte, Anrufprotokolle und SMS. Es kann auch auf Kamera und Mikrofon zugreifen sowie Dateien durchsuchen.

Internationale Kooperation will Schadsoftware bekämpfen

Die Sicherheitshinweise wurden vor allem von Experten des Verfassungsschutzes und des britischen NCSC formuliert. Beteiligt waren aber auch Fachleute von Geheim- und Sicherheitsdiensten sowie Strafverfolgungsbehörden aus den USA (FBI und NSA), Australien, Kanada und Neuseeland.

Die Dokumente werden potenziellen Opern auf Englisch und Chinesisch im Web zur Verfügung gestellt. Darin wird im Detail beschrieben, wie die Schadsoftware funktioniert und wie man sich gegen die Programme schützen kann.