Der polnische Außenminister Radosław Sikorski hat Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk vorgeworfen, „mit Kriegsverbrechen Geld zu verdienen“. Zuvor hatte das in den USA ansässige Institute for the Study of War (ISW) erklärt, dass Russland auch Musks Satellitennetzwerk Starlink nutze, um die Reichweite seiner Drohnenangriffe gegen die Ukraine zu vergrößern.
Die Reichweite der mit Starlink ausgestatteten Drohnen betrage bis zu 500 Kilometer, erklärte das ISW auf X. Das bringe einen Großteil der Ukraine, Moldau sowie Teile Polens, Rumäniens und Litauens in Reichweite der Drohnen, wenn diese auch von besetzten Teilen der Ukraine aus gestartet würden, hieß es weiter.
Sikorski und Musk stritten schon einmal wegen Starlink
Sikorski teilte den Beitrag des Instituts und kommentierte: „Hey, großer Mann, Elon Musk warum hinderst du die Russen nicht daran, Starlink zu benutzen, um ukrainische Städte anzugreifen?“ Es könne Musks Ruf schaden, „mit Kriegsverbrechen Geld zu verdienen“, fügte er hinzu. Musk antwortete daraufhin: „Dieser sabbernde Idiot merkt nicht einmal, dass Starlink das Rückgrat der militärischen Kommunikation in der Ukraine ist.“
Sikorski und Musk waren bereits in der Vergangenheit wegen Starlink aneinandergeraten. „Ihre gesamte Frontlinie würde zusammenbrechen, wenn ich es abschalten würde“, erklärte Musk im vergangenen März. Sikorski erwiderte, dass Polen sich nach anderen Anbietern umsehen müsse, sollte sich Starlink als unzuverlässig erweisen. Musk erwiderte darauf: „Sei still, du kleiner Mann.“ Es gebe keinen Ersatz für Starlink.
Alternativen zu dem Dienst befinden sich noch in Entwicklung. Unter anderem erklärte das französische Unternehmen Eutelsat Communications im vergangenen Jahr, dass es in Gesprächen mit der EU über die Bereitstellung von Diensten für die Ukraine befinde, wie der polnische Sender TVP berichtete.
Es ist bereits der zweite Streit um Starlink innerhalb kurzer Zeit, in den Elon Musk involviert ist. In der vergangenen Woche hatten er und Ryanair-Chef Michael O'Leary sich gegenseitig beleidigt, weil dieser eine Installation des Internetdienstes an Bord der Ryanair-Flotte abgelehnt hatte.


