Sie haben es geschafft: Trotz des Eisregens konnte die Straßenbahn am Donnerstagmorgen den Betrieb aufnehmen. Anders als in der vergangenen Woche, als mehrstündiger Niederschlag das größte deutsche Straßenbahnnetz Deutschlands tagelang lahmlegte, fährt die Tram. „Es wurde alles Mögliche getan“, so ein Fahrer zur Berliner Zeitung. Doch in anderen Bereichen sah es schlecht aus.
Der Deutsche Wetterdienst hatte gewarnt. In Berlin sei mit Niederschlag zu rechnen, der teils als Schnee (1 bis 5 Zentimeter), teils als Regen fällt, hieß es. „Gebietsweise gefrierend mit Glatteisbildung, unwetterartige Entwicklungen nicht ausgeschlossen.“
Auch in der Nacht zum 26. Januar war in Berlin Eisregen gefallen – allerdings in größerer Stärke und mehrere Stunden lang. Mehr als 40 Straßenbahnen, die im Nachtverkehr unterwegs waren, blieben stehen. Dicke Eispanzer hüllten die Fahrleitungen ein. Erst am 31. Januar waren alle Strecken wieder im Betrieb.
Nach wenigen Metern blieb die Tram schon wieder stehen
Diesmal ist es offenbar gelungen, Gleise und Fahrleitungen freizuhalten. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hatten am Mittwoch Vorsorgemaßnahmen angekündigt. Zusätzliche Fahrzeuge und Fahrer stünden bereit, um ergänzend zum regulären Nachtverkehr zusätzliche Betriebsfahrten durchzuführen, kündigte das Landesunternehmen an. Sie bat das Personal, Sonderschichten zu fahren. Straßenbahnen brachen zu „Spurfahrten“ auf, um das Netz befahrbar zu halten.
Das konnte nicht überall Beeinträchtigungen verhindern, sagte ein Fahrer der Berliner Zeitung. „Ich hatte Mühe, um 5 Uhr vom Betriebshof zu kommen. Nach wenigen Metern war die Fahrt schon wieder zu Ende, weil die Leitungen wieder vereist waren“, berichtete er. Kollegen zogen manche Straßenbahnen mit einem Unimog vom Hof, damit sie ihre Einsätze im Fahrgastbetrieb starten konnten.
Stundenlang kein Flugverkehr am BER in Schönefeld
„Die Kollegen haben gute Arbeit geleistet. Im Streckennetz funktioniert der Betrieb“, berichtete der BVG-Mitarbeiter. Allerdings waren viele Ampeln gestört. Die Leitstelle hatte auch deshalb mehr zu tun, weil weiterhin Spurfahrten stattfinden – im Netz ist also mehr los. „Ich war froh, dass ich nicht in der Leitstelle arbeiten musste“, sagte der Fahrer.
Die BVG hatte erklärt, dass sie bei der U-Bahn den Bürsten- und Schmierzug einsetzt, damit die oberirdischen Abschnitte befahrbar bleiben. Allerdings musste sie am Donnerstagmorgen mitteilen, dass auf Teilstücken der U2 und U3 der Betrieb ruhte. Auf diesen Linien sind die Stromschienenkonstruktionen nach oben hin offen. Es besteht die Gefahr, dass sie vereisen. Die Stromabnehmer erhalten keinen Strom.
Offenbar war der Zug, der Stromschienen von Eis befreien sollte, auf der U2 in Pankow nicht unterwegs. Wegen Bauarbeiten im U-Bahnhof Senefelderplatz sind beide Gleise in der Nacht gesperrt.



