Elf südafrikanische Männer, die mutmaßlich unter falschen Versprechen nach Russland gelockt und anschließend an die Front in der Ukraine geschickt wurden, sollen zeitnah in ihr Heimatland zurückkehren. Das teilte die Regierung von Cyril Ramaphosa am Dienstag mit, wie Reuters und AP übereinstimmend berichteten.
In der vergangenen Wochen waren bereits vier der insgesamt 17 betroffenen Männer nach Südafrika zurückgekehrt. Zwei weitere sind den Berichten zufolge noch in Russland, einer von ihnen befindet sich in einem Krankenhaus in Moskau.
Südafrikaner setzten Hilferuf ab
Die Männer im Alter zwischen 20 und 39 Jahren waren nach Regierungsangaben unter dem Vorwand lukrativer Arbeitsverträge in Söldnertruppen eingetreten. Im November hatte die südfafrikanische Regierung dann Hilferufe von der Front in der umkämpften Donbass-Region im Osten der Ukraine erhalten.
Ramaphosa hatte das Schicksal der Männer Anfang Februar in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin angesprochen. Die Rückführungen seien über diplomatische Kanäle ermöglicht worden, nachdem Putin eine entsprechende Zusage gemacht habe, erklärte Ramaphosas Büro.
„Die südafrikanische Regierung hat in enger Zusammenarbeit mit der russischen Regierung die sichere Rückkehr der Männer sichergestellt. Die Untersuchung der Umstände, die zur Rekrutierung dieser jungen Männer für Söldnertätigkeiten geführt haben, dauert an“, erklärte Ramaphosa laut AP in einer Stellungnahme.
Weitere afrikanische Länder warnen vor Rekrutierungen
Im Zusammenhang der Anwerbung der Männer wird nach Angaben südafrikanischer Behörden gegen mindestens drei Personen ermittelt. Darunter befindet sich AP zufolge Duduzile Zuma-Sambudla, die Tochter des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma. Sie bestreitet jegliche Vorwürfe, trat jedoch von ihrer Position als Abgeordnete im südafrikanischen Parlament zurück.
Nach südafrikanischem Recht ist es Staatsbürgern verboten, ohne offizielle Genehmigung in ausländischen bewaffneten Konflikten zu kämpfen oder ausländischen Armeen militärische Unterstützung zu leisten.
Auch aus weiteren afrikanischen Ländern gibt es Berichte über Männer, die mit Job- oder Bildungsangeboten nach Russland gelockt und dann zu einem Einsatz an der Front gezwungen werden. Der kenianische Vize-Außenminister Korir Sing'Oei hatte Anfang Februar gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärt, Kenianer würden „als Kanonenfutter an der Front missbraucht“. Auch Nigeria warnte kürzlich vor einer Rekrutierung seiner Staatsbürger für Militäreinsätze im Ausland.


