Lily Sykes wird ab der Spielzeit 2027/28 neue Schauspieldirektorin am Theater Magdeburg. Die gebürtige Londonerin setzte sich, laut einer Pressemitteilung des Hauses, in einem mehrstufigen Auswahlverfahren unter rund 50 Bewerbungen durch und überzeugte die Theaterleitung sowie die Findungskommission „mit ihrer künstlerischen Vision für die Weiterentwicklung des Schauspiels“.
Die international arbeitende Regisseurin studierte Germanistik und Philosophie in Oxford und sammelte früh erste Regieerfahrungen im englischen Theaterkontext, bevor sie ihre Ausbildung an der École Philippe Gaulier in Paris vertiefte. Nach einer Assistenztätigkeit am Schauspiel Frankfurt entwickelte sie sich schnell zu einer eigenständigen Regiestimme und wurde 2011 in der Kritikerumfrage des Fachblatts Theater heute als Nachwuchsregisseurin des Jahres nominiert.
Zurzeit arbeitet Lily Sykes als Hausregisseurin am Staatsschauspiel Dresden. Ihre Karriere führte sie auch mehrfach nach Berlin, wo sie am Deutschen Theater, im Berliner Ensemble und im Theater Strahl Regie führte. In der Endrunde des Auswahlverfahrens konnte sie neben der Kommission den Magdeburger Generalintendanten Julien Chavaz überzeugen: „Mit Lily Sykes gewinnen wir eine starke und charismatische Persönlichkeit, die nicht nur ein kluges und zukunftsweisendes Konzept für Magdeburg vorgelegt hat, sondern auch über ein großes internationales Netzwerkpotenzial verfügt.“
Die Findungskommission setzte sich neben der Theaterleitung aus externen Experten sowie Vertretern des Hauses zusammen. Lily Sykes folgt auf das bisherige Leitungsteam, das zur Spielzeit 2027/28 an das Schauspiel Leipzig wechseln wird.
Ein Theater im Flow
Auch Lily Sykes blickt mit Vorfreude auf ihre neue Aufgabe: „Theater ist für mich ein Ort der Begegnung, der Widersprüche zulässt und neue Perspektiven eröffnet.“ Dass dies nicht nur als Floskel gemeint sein muss, zeigt sich gerade an der bevorstehenden, hart diskutierten Premiere von „Wunde Stadt“ von Kevin Rittberger über den Weihnachtsmarkt-Anschlag von Magdeburg, an den die jüngsten Leipziger Ereignisse akute Erinnerungen wachrufen.


