Essay

Die Wut des Michel Abdollahi: Wenn der Westen den Osten retten will – und der sich verweigert

Ein TV-Moderator klagt in einem Video über leere Stuhlreihen – und löst eine Debatte aus. Plötzlich geht es nicht mehr nur um eine Lesung, sondern um alte Gräben zwischen früherer DDR und alter Bundesrepublik.

Michel Abdollahi auf der Buchmesse in Frankfurt 2025
Michel Abdollahi auf der Buchmesse in Frankfurt 2025FRANK TURETZE/IMAGO

Am Mittwochabend steht Michel Abdollahi im Pfefferberg-Theater in Prenzlauer Berg auf der Bühne. Es ist ein literarischer Abend, mit Buchverkauf im Foyer. Der deutsch-iranische Moderator liest aus „Es ist unser Land. Wir dürfen Deutschland nicht den Rechten überlassen“ – seinem neuen Buch über Rassismus, Rechtsruck und eine Gesellschaft, die auseinanderdriftet. Die Veranstaltung läuft unter dem Label „Literatur live“, der Verlag Hoffmann und Campe ist dabei, Thalia auch, Medienpartner ist die Berliner Zeitung am Wochenende.

Was auf der Bühne passiert, hat eine Vorgeschichte. Die spielt in Leipzig und in einem Video, das Abdollahi am 14. November, elf Tage vor der Lesung dort, ins Netz stellte.

Berliner Zeitung

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