Feuerwerk

Antrag gegen Silvester-Knallerei: Die Linke macht Druck

Wenige Wochen vor dem Jahreswechsel nimmt die Debatte um privates Feuerwerk wieder Fahrt auf. Die Linke will das Zünden von Knallern und Raketen verbieten.

Berlin: Feuerwerkskörper gehen an Silvester hinter der Oberbaumbrücke in den Nachthimmel hoch.
Berlin: Feuerwerkskörper gehen an Silvester hinter der Oberbaumbrücke in den Nachthimmel hoch.Paul Zinken/dpa

Die Linke setzt sich im Bundestag für Böllerverbote ein – mit Hinweis auf Verletzte, Qualm, Lärm und Stress. Städte und Gemeinden sollten per Verordnung zum Jahreswechsel 2026/27 mehr Spielraum dafür bekommen, wie es in einem Antrag der Linksfraktion heißt, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Sollte das nicht helfen, soll zum Jahreswechsel 2027/28 ein bundesweites Böllerverbot per Gesetzesänderung folgen. Die Forderung bezieht sich nur auf das private Zünden von Knallern und Raketen. Professionelles Feuerwerk soll weiterhin möglich sein.

Unterstützung in Umfragen

Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag hat der Oppositionsantrag nur geringe Chancen, wenn sich nicht andere Fraktionen anschließen. In Umfragen findet das Anliegen jedoch Rückhalt. So sagten zuletzt 63 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Yougov-Umfrage, sie feierten Silvester ganz ohne Feuerwerk. Nur 5 Prozent wollen bestimmt böllern, 8 Prozent wahrscheinlich.

In Berlin, Deutschlands größter Stadt, sprachen sich in einer Infratest-Umfrage für den RBB 75 Prozent für ein Verbot von privatem Feuerwerk aus. Nur 21 Prozent wandten sich dagegen. Die Voraussetzungen schaffen müsste der Bund. Über eine Entscheidungsbefugnis der Kommunen wird debattiert, aber noch ist nichts entschieden.

„Letztes Silvester gab es fünf Tote, jedes Jahr gibt es Hunderte Schwerverletzte, darunter viele Kinder, die am Neujahrstag Blindgänger aufsammeln“, warnte der Linken-Abgeordnete und ehemalige Bereitschaftsarzt Michael Arndt. „Die Knallerei stresst nicht nur Tiere, sondern auch der Großteil der Bevölkerung geht zum Jahreswechsel nicht vor die Tür.“ Er sprach von „staatlich erlaubten Chaostagen“. Kleinfeuerwerk reiche für ein traditionelles Silvester aus, meinte Arndt. Gemeint ist Feuerwerk der Kategorie 1, also etwa kleine bengalische Feuer, Vulkane oder Brummkreise.

Bengalos im Stadion

Die Auflagen für solches frei verkäufliches Feuerwerk – also Bengalos – in Fußballstadien sieht die Linke kritisch. So gingen „die Innenminister der Länder, die das Silvester-Chaos tolerieren, mit größter, zumindest verbaler Härte gegen sie vor“, heißt es im Antrag. Gefordert wird darin eine „Fortführung des Dialogs zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und Fan-Dachverbänden über die Verwendung von Pyrotechnik in Stadien“.