Die Berliner Justizverwaltung will ihre Gerichtsvollzieher besser schützen. Alle 270 sollen stichsichere und schusssichere Westen erhalten. Das berichtete der RBB.
Der Hintergrund: Immer mehr Übergriffe im Dienst. Gerichtsvollzieher erleben Beleidigungen, Drohungen und körperliche Attacken. 2024 wurde auf eine Gerichtsvollzieherin sogar durch eine Wohnungstür geschossen. Sie blieb unverletzt. Für die Justiz war das ein Alarmsignal.
Nach Angaben aus der Verwaltung haben bereits 222 Beamte Bedarf angemeldet. Eine Weste kostet 1050 Euro. Insgesamt veranschlagt die Justiz rund 276.000 Euro. Die Ausschreibung läuft bereits. Erste Lieferungen sind Anfang 2026 geplant.
Bisher mussten Gerichtsvollzieher ihre Westen selbst kaufen. Jetzt übernimmt erstmals die Justizverwaltung die Kosten. Die Schutzkleidung ist schwer und ungewohnt, aber sie gilt als notwendig. Auch der Verein der Berliner Obergerichtsvollzieher warnt, dass die Aggression gegenüber den Beamten zunimmt.
Justizsenatorin Felor Badenberg von der CDU erklärt die Entscheidung mit der wachsenden Gewalt gegen Staatsbedienstete. Zahlen stützen das. Laut Bundeskriminalamt wurden 2023 in Deutschland 46218 Gewalttaten gegen Polizeivollzugsbeamte erfasst, acht Prozent mehr als im Jahr zuvor. Eine Studie des Innenministeriums zeigt: Jede vierte Person im öffentlichen Dienst hat bereits Gewalt erlebt, zwölf Prozent mehrfach.


