Energie

Gasexperte zu Merz’ LNG-Reise an den Golf: „Moralisch schwer erklärbar“

Russisches Gas ist tabu, US-LNG nun riskant – doch warum sucht Friedrich Merz ausgerechnet am Golf neue Deals? Energieexperten zweifeln an der Konsequenz.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht am 4. Februar zum Airbus A350 der Luftwaffe auf dem militärischen Teil des Flughafens BER Berlin-Brandenburg für den Flug nach Saudi-Arabien.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht am 4. Februar zum Airbus A350 der Luftwaffe auf dem militärischen Teil des Flughafens BER Berlin-Brandenburg für den Flug nach Saudi-Arabien.Kay Nietfeld/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist aktuell nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Offiziell geht es um Energie, Sicherheit und wirtschaftliche Zusammenarbeit – vor allem um Flüssigerdgas (LNG). Nach dem Ausstieg aus russischem Gas will die Bundesregierung nun auch die Abhängigkeit von amerikanischem LNG reduzieren – und sucht neue Bezugsquellen.

Doch ausgerechnet der Griff zu LNG aus der Golfregion stößt bei Energieexperten auf Skepsis. Thomas Geisel, früherer Erdgas-Manager und ehemaliger Oberbürgermeister von Düsseldorf, heute Politiker (BSW), hält den Kurs für widersprüchlich. „Wenn man russische Gasimporte mit moralischen Argumenten beendet hat, ist es moralisch schwer erklärbar, warum man nun in Katar oder Saudi-Arabien LNG einkaufen will“, sagt Geisel der Berliner Zeitung.

Berliner Zeitung

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