Boykott beim Heizungskauf

Niedrigster Absatz seit 15 Jahren: Heizungsindustrie erreicht neuen Tiefpunkt

Die deutsche Heizungsindustrie steckt in der Krise. 2025 wurden nur noch 627.000 Heizsysteme verkauft – erneut ein drastischer Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Seit 2023 ist der Gesamtabsatz von Heizungen in Deutschland rückläufig.
Seit 2023 ist der Gesamtabsatz von Heizungen in Deutschland rückläufig.Hauke-Christian Dittrich

Die Absatzzahlen der deutschen Heizungsindustrie haben im vergangenen Jahr einen neuen Tiefstand erreicht. Nach dem Rekordjahr 2023, in dem mehr als 1,3 Millionen Heizsysteme verkauft worden waren, halbierte sich der Absatz im Folgejahr bereits – und setzte 2025 den Abwärtstrend nun fort. Lediglich 627.000 Geräte konnten abgesetzt werden.

Das berichtet die Welt am Sonntag unter Berufung auf die Jahresbilanz des Bundesverbands der deutschen Heizungsindustrie (BDH). Auch der Deutschen Presse-Agentur liegen die Zahlen vor.

Industrie vor wirtschaftlichen Herausforderungen

„Die Lage ist schwierig, die Heizungsindustrie steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen“, erklärte BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt der Zeitung. Seine Forderung: Die Regierung müsse „endlich stabile gesetzliche Vorgaben und Förderbedingungen“ beschließen. Andernfalls sei mit personellen Maßnahmen zu rechnen. Von Stellenabbau oder Kurzarbeit ist die Rede.

Vor allem die Nachfrage nach Ölheizungen war im vergangenen Jahr sehr gering. Gerade einmal 22.500 Modelle wurden verkauft – ein Minus von sage und schreibe 74 Prozent, wie aus der Jahresbilanz hervorgeht. Ein bisschen weniger dramatisch, aber ebenfalls deutlich rückläufig, war die Lage bei Gasheizungen: Insgesamt 229.000 Stück wurden abgesetzt, was einem Rückgang von 36 Prozent innerhalb eines Jahres entspricht.

Einen deutlichen Zuwachs von rund 55 Prozent verzeichnete der Verband hingegen beim Absatz von Heizungswärmepumpen. Diese wurden den Angaben zufolge mehr als 299.000-mal verkauft und stellten damit den Bestseller der Branche dar. Ungefähr halb so stark fiel der Zuwachs bei Biomasse-Wärmeerzeugern aus – rund 29.000 Stück wurden abgesetzt.

Die dramatischen Einbrüche bei Öl- und Gasheizungen werden vor allem auf die energiepolitischen Entscheidungen der Bundesregierung der vergangenen Jahre zurückgeführt. Um bis 2045 klimaneutral zu werden, hatte die frühere Ampelregierung den Einbau von jährlich mindestens 500.000 Wärmepumpen beschlossen und strengere Vorschriften für fossile Heizsysteme eingeführt.

So sieht das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vor, dass ab 2024 der Einbau neuer Öl- und Gasheizungen nur noch unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist – etwa in Kombination mit erneuerbaren Energien oder in Bestandsgebäuden unter Härtefallregelungen.

Obwohl die amtierende schwarz-rote Regierung im Koalitionsvertrag vereinbart hatte, das Heizungsgesetz abzuschaffen, ist bislang wenig davon zu sehen. Lediglich die Umbenennung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) in das Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) wurde bisher umgesetzt.